Kinderbetreuungszentrum für Tarrenz ab 2019

Bürgermeister Rudolf Köll hat im Gemeinderat einen mehrheitlichen Beschluss zum künftigen Kinderbetreuungszentrum herbeigeführt und hofft auf eine rasche Realisierung. RS-Foto: Parth

Zukunftsentscheidung macht aus einer Not eine Tugend

Kinderreichtum, Zuzug und kleinere Gruppenzahlen veranlassten die Gemeinde Tarrenz zum Handeln. Die getroffenen Übergangslösungen werden ab Herbst 2019 Geschichte sein. Ein Architektenwettbewerb sieht ein Kinderbetreuungszentrum für die Gurgltalgemeinde vor. Fünf Millionen Euro werden investiert, wie Bürgermeister Rudolf Köll im RS-Gespräch aufzeigt.

Von Thomas Parth

„Ausgehend vom Wachstum des Dorfes“, begründet Bgm. Rudolf Köll die mehrheitliche Entscheidung des Gemeinderates für ein neues Kinderbetreuungszentrum: „Tarrenz ist in den vergangenen 20 Jahren fast um ein Drittel gewachsen, wir sind von 2000 auf 2900 Einwohner geklettert. Aber auch durch die neuen gesetzlichen Vorgaben zu den Gruppenzahlen ist ein Notstand in der Kinderbetreuung entstanden. Dazu gekommen ist weiters das Angebot ab 18 Monaten in einer Kinderkrippe sowie der Mittagstisch plus Nachmittagsbetreuung.“ Die „Locations“ für eine (Klein-)Kinderbetreuung durch die Gemeinde fehlten, weshalb man als Übergangslösung die Kinderkrippe „Schneggahaisle“ im HGZ (Handels- und Gewerbezentrum) ansiedelte. „Durch diese Krippe auf Vereinsbasis wurde mittelfristig ein wenig Druck aus der Situation herausgenommen. Trotzdem muss man erkennen, dass dort auch Mietkosten anfallen“, bescheinigt das Dorfoberhaupt.

Notwendigkeiten.

„Momentan besteht der Bedarf nach sieben Gruppen, vier im Kindergarten, drei für eine Krippe. Der abgewickelte Architektenwettbewerb sieht einen Plan für acht Gruppen vor und beinhaltete eine Machbarkeitsstudie für einen möglichen Um- oder Ausbau des Bestandes. In einem zweiten Schritt wurde eine mögliche Erweiterung der Volksschule mit einbezogen“, klärt Köll auf. Vorausschauenderweise müsse man eine Tiefgarage, vorgesehen sind 30 Stellplätze, jetzt bauen, denn im Nachhinein gehe dies nicht mehr. „So manchen erschreckten die daraus entstehenden Kosten. Die Preiserhöhung von zwölf bis 15 Prozent macht bei einem Fünf-Millionen-Projekt immerhin 750.000 Euro aus“, zeigt Köll Verständnis, allerdings: Der bislang anfallende Mietaufwand ließe sich ebenso gut zur Vermögens-Tilgung verwenden.

Tiefgarage.

„Man muss auch sagen, dass die Tiefgarage fast schon für den Eigenbedarf für Kindergarten- und Lehrpersonal voll ist. Hier wird der Gemeinderat zu entscheiden haben, ob ein Stellplatz eine Sachleistung ist. Von einer Beschrankung oder Bewirtschaftung nimmt die Gemeinde jedenfalls vorerst Abstand.“

Wunschkonzerte.

Ein sicherlich großes Thema sei die „Anlieferung“ der Kinder, welche man in einem Verkehrskonzept zu berücksichtigen habe. „Dafür braucht es auch eine Regelung, schließlich geht es um die Sicherheit der Kinder.“ Es werde östlich und westlich je eine Abgabe- bzw. Abholzone und vor dem Kinderbetreuungszentrum eine Verkehrsberuhigung brauchen. „Anrainer können beruhigt weiterhin zufahren“, beruhigt Köll. Den Baubeginn sieht der Bürgermeister für Juli 2018 vor und die Fertigstellung für Schulbeginn, im Herbst 2019. „Die Fachjury, Kindergarten- und Schulabteilung sowie das vorgegebene Raumprogramm und die Kostenvorgaben lassen in Wahrheit wenig Spielraum und sicher kein Wunschkonzert zu“, verdeutlicht Köll. Letztlich subventionierte das Land Tirol, Abt. Dorferneuerung, den Architektenwettbewerb mit 60 Prozent. Geladen waren zehn Architekten, wobei sich am Ende die Fachjury, Sachjury und beratende Experten für den Entwurf der Arge Tabernig-Zierl Architekten aus Imst/Innsbruck entschieden. Ein Planungsende für den Einreichplan erhofft sich Köll noch für Ende 2017, um dann möglichst rasch einen Baubescheid sowie die Ausschreibungen angehen zu können. „Die zu erwartenden Kosten sind im Jänner, Februar einfach andere als im Hochsommer, wenn alle Baufirmen schon voll ausgelastet sind“, erhofft sich der Tarreter Gemeindechef moderate Preise. Am Ende sollen vier Kindergarten- und drei Kinderkrippenräume entstehen, wobei durch einen Raumteiler ein achter Gruppenraum möglich wäre. „Angesichts der Aussichten von steigender Geburtenrate und wachsendem Zuzug brauchen wir das in den kommenden 20 Jahren mit Sicherheit“, attestiert Köll.

Das neue Kinderbetreuungszentrum wird von Martin Tabernig und Alois Zierl, einer Architekten-Arge, realisiert. RS-Foto: Parth