Mit Donnerfahrt zum Weltcup-Gesamtsieg

Thomas Kammerlander kürte sich beim Weltcup-Finale in Umhausen durch einen Husarenritt, welcher die Konkurrenz pulverisierte, erstmals in seiner Karriere zum Weltcup-Gesamtsieger. RS-Fotos: Unterpirker

Lokalmatador Thomas Kammerlander pulverisierte die Konkurrenz

Endlich geschafft! Thomas Kammerlander kürte sich beim Weltcup-Finale in Umhausen erstmals in seiner Karriere zum Weltcup-Gesamtsieger und erfüllte sich somit einen Traum. Vor allem im zweiten Durchgang nagelte der Ötztaler einen Lauf in die eisige Grantau, dass der Nadelwald nur so rauschte. Und manchem Gegner und Zuschauer der Mund vor lauter Staunen nicht mehr zuging. Aber nicht nur aufgrund dessen könnte es nun eine größere Wachablöse im Naturbahnrodeln geben.

von Albert Unterpirker

0,42 Sekunden Vorsprung hatte sich Thomas Kammerlander im ersten Lauf herausgefahren. „Das freut mich, aber so etwas kann schnell weg sein“, meinte „Kami“ am späten Samstagnachmittag zur RUNDSCHAU und fügte an: „Der erste Lauf war ganz gut von mir, aber ich war danach nicht restlos zufrieden. Ich weiß aber, wie ich es im zweiten Durchgang angehen muss – und habe Gott sei Dank gute Nerven!“ Jene waren wohl wie Stahlseile, denn der Oberländer nagelte seine Rodel dermaßen brutal die Grantau hinunter, dass er am Ende mit einem sagenhaften Vorsprung von 1,10 Sekunden vor Seriensieger Patrick Pigneter dominierte – und den Gesamtweltcup einheimste. „Gefeiert wird schon“, meinte der Triumphator, aber nach dem Wochenende werde wieder ganz normal zur Tagesordnung übergegangen. Der Jubel kannte bei Kammerlander nach dem Zieleinlauf keine Grenzen mehr, der Ötztaler lief die breite Spalier der Fans ab und ließ sich von der Menge, die völlig aus dem Häuschen war, feiern. Natürlich gehörten auch Freudensprünge dazu.

Flasche leer.

Für Österreich endet damit eine lange Durststrecke, denn zuletzt holte der Tiroler Robert Batkowski im Jahr 2003 den Gesamtweltcup-Sieg. Aus Sicht der Oberländer präsentierte sich auch Fabian Achenrainer ganz stark. Der frischgebackene Junioren-Europameister und Junioren-Gesamtweltcup-Sieger aus Ried platzierte sich mit zwei tollen Fahrten als Zehnter unter der Weltspitze. Indessen beendeten Christoph Regensburger/Dominik Holzknecht im Doppel am vergangenen Wochenende mit einem abschließenden vierten Rang (Anm.: Rang sechs in der Gesamtwertung) ihre Karriere. „Heuer ist es uns leider nicht so aufgegangen“, weiß Holzknecht, „wir hatten die gesamte Saison über Schwierigkeiten.“ Regensburger erklärte: „Flasche leer! Sicher wird uns der Weltcup anfangs fehlen – aber jetzt wollen wir andere Dinge ins Auge fassen.“ Maria Auer aus Umhausen holte abschließend den sechsten und im Gesamtweltcup den achten Platz.

Regensburger/Holzknecht beendeten in Umhausen ihre Karriere.
Noch ein Foto für die RUNDSCHAU – dann auf zum zweiten Lauf: Thomas Kammerlander.
Auch ihm gehört die Zukunft auf der Naturbahnrodel: Fabian Achenrainer.
Gerald Kammerlander jubelt mit seinem Bruder Thomas über den Weltcup-Gesamtsieg.
Eine unvergessliche Flower-Zeremonie für Thomas Kammerlander (Mitte, daneben die beiden Südtiroler Patrick Pigneter und Alex Gruber): Der Ötztaler holte nach 2003 wieder den Gesamtweltcup nach Österreich.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.