„Lassen uns nicht in kriminelle Ecke stellen!“

3.000 ausgestellte Trophäen bestätigten, dass in den Revieren des Jagdbezirkes Innsbruck-Land vernünftiges Waidwerk betrieben wird. RS-Fotos: Schnöll

LJM Anton Larcher und BJM Thomas Messner sprachen bei Trophäenschau-Festakt einmal mehr Klartext 

3.000 Trophäen haben am Wochenende bei der Trophäenschau in Seefeld die Herzen der Jägerinnen und Jäger des Jagdbezirkes Innsbruck-Land höher schlagen lassen. Der Jägerschaft wurde von Landesjägermeister Anton Larcher und Bezirksjägermeister Thomas Messner großes Lob gezollt. Trotz widriger Wetterbedingungen pendelte sich nämlich im abgelaufenen Jagdjahr 2016/17 die Gesamtabschussquote bei 90 Prozent ein. Larcher und Messner sparten aber auch nicht mit Kritik…

Diesmal hatte der Trophäenschau-Festakt in der Casino-Tennishalle einen ganz besonders festlichen  Rahmen. Gleich vier Jagdhornbläsergruppen haben zum Halali geblasen. Der Grund:  Es war die 25. Trophäenschau, die am Wochenende in der Tennishalle ausgerichtet wurde. Da im Jagdjahr 2016/17 trotz widriger Witterungsbedingungen das Gesamtabschusssoll zu 90 Prozent erfüllt wurde, gab es für die Jägerschaft des Bezirkes Innsbruck-Land auch viel Lob. „Man sieht, dass unsere Jägerinnen und Jäger die Hausaufgaben erfüllen“, unterstrich Bezirksjägermeister Thomas Messner die hervorragende Abschussquote. Tadel gab es allerdings wegen 25 Gamsböcken der Klasse II, die mit Rot bewertet werden mussten. „Das darf kein Dauerzustand werden“, mahnte Messner. Punkto Steinwild berichtete er, dass es in den vergangenen Monaten im Gschnitztal und in einigen Revieren südlich des Brenners extreme Ausfälle durch die Moderhinke gab. „16 Stück Steinböcke der Klasse I mussten von den Qualen erlöst werden!“

SCHREIBTISCHTÄTER. Beim Rotwild waren im vergangenen Jagdjahr im Jagdbezirk Innsbruck-Land 1.871 Abschüsse beantragt worden, 1.679 Stück lautete am Ende die tatsächliche Abgangsziffer. „Wir sind uns bei den Rotwildbeständen der Verantwortung bewusst und ich zie-he den Hut vor der Jägerschaft, für das, was sie in diesem Zusammenhang leisten. Wir werden uns weiterhin von Schreibtischtätern nicht als  Kriminelle behandeln lassen. Die können die Bäume zählen, wir das Wild nicht“, so BJM Messner.

WENIGER WILDSCHÄDEN. Landesjägermeister Anton Larcher ging in seiner Festrede auf das österreichweit erstellte Wildeinflussmonotoring des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft ein. „Es zeigt eindeutig, dass die besten Jägerinnen und Jäger im Westen beheimatet sind. Die Wildschäden in den Wäldern haben nämlich deutlich abgenommen“, so Larcher. Detail am Rande: Am 21. April soll das Ergebnis der Untersuchungen von 400 Füchsen auf den auf den Menschen  übertragbaren und mitunter tödlichen Fuchsbandwurm veröffentlicht werden. Demnach soll jedes vierte untersuchte Tier am gefährlichen Fuchsbandwurm erkrankt gewesen sein.

BJM Messner lobt Jägerschaft. RS-Foto: Schnöll
Reinhard Weiß und Christoph Schaffenrath (r.), beide bei der Gemeinde Telfs beschäftigt, wurden zum Revieroberjäger bzw. zum Berufsjäger ernannt, RS-Foto: Schnöll