Letzte Sprengung für Umfahrungstunnel

Eine wichtige Etappe für die Umfahrung Scharnitz ist geschafft. Unter tosendem Allpaus der Ehrengäste erfolgte der Durchschlag für den rund 19 Millionen Euro teuren „Porta Claudia“-Tunnel. RS-Fotos: Schnöll

In Scharnitz wurde nun der Durchschlag des rund 19 Millionen Euro teuren „Porta Claudia“-Tunnels gefeiert

Die Umfahrung Scharnitz ist mit Gesamtkosten in Höhe von 34 Millionen Euro das größte Straßenbauprojekt, das derzeit in Tirol realisiert wird. Dienstag letzter Woche wurde mit dem Durchschlag des „Porta Claudia“-Tunnels ein großes Etappenziel erreicht. LH-Stellvertreter Josef Geisler bei der Durchschlagsfeier: „Mit dem heutigen Tunneldurchschlag rückt die Verkehrsentlastung für die Scharnitzer Bevölkerung wieder ein gutes Stück näher!“

„Mehr als 65.000 Kubikmeter Fels wurden für die 672 Meter lange Tunnelröhre und die insgesamt 153 Laufmeter Fluchtstollen ausgebrochen. Eine starke Leistung, wenn man bedenkt, dass  der Tunnelanschlag heuer am 11. August erfolgte“, lobte Günter Guglberger, der beim Land Tirol das Sachgebiet Brücken- und Tunnelbau leitet, die Mineure, die nach nur vier Monaten Bauzeit zur Durchschlagfeier angetreten waren. Auch Dietmar Kerbis von der bauausführenden Firma „Marti GmbH“ mit Hauptsitz in der Schweiz war voll des Lobes und meinte: „Heute ist ein besonderer Tag, jedem Mineur schlägt nämlich das Herz höher, wenn ein Tunnel durchbrochen wird. Den Tunnel in nur vier Monaten auszubrechen, ist eine gewaltige Leistung!“ Kerbis bedankte sich ausdrücklich auch bei den Anrainern, die während des 24-Stunden-Vortriebs viel Verständnis zeigten. LH-Stv. Josef Geisler ergänzte: „Die für die Anrainerinnen und Anrainer belastenden Sprengarbeiten sind vorbei. Drei Viertel des heutigen Verkehrs werden schon bald durch den Berg rollen!“

Verkehrsfreigabe 2018.

Nach der Feierlaudatio von LH-Stv. Josef Geisler zündete Tunnelpatin Annemarie Vonmetz die letzte Sprengladung. Kurz darauf grub sich unter riesigem Applaus der Festgäste ein Bagger vom Tunnelinnern ins Freie. Ein wichtiges Etappenziel für die Umfahrung Scharnitz war damit geschafft. In den kommenden Monaten steht noch eine Vielzahl von Arbeiten an. Bis zum Mai 2017 soll die Innenschale des bergmännischen Tunnelabschnittes fertiggestellt sein. Gleichzeitig wird die technisch anspruchsvolle Isarbrücke im Norden errichtet. 2018 soll das Straßenbauprojekt abgeschlossen sein. Im Schnitt rollen derzeit bis zu 7.000 Fahrzeuge pro Tag durch Scharnitz, an Spitzentagen sind es bis zu 18.000 Autos. Die Umfahrungsstraße soll eine deutlich Entlastung bringen. Wenn sie fertig ist, soll nur noch ein Viertel des heutigen Verkehrs durch das Ortszentrum rollen. Der Entscheidung, ob die Umfahrung gebaut wird, sind jahrelange Diskussionen vorausgegangen.

Tunnelpatin Anneliese Vonmetz zündete die letzte Sprengladung. Bauführer Christian Steiner und Sprengmeister Oswald Popprath (v.l.) gratulierten herzlich.

 

LH-Stv. Josef Geisler freute sich mit Bürgermeisterin Isabella Blaha über den Durchbruch der Tunnelröhre.