Machos killen Quote

Liebe FreundInnen subtiler Wahlanalysen!

Österreich hat ein neues Parlament. Seit Tagen zerlegen Politologen, Meinungsforscher, Parteiideologen und andere Experten die Wählerströme, Wahlmotive und andere Details der Nationalratswahl. Eines habe ich dabei bis heute weder gehört noch gelesen: Die wahren Verliererinnen dieser Wahl sind die Frauen! Gender Mainstreaming, Emanzipation, Gleichbehandlung, Gleichberechtigung, Quote, Reißverschluss – wo seid ihr geblieben? Kurz, Kern, Strache, Strolz und Pilz heißen die Gladiatoren der hiesigen Innenpolitik. Die beiden einzigen weiblichen Wesen, die als Doppelspitze angetreten sind, gingen unter. Felipe und Lunacek traten als Erbinnen der ausgebotenen Frau Glawischnig in die klassische Machofalle. Mit dem Aufdecker Peter Pilz, einem der Parteigründer der Grünen, wurde eine regelrechte Vaterfigur vom Hof verjagt.

Die GrünInnen haben offensichtlich Gleichberechtigung mit Geschlechterkampf verwechselt. Auch in Innsbruck, wo Georg Willi jetzt um das Bürgermeisteramt kämpfen wird, gab es kein Miteinander zwischen Frau und Mann – und einen Sieg für das sogenannte starke Geschlecht. Dabei hat das doch alles schon so gut ausgesehen. Die Bundeshymne ist bereits eine „Heimat größer Töchter“ und das Binnen-I beim gleichgeschlechtlichen Formulieren war längst unter dem Titel politisch korrekt unvermeidbar. Doch selbst das ist bei der schreibenden Zunft irgendwie aus der Mode. In politischen Spitzenjobs gibt es so gut wie keine Frauen mehr. Wir haben nur eine Landeshauptfrau. Und die hat sich einst als Innenministerin härter als jeder Mann gebärdet.

Liebe Frauen! Wir brauchen euch in der Politik. Aber nicht als bessere Männer. Wir benötigen dringend mehr Weiblichkeit. Warmherzigkeit, Diplomatie, soziale Kompetenz, ein Neben- und Miteinander. Starke Frauen an der Seite starker Männer. Kampfemanzen stoßen nicht auf Sympathie. Nicht einmal bei ihren Geschlechtsgenossinnen.            

Meinhard Eiter


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