Kontakt statt Vereinsamung

Christoph Zangerl vom Café Zapa (l.): maximal ein Drittel der verkauften Gutscheine werden eingelöst. Dietmar Wolf vom Martiniladen: neue Bewusstseins-Initiative im Mai. RS-Foto: Pircher; Foto: Berger

Martiniladen-Projekt „Zahl 2 – verschenk 1“

 

Gleich vorweg: Die Kaffeehausbesucher im Landecker -Talkessel sind ausgesprochen großzügig, so das Resümee des Projekts „Zahl 2 – verschenk 1“ des „Martiniladens“. Es werden deutlich mehr Kaffees spendiert als getrunken.

 

Von Alois Pircher

 

Es wurden viel mehr Gutscheine bezahlt als eingelöst. Aber nicht nur Einheimische, auch viele Gäste beteiligten sich an der Aktion, die der Martiniladen letzten Juli ins Leben gerufen hat. Dagmar Pfeifer vom Kaffeehaus Widmann spricht von einer positiven Resonanz unter ihren Gästen. Petra Haag vom gleichnamigen Café ergänzt: „Von vielen unserer Gäste werde ich auf diese tolle Möglichkeit zu spenden angesprochen. Nur schade, dass es von der Zielgruppe zu wenig angenommen wird.“ Christoph Zangerl (Café Zapa) und Alfons Wachter können auf ähnliche Erfahrungen verweisen: maximal ein Drittel der verkauften Gutscheine werden eingelöst, so beide Wirte.

 

BEWUSSTSEIN SCHAFFEN. Hauptzweck dieser Aktion ist sicherlich, Menschen, die nur über ein bescheidenes Einkommen verfügen, einen Kaffeehausbesuch zu ermöglichen. Und es sollte ihnen möglich sein, auch einmal einen Bekannten einzuladen, um soziale Kontakte aufrecht zu erhalten, so Dietmar Wolf vom Martiniladen. Zu diesem Zweck werden die Gutscheine im Martiniladen, aber auch von der Caritas, von der Lebenshilfe und anderen sozialen Vereinen wie den „Mannsbildern“ an ihre Kunden und Klienten verteilt. Es sei nicht zufriedenstellend, dass nicht alle Gutscheine eingelöst werden. Derzeit sind keine Gutscheine zu erwerben, aber im Mai wolle man eine neue Bewusstseins-Initiative unter den potenziell Begünstigten starten. Man hofft, dass die Kaffeehausbesucher dann weiterhin großzügig Gutscheine kaufen. Für die Initiatoren besteht kein Zweifel am Sinn dieser Aktion.

 

MARTINILADEN IN LANDECK. Zwei weitere Aspekte sollen nicht vergessen werden. Man wolle mit dieser Aktion aufzeigen, dass es auch in einem so reichen Land wie Tirol Menschen gibt, für die ein Kaffeehausbesuch Luxus darstellt. Anderseits will man auf den Martiniladen hinweisen, in dem Konsumenten mit einem geringen Einkommen ihre Lebens- und Gebrauchsmittel günstig erwerben können, schließt Wolf – und bedankt sich bei Roswitha Lentsch, die sich auch sehr intensiv in dieses Projekt einbringt.

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