Karrösten baut

„Mit versteckter Kamera“: Bürgermeister Oswald Krabacher „inspiziert“ das Baugeschehen rund um das neue Kindergarten-, Schul-, Kultur- und Veranstaltungszentrum. RS-Fotos: Bundschuh

Kleine Gemeinde – großes Projekt

Noch im Rohbaustadium nimmt das Kindergarten-, Schul-, Kultur- und Veranstaltungszentrum Karrösten bereits Gestalt an. Eine raffiniert konzipierte und zukunftsweisende Bühnenkonstruktion ersetzt den Bau eines althergebrachten dörflichen Musikpavillons.

Von Peter Bundschuh

Die Volksschule wird teiladaptiert und in den neu errichteten Baukorpus integriert. Dieser umfasst als Haupträumlichkeiten einen Eingruppenkindergarten mit Freifläche, einen Turn- und Mehrzwecksaal mit großer Bühne sowie Nebenräume. Im Untergeschoss des Bildungs-, Kultur- und Veranstaltungszentrums wird Platz für örtliche Vereine geschaffen. Eine Küche trägt wesentlich zur Realisierung von Projekten zur Ganztagesbetreuung bei. „Es ist mir wichtig, ein echtes Begegnungszentrum vom Kindergarten bis hin zum Vereinsleben zu schaffen“, erklärt Bürgermeister Oswald Krabacher beim RUNDSCHAU-Besuch vor Ort und fügt hinzu, dass das Projekt sowohl betreffend des Zeitplans als auch finanziell auf „Schiene“ ist. Der Schulbetrieb für die etwa 25 Kinder im Volksschulalter wird von den Bauarbeiten kaum beeinträchtigt werden.

Geniale Bühne.

Die Idee einer Bühne von Bürgermeister Krabacher und Architekt Raimund Rainer, die sowohl vom Mehrzwecksaal als auch vom Festplatz (Schulplatz) aus einsehbar ist und außerdem den obligatorischen Musikpavillon verzichtbar macht, verdient Applaus. Ob nun ein besinnliches Adventkonzert im warmen Saal oder ein sommerlicher „Megakracher“ auf dem Festplatz – die Bühne des Karröster Veranstaltungszentrums ist ein Alleskönner.

Und noch mehr.

Die wegen des „Zentrums-Neu“ notwendige Verlegung des Bauhofes ist abgeschlossen. Und die oberhalb des Dorfkernes geplante neue Siedlung befindet sich im Erschließungsstadium, naturschutzrechtliche Verhandlungen sind im Laufen. Es sollen rund 20 Bauparzellen zu je ca. 450 Quadratmetern vorwiegend für junge Karröster Familien geschaffen werden. Ebenso sind bedarfsorientiert zwei Gebäude in zwei zeitlich voneinander unabhängigen Baulosen auf einer 2000-Quadratmeter-Fläche im Ortszentrum in Zusammenarbeit mit einem gemeinnützigen Bauträger in Planung.

Wo drückt der Schuh?

Bürgermeister Oswald Krabacher zur RUNDSCHAU: „Es ist ganz einfach so, dass wir eine finanzschwache Gemeinde sind, möglicherweise sogar die „Rote Laterne“ des Bezirkes Imst mit uns tragen. Wir haben nur geringe Einnahmen aus Gewerbebetrieben und sind eine klassische Wohngemeinde, daran wird sich wohl auch nichts ändern. Die schwierige finanzielle Situation haben wir aber durch sparsame Haushaltsführung, konstruktive Zusammenarbeit der Gemeinderatsfraktionen und Zuwendungen von Seiten des Landes im Griff. Abgesehen vom Geld sind wir aber ein Dorf in wunderschöner Lage, mit einem reichen Vereinsleben und funktionierenden sozialen Strukturen, das ist mir viel wert.“

Man will ja nichts „verschreien“, aber derzeit läuft es in Karrösten gut, der Bau des Zentrums ist zeitlich und finanziell auf Schiene: Bürgermeister Oswald Krabacher und „Ideenschmied“ Architekt Raimund Rainer (v.l.).

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