Materialtransporte über Zirlerberg erlaubt

Die Materialtransporte mit schweren Lastwagen über den Zirlerberg nach Zirl führen stoßen bei der Bevölkerung auf Unverständnis. Es gibt aber keine rechtlichen Mittel, die Transporte zu verbieten. Foto: zeitungsfoto.at

Behörden sehen keine Möglichkeit, die Materialtransporte zwischen Scharnitz und Zirl zu unterbinden

Verkehrsteilnehmer und die Anrainer an die B 177 zwischen Scharnitz und Zirl ärgern sich wegen schwerer Lkw, die von Großbaustellen in Scharnitz und Oberau (Südbayern) Aushubmaterial zu einer Deponie in Zirl transportieren.  Wegen diverserer Berichterstattungen rund um die Verkehrsbelastung am Zirler Berg hat der Zirler Bürgermeister Thomas Öfner nun in einer Aussendung Stellung bezogen.  

Bürgermeister Thomas Öfner erklärt in einer Aussendung: „Auf der Deponie in Zirl werden Aushubmaterialien aus zwei großen Tunnelbaustellen, Umfahrung Scharnitz und Straßentunnel Oberau, gelagert. Dieses Aushubmaterial wird mittels LKW von den Baustellen über den Zirler Berg nach Zirl geliefert. Daraus ergibt sich eine Mehrbelastung durch LKW-Verkehr, diese wird jedenfalls noch bis August 2017 andauern!“ Was die derzeitige Verkehrssituation betrifft, lässt Öfner wissen: „Es ist richtig, dass über den Zirler Berg ein generelles Fahrverbot für LKW verordnet wurde. Dennoch besteht auf Basis der derzeit geltenden rechtlichen Bestimmungen nicht die Möglichkeit, diese speziellen Fahrten zu untersagen, da sie als ‚Quell- und Zielverkehr‘ gelten und daher von einem solchen Verbot ausgenommen sind. Um die Verkehrsbelastung dennoch in Grenzen zu halten, wurde mit der Frächterfirma im Zuge eines Gespräches auf der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck vereinbart, dass die LKW die Baustellen jeweils nur gestaffelt verlassen dürfen, sodass immer nur Einzelfahrzeuge am Zirler Berg unterwegs sind. Sollten dennoch zwei LKW gleichzeitig dort zusammentreffen, dürfen diese nur in entsprechendem Abstand voneinander fahren, sodass über den steilen Straßenabschnitt keine Kolonnenbildung entsteht. Die betroffenen Gemeinden Seefeld, Reith und Zirl wurden in diesen Informationsprozess eingebunden!“

THALLIUM. In den vergangenen Tagen wurden in der Bevölkerung auch Bedenken wegen des talliumhältigen Aushubmaterials, das zur Deponie in Zirl transportiert wird, laut. Der Zirler Marktgemeindechef dazu: „Es ist richtig, dass in dem auf der Deponie Martinsbühel abgelagerten Aushubmaterial Thallium enthalten ist. Thallium ist ein natürlich im Gestein enthaltenes (geogenes) Erz, welches nicht nur in Südbayern, sondern auch in unserem Gestein vorkommt. Der Gesamtgehalt im deponierten Material ist verschwindend gering. Zudem ist Thallium nicht wasserlöslich, es dringt also weder ins Erdreich noch ins Grundwasser ein. Um sicher zu stellen, dass die Thallium-Belastung durchwegs gleichbleibend ist, wurden bisher 22 einzelne Beprobungen aus verschiedenen Abbaustellen entnommen. Jedes einzelne Gutachten ergab jeweils minimale Vorkommen in absolut unbedenklichem Ausmaß. Zur Erteilung der Transport- und Deponiegenehmigungen wurden neben der Regierung von Oberbayern in München und dem Lebensministerium in Wien natürlich auch die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck mit den Gutachten befasst. Der zuständige Leiter der Abteilung Umweltschutz, BH-Stv. Dr. Wolfgang Nairz, bestätigte ebenfalls die vollkommene Unbedenklichkeit der deponierten Materialien. Wir vertrauen hier auf die umfangreichen Prüfmaßnahmen durch die zuständigen Behörden!“  Sowohl seitens der BH Innsbruck als auch seitens der Zirler Betreiberfirma werde die Marktgemeinde Zirl vollumfänglich in den Informationsprozess eingebunden. Öfner: „Aus meiner Sicht als Bürgermeister der Marktgemeinde Zirl ist es bedauerlich, dass es zu einer erhöhten Verkehrsbelastung über den Zirler Berg bedingt durch die beiden Großbaustellen kommt. Da es sich beim Zirler Berg um einen Abschnitt der B177 Seefelder Straße und damit um eine Bundesstraße handelt, ist die BH Innsbruck, Abt. Verkehrsreferat, hier zuständig. Gemeinsam mit Bezirkshauptmannschaft und Bezirkspolizeikommando Innsbruck wird die Marktgemeinde Zirl alles in ihrer Macht stehende tun, um die Belastung in einem möglichst verträglichen Rahmen zu halten!“