Menschen hinterlassen Spuren –

Gute Resonanz fand die Vernissage, bei der sich die Besucher überzeugen konnten, dass Menschen mit Behinderung sehr kreativ sein können. RS-Fotos: Claus

eine kreative Ausstellung in der AK Reutte

„Menschen hinterlassen Spuren” – in Zusammenarbeit mit den Assistenten des Elternvereins „Vianova” vermittelt  eine beeindruckende Ausstellung von Bildern, Schnitzereien und Plastiken in der Arbeiterkammer in Reutte einen Einblick in das kreative Gestalten von Klienten.

Der Elternverein begleitet Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung seit mehr als 30 Jahren, wobei das selbstständige Gestalten des Alltags im Mittelpunkt der Arbeit steht. Musikalisch wurde die Vernissage am Freitagabend vom Duo „Iris Schmidt Connection“ begleitet.

Zur Geschichte des Vereins. 1984 organisierten sich im Bezirk Reutte Eltern zum Verein „Elternverein für behinderte Kinder“, um ihre Interessen wahrzunehmen, was 1989 zur Gründung des Vereins TAFIE-Außerfern führte. Die damalige inhaltliche Arbeit bezog sich auf die Schulintegration im Bezirk Reutte. Mit Beginn des Schuljahres 1997/98 wurde die Sonderschule „stillgelegt“. Alle Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden seit dieser Zeit integrativ in ihrer Standortschule unterrichtet. „Die Aufgabe, die sich dafür eingestellt hat, ist die der Änderung von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und nicht die ,Behandlung’, also Veränderungen, des so zu unterstützenden Menschen“, sagt Obfrau Katja Rief. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Betroffene auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben zeitweise bzw. dauerhaft zu begleiten und zu unterstützen.
Im Rahmen des nun vorgestellten Projekts fanden im Vorfeld verschiedene Kunst-Workshops statt, an denen die Künstler der nun von ihnen präsentierten Werke teilnahmen.  Mit Hilfe privater Assistenten wurden Werke aus den Bereichen Bildhauerei, Malerei bis zum Kunsthandwerk in vertrauensvoller und individueller Art und Weise umgesetzt. „Besonders bei Gestaltungsprozessen von Menschen mit Lernschwierigkeiten taucht die Frage auf, wie stark angeregt, unterstützt, gelenkt und somit auch fremdbestimmt wird/werden muss und wie sich dies auf den Prozess und das daraus entstehende Ergebnis auswirkt“, so Rief. Offensichtlich sehr positiv, denn die vorgestellten über 100 Bilder, 20 Yton-Plastiken und 10 Schnitzereien geben einen erstaunlichen Querschnitt des Potenzials, das in diesen Menschen steckt.  Die Ausstellung in der  AK Reutte ist bis 27. Oktober 2017 zu den üblichen Bürostunden zu besichtigen.

Von Uwe Claus