Knappe Abstimmung

Bgm. Siegmund Geiger hat dafür plädiert, dass ein Moderator und Begleiter für den Einreichungsprozess notwendig ist. RS-Foto: Archiv

Ein Sonderförderprogramm für den Planungsverband Landeck & Umgebung soll auf Schiene gebracht werden

 

Ein Sonderförderprogramm für den Planungsverband Landeck und Umgebung soll auf Schiene gebracht werden. Der Zammer Gemeinderat stimmte knapp (8:7) für die Installierung eines Moderators und Begleiters für den Einreichungsprozess.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

In der jüngsten Sitzung des Zammer Gemeinderates ging es unter dem Tagesordnungspunkt „Prozessbegleitung zur Zusammenarbeit im Rahmen der Stadt-Umland-Kooperation für den Planungsverband 6 Landeck und Umgebung“ um die Anbahnung eines Sonderförderprogramms für diesen Planungsverband. Dieser umfasst den Zentralraum des Bezirks Landeck mit den Gemeinden Fließ, Grins, Landeck, Zams, Pians, Schönwies, Stanz und Tobadill. Bgm. Siegmund Geiger verwies in seiner Anmoderation auf das Sonderförderprogramm Oberes und Oberstes Gericht und dem daraus resultierenden Nutzen: Vom Land Tirol fließt über einen Zeitraum von zehn Jahren jährlich eine Million Euro Richtung Oberstes und Oberes Gericht, um nachhaltige Ideen mitzufinanzieren.

 

PROZESSBEGLEITER. Geiger erläuterte weiter: „Seitens der Landesregierung wäre ein ähnliches Sonderförderprogramm für den Planungsverband Landeck und Umgebung durchaus vorstellbar. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ein entsprechender Ideen- und Projektekatalog vorliegt.“ „An Ideen und Vorschlägen dazu mangelt es nicht“, meinte Geiger. Und er nannte einzelne Themen. So zum Beispiel Privatzimmervermietung, Verkehrsanbindung, öffentlicher Verkehr und Nahversorger. Geiger brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass es hier einen Profi brauche, der als Moderator und Prozessbegleiter agiere, denn diese Ideen und Vorschläge müssten in einem Prozess gesammelt und in ein Konzept überführt werden. Und dieses Konzept bedinge eine fachgerechte Aufbereitung, da dies ausschlaggebend sei, wieviel Fördermittel die Landesregierung dann bereitstelle. Einreichdatum ist Jänner 2018.

 

AUSSCHREIBUNG. Der Planungsverband Landeck und Umgebung, der über die acht Verbandsbürgermeister organisiert ist, hatte sich mit dem Thema bereits beschäftigt und schrieb diesen Moderator und Prozessbegleiter aus. Fünf Angebote gingen ein. Das billigste Angebot lautete auf 34.200 Euro. Es stammt von Peter Swozilek, einem Unternehmensberater aus Vorarlberg. Der Prozess würde im Rahmen eines Leader-Projektes gefördert. Die acht Verbandsgemeinden hätten dafür einen Betrag von insgesamt 12.112 Euro zu bezahlen. Dieser würde über den Einwohnerschlüssel aufgeteilt. Auf Landeck entfiele anteilsmäßig ein Betrag von 4.896 Euro, auf Zams 2.150 Euro, auf Pians 517 Euro, auf Schönwies 1.087 Euro, auf Grins 886 Euro, auf Tobadill 328 Euro, auf Fließ 1.886 Euro und auf Stanz 362 Euro.

 

ABSTIMMUNG. In der Diskussion blieb Geigers Plädoyer für diesen Moderator und Prozessbegleiter nicht unwiderspochen. GR Theresia Schönherr (ÖVP) etwa hält diesen für entbehrlich. Da werde jemand bezahlt, der nur das zusammenschreibt, wovon die Hälfte für die Gemeinden nicht leistbar sei. „Es wäre gescheiter, dieses Geld an die Gemeindemitarbeiterinnen und -arbeiter zu verteilen, denn die verdienen eh nicht viel.“ Es gab auch andere Stimmen. Herbert Frank (SPÖ) sprach sich prinzipiell nicht gegen die Installierung eines Moderators und Prozessbegleiters aus. Die Abstimmung dann machte deutlich, wie tief der Gemeinderat in dieser Sache gespalten ist. Das Abstimmungsergebnis ist mit 8:7 (für die Installation eines Moderators und Prozessbegleiters) sehr knapp ausgefallen. Dagegen stimmten: 4 FPÖ, 2 ÖVP und 1 SPÖ.

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