Kulturgut im „Grünen Haus”

Museumsobmann und Kurator der Präsentation, Ernst Hornstein, zusammen mit seinem Stellvertreter Klaus Wankmiller im Gespräch mit Alfred Pohler (v.l.). RS-Foto: Claus

Museumsverein Reutte widmet Alfred Pohler die diesjährige Winterausstellung

Eine bemerkenswerte Ausstellung öffnete vergangene Woche im „Grünen Haus” in Reutte ihre Pforten: die Sonderausstellung „Alte Außerferner Bauernhöfe” mit Fotografien von Alfred Pohler vermittelt einen Ausblick auf Bauernhäuser und Bergbauernhöfe, meist aus dem 19. Jahrhundert.

Rund 40 Bilder hat das Museumsteam aus dem kostbaren, viele tausend Dias umfassenden Pohler-Archiv in mühsamer Kleinarbeit ausgewählt und präsentiert diese großformatigen Digitaldrucke mit erklärenden Einführungstafeln. Mit der Ausstellung wird die Reihe der kleinen, aber feinen, alljährlich präsentierten Winterausstellungen fortgesetzt, die unter anderem das Handwerk oder den Krippenbau zum Thema hatten. Umrahmt wurde der Abend mit dem „Museums-quartett”, unter der Leitung von Klaus Wankmiller.
Dass eine  derart exzellente und mit viel Liebe zum Detail inszenierte Ausstellung auf gesteigertes Interesse trifft,å bewies die große Anzahl der Gäste bei der Eröffnung durch den Obmann des Museumsvereins, Ernst Hornstein
.
An Kulturgut erinnern. „Mit dieser Ausstellung soll nicht nur der Fotograf und Forscher Alfred Pohler dem Publikum in die Erinnerung gerufen werden, sondern auch das Kulturgut der alten Bauernhöfe nähergebracht werden”, sagte Hornstein und erinnerte an einen bereits 1982 gegründeten Arbeitskreis, der sich einige Jahre mit diesem Thema beschäftigte. Zum Schmunzeln brachte Alfred Pohler die Gäste mit seinen Episoden, die der 86-Jährige bei seinen Fotoexkursionen erlebte. Seine Reise führt ihn nach Nord- und Osttirol und auch nach Südtirol – und es sei nicht immer leicht gewesen, die Besitzer zu überzeugen, dass er die Objekte „nur” fotografieren wolle. Denn oft kam es vor, dass die Höfe von zwielichtigen Gestalten geplündert wurden. „Ich nahm Hunderte Höfe in Augenschein”, und er sei im Großen und Ganzen sehr, sehr freundlich aufgenommen worden –„oftmals wurde ich obligatorisch mit Schnaps und Speck bewirtet”, erinnerte er sich.
„In dieses ‚Grüne Haus’ passt diese Ausstellung, denn auch dieses ist, wie die gezeigten Bauernhöfe, ein historisch wertvolles Kulturobjekt”, stellte Bürgermeister Luis Oberer fest. Oberer, der Alfred Pohler aus seiner Tätigkeit als Betriebsratsvorsitzender bei Plansee seit vielen Jahren kennt, erinnerte sich daran, dass dieser außergewöhnliche und gewissenhafte Fotograf den inoffiziellen Titel „Sir der Forschung und Entwicklung” trug.„Diese Bilder werden an Wert weiter steigen”, prognostizierte er.

Information. Die Sonderausstellung im „Grünen Haus” ist bis 24. Februar jeweils von Dienstag bis Samstag von 13 bis 17 Uhr zu besichtigen. Sonderöffnungen sind auf Anfrage möglich.

Von Uwe Claus

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