Lebensraum Außerfern – Erhalten – Gestalten

Mitarbeiterinnen von „basis – Frauenservice und Familienbetreuung – und die Referentin des Abends: Mag.a Marlene Salchner, Birgit Huber-Heiserer, Evelyn Mages, Cornelia Deppert-Wentzler, Mag.a Barbara Brejla, Dr.in Christine Baur, Michaela Perktold, Mag.a Klaudia Henn-Meßmer, Mag.a Barbara Heinrich, Regina Karlen (v.l.). RS-Fotos: Chauvin

Frauenlandesrätin Christine Baur in Reutte

Auf Einladung von „basis“, Frauenservice und Familienberatung in Reutte, kam Landesrätin Dr.in Christine Baur nach Reutte, um zu dem Gleichstellungsbericht Tirol 2016 und speziell zu der neu erschienenen Regionalanalyse – Frauen und Männer in Tirol – Stellung zu nehmen. 

Noch immer sei das Geschlecht maßgeblich für die Lebenssituation der Menschen in Tirol bestimmend. Dazu sind noch die regionale Herkunft, der Wohnort, die Bildung, soziale, kulturelle und religiöse Zugehörigkeit sowie die jeweilige Familienform für die individuelle Lebenssituation ausschlaggebend, so Baur. Es bestehe noch viel Handlungsbedarf in Hinblick auf Chancengleichheit und Gleichstellung bei Frauen. Einige Zahlen aus dem Bericht belegen dies eindeutig. Frauen verdienen 22% bis 25% (im Bezirk Reutte) weniger als Männer, erreichen nur 59% der Pensionsbezüge, Teilzeitarbeit bei Frauen beläuft sich auf 43%, bei Männern sind es nur 8%. „Es kann nicht sein, dass aufgrund der Geburt als Frau diese weniger wert sein soll.“  In der Gleichstellungsarbeit gibt es eine Reihe von Zielen, an denen gearbeitet wird, wie zum Beispiel:  Frauen und Männer sind gleichermaßen wirtschaftlich unabhängig, mit eigenständiger Existenzsicherung und ausgewogener Life-Work-Balance. Frauen sind in allen Entscheidungspositionen und in Gremien der Wirtschaft, der Verwaltung und sonstigen Einrichtungen ausgewogen vertreten.
Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts sind nicht nur gesetzlich untersagt, sie werden auch gesellschaftlich erkannt und geächtet. Keine Rollenklischees, jeder soll nach seinen Fähigkeiten und Talenten leben.
Häusliche Gewalt wird bestraft und geächtet. Betroffene und deren Angehörige finden Hilfe und Unterstützung.
Die Landesrätin verwies auch auf die noch immer sehr stark verbreitete „traditionelle“ Rollenverteilung für die Frau: Küche, Haushalt, Kinder- und Altenbetreuung. Es fehlt die Akzeptanz, dass auch der Mann sich hier einbringt. Die Wertigkeit der Frau muss erhöht werden. Den tirolweit niedrigsten Wert weist Reutte in der institutionellen Betreuung pflegebedürftiger Menschen auf, auch werden nur 17,5% der Null- bis Zweijährigen institutionell betreut.
Mag.a Klaudia Henn-Meßmer bedankte sich bei Landesrätin Baur und gemeinsam verfassten sie ein „Schlussplädoyer“: Wir sollen zusammen überlegen, wie unsere Zukunft aussehen soll, gemeinsam neue Visionen finden, miteinander reden und einander lieben. Das zauberte ein Lächeln auf die Gesichter der vielen Besucher, die sich auch intensiv an der Diskussion, die stattfand, beteiligten. Die Regionalanalyse ist erhältlich über juff.frauen@tirol.gv.at oder über www.tirol.gv.at/frauen (Publikationen)

Von Claudia Chauvin

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.