LUA überflüssig, VP-Kampagne vorbildlich, Olympia zu spät

Der designierte Nationalrat Dominik Schrott will die „Interessen des Oberlandes“ künftig im Parlament in Wien vertreten: „Die Idee eines Staatssekretariates für Jugend im Familienministerium finde ich gut.“ RS-Foto: Parth

NR-Kandidat Dominik Schrott: Über 7000 Vorzugsstimmen schicken ihn nach Wien

Ein „Kabinett der besten Köpfe“ kann sich Dominik Schrott „sehr gut vorstellen“. Dieses habe sich bereits durch die Listenerstellung abgezeichnet, als „nicht ausschließlich Parteimitglieder nominiert wurden“. „Das hat man auch gut in meiner Wahlbewegung gesehen, dass meine Unterstützer aus verschiedensten bürgerlichen Kräften zusammengesetzt waren“, hebt Schrott hervor und fügt hinzu: „Das, was die junge ÖVP im Oberland geleistet hat, war für mich überwältigend. Immer mehr junge Leute haben sich uns angeschlossen und nach einer starken Vertretung in Wien verlangt. Gleichzeitig sind die Mitgliedszahlen der JVP im Bezirk Imst angestiegen.“ Schrott findet nicht nur zur Wahl, sondern auch zur Tagespolitik klare Worte.

Von Thomas Parth

„Die Vorzugsstimmen nehme ich mit Demut und als klaren Auftrag zur Veränderung zur Kenntnis“, dankt Dominik Schrott seinen Wählern. Die Nationalratswahl 2017 sei ein Zeichen, Sebastian Kurz und seiner „neuen Politik“ eine Chance zu geben. „Das ist ein Vertrauensvorschuss für mich und der Auftrag, das Oberland bestmöglich in Wien zu vertreten.“

Wählerentscheid.

Bereits am Wahlabend habe sich der Trend für einen Einzug Schrotts in den Nationalrat abgezeichnet. „Dass ich allein im Bezirk Imst die Hürde geschafft habe, damit hätte ich nicht gerechnet, das sage ich ganz offen“, gibt sich Schrott überwältigt und stolz. Den Vorzugsstimmenwahlkampf bewertet Schrott „generell sehr positiv“, sieht diesen als „Stärkung der direkten Demokratie“. Der Wähler könne den Kandidaten aus seiner Region direkt ins Parlament wählen. „Die Junge ÖVP hat das genützt und bringt erstmals acht Abgeordnete in den Nationalrat“, freut sich Schrott, der sich gegen drei „aktive“ ÖVP-Mitbewerber durchgesetzt hat. „Die ÖVP-Zugewinne geben uns recht“, bestätigt Schrott: „Im bündischen System, wenn man so will im ,ÖVP-alt-System‘, wurde ich zunächst auf Platz zwei nach Liesi Pfurtscheller gereiht. Der Wähler hat anders entschieden!“

Persönlichkeitswahl.

Der ÖVP-Wähler sei dazu erzogen, seine Vorzugsstimme zu vergeben. Unter dem Motto „alles ist Schrott“, so der Tenor der Schrottschen Kampagne, habe sich alles auf die Person Dominik Schrott „eingeschossen“. Dadurch hätten die politischen Mitbewerber sowie Kritiker aus den eigenen Reihen den Wahlkampf automatisch zum „Personenwahlkampf“ werden lassen. „Gestartet bin ich mit der Oberland-verstehen-Tour mit einem Fragebogen, um die Probleme der Menschen aufzunehmen. Treffen mit jungen Wirtschaftlern bis zu klassischen Stammtischgesprächen im Wirtshaus. Klar bekam ich auch kritische Stimmen dabei zu hören, aber gerade davon lebt die Politik“, blickt Schrott auf seine Kampagne zurück: „Die Unterstützer-Events vom Kabarett bis zum Kochevent und das Credo laufen, laufen, laufen haben sich am Ende bezahlt gemacht.“ Am Ende seien 230 Personen für Schrott „gelaufen“. Über die Bünde hinweg bis zu ehemaligen Kandidaten der Vorwärts-Tirol-Liste habe es Unterstützer gegeben. Die letzten beiden Tage vor der Wahl habe man durch eine „Türhänger-Aktion“ bis sonntags um 5 Uhr Früh den „letzten persönlichen Kontakt zu den Wählern“ hergestellt. „Den Wahlabend verbrachte ich bis 17.30 Uhr im Wahllokal in Oetz. Anschließend feierte ich den Wahlsieg im Gasthof Sonne in Tarrenz mit 60 meiner Unterstützer“, erinnert sich Schrott, übrigens der erste Nationalrat überhaupt, welchen die JVP-Tirol stellt. „Mir tut das Nein zur Olympia-Bewerbung sehr leid“, beteuert Dominik Schrott. Die Kampagne sei zu spät angelaufen. „Nachdem die kritischen Stimmen immer stärker wurden habe man zwar noch einmal den Turbo eingeschaltet: Ich glaube, das war zu spät!“, so Schrott.

Angelobung.

Dominik Schrott werde weiterhin ehrenamtlich JVP-Obmann in Tirol bleiben. „Ich möchte mich voll und ganz auf die neue Aufgabe als Nationalrat konzentrieren, weshalb ich mit meinem Chef eine einvernehmliche Dienstauflösung als Angestellter in einer Marketing-Agentur per Ende Oktober vereinbart habe“, so Schrott zu seinem „Brotberuf“. Parallel will Schrott sein Master-Studium „PR & Kommunikation“ an der Universität Krems bis „planmäßig“ Oktober 2018 abschließen. „Ich werde im Oberland, in Oetz, wohnhaft bleiben. Dienstbüro im Nationalrat ist für jeden Abgeordneten vorhanden“, weiß Schrott. Er werde sich einen erfahrenen juristischen Mitarbeiter im ÖVP-Klub sowie einen parlamentarischen Mitarbeiter vor Ort im Oberland suchen. Der weitere Fahrplan zum Nationalrat sieht am 7. November ein „get-together“ der neuen Nationalräte im Parlament in Wien vor. Am 8. November findet die konstituierende Klubsitzung der ÖVP statt. Und am 9. November findet die Angelobung mit konstituierender Parlamentssitzung statt. „Mit dem Zug geht’s nach Wien, weil man gut im Zug arbeiten kann“, so Schrott.

Tagespolitik.

Vergangene Woche gab es das Bilanzpressegespräch des Landesumweltanwalts (LUA), Johannes Kostenzer. Dieser hat sich sehr kritisch zu den Ausbauplänen bzw. Zusammenschlüssen diverser Skigebiete ausgesprochen. Konkret wurde die Verbindung Pitztal-Ötztal, ein rund 120 Millionen-Euro-Projekt, welches kurz vor der behördlichen Einreichung stehe, unter die Lupe genommen. Hier sehen die Ausbaupläne der Liftgesellschaften nicht nur eine „Überspannung“, wie im Koalitionsabkommen abgesegnet, sondern darüber hinaus 60 Hektar an weiteren Pistenflächen rund um den „Linken Fernerkogel“ vor. Auch die Verbindung Hochoetz-Kühtai sieht die Umweltanwaltschaft nicht sonderlich positiv. Johannes Kostenzer ortet gar eine Art „Torschlusspanik“ mancher Seilbahnbetreiber angesichts des fortschreitenden Klimawandels, um „schnell Erweiterungen umzusetzen und damit Geld zu verdienen, solange es das Klima zulässt“. Naturräume würden dadurch „unwiederbringlich verloren gehen“, so der LUA im ORF-Interview. Angesprochen auf das tagespolitische Geschehen möchte der designierte Nationalrat Dominik Schrott aus Oetz im Ötztal lediglich seine „persönliche Meinung“ kundtun: „Bei derartigen Verfahren sollen laut EU künftig alle NGOs eine Parteienstellung erhalten. Wenn der WWF, und wie sie alle heißen, Parteienstellung haben, finde ich die Funktion des Landesumweltanwaltes als überflüssig.“ Schrott spricht sich „voll und ganz für den Zusammenschluss Ötztal-Pitztal aus“, weil das vor allem „jungen Menschen die Chance auf Arbeitsplätze bietet“. Beide Täler seien vom Tourismus geprägte Regionen, wobei der Tourismus den einzigen Ausweg gegen die drohende Abwanderung darstelle.