„Miteinander für Silz“ ist gespalten

„Schweigeminute“ nach der Erklärung der Vizebürgermeisterin, die für viele überraschend kam. Es folgte ein stufenloser Übergang zur Tagesordnung ohne Befassung mit der vorgetragenen Stellungnahme. RS-Fotos: Bundschuh

Aus sieben mach vier – oder doch nicht?

Nachdem Bürgermeisterstellvertreterin Daniela Holaus ihre Stellungnahme (siehe unten) im eigenen Namen und auch namens GR Christoph Scheiring und GR Brigitte Miedl unter dem Tagesordnungspunkt Berichte verlesen hatte, herrschte Schweigen. „Diese Erklärung und die Vorgehensweise von Daniela Holaus hat mich schon getroffen“, meinte Bürgermeister Helmut Dablander im RUNDSCHAU-Gespräch.

Von Peter Bundschuh

An sich hatte die letzte Sitzung des Silzer Gemeinderates mit keinen besonders spektakulären Tagesordnungspunkten aufzuwarten. Solche braucht es auch gar nicht unbedingt, um beim eher rauen Ton im Silzer Gemeindeparlament noch ein „Schäuferl nachzulegen“. Dann kam die Erklärung der Vizebürgermeisterin, für viele ziemlich überraschend. Was folgte war Schweigen, gefolgt vom stufenlosen Übergang zur Tagesordnung ohne Befassung mit der vorgetragenen Stellungnahme. Die RUNDSCHAU bringt die Kernabsätze zwei, drei und vier im Originalton:

„Dass sich unser Bürgermeister sehr um unser Dorf bemüht und das Beste für Silz will, das wollen wir ihm in keiner Weise absprechen. Leider hat es aber in der Vergangenheit einige Entscheidungen und diverse Vorgangsweisen von seiner Seite gegeben, mit denen wir uns nicht identifizieren können und die unser Vertrauen in die gemeinsame Arbeit erschüttert haben.

Wir, als Mitglieder unserer gemeinsamen Liste, spüren leider schon seit langem kein Miteinander intern mehr und wollen uns für diverse Alleingänge und Entscheidungen nicht mehr benützen lassen. Darum haben wir entschieden, künftig unseren eigenen Weg zu gehen und als eigenständiger Teil des Gemeinderates – der ja oberstes Gremium der Gemeinde ist – weiterzuarbeiten.

Entscheidungen unseres Bürgermeisters werden künftig nicht mehr von uns als Listenmitglieder mitverantwortet, außer wir haben sie im Gemeinderat mitbeschlossen.“

Wo es hapert?

Daniela Holaus: „Da kann ich ein konkretes Beispiel nennen. Der Wortlaut des Protokolls der vorvergangenen Gemeinderatssitzung gab unserer Meinung nach punktuell nicht den Inhalt der gefassten Beschlüsse wieder. Die Genehmigung des letztlich vorgelegten Schriftsatzes wurde nach meinem Dafürhalten „durchgedrückt“. Abgesehen vom Bürgermeister und zwei Unterschriften von Mandataren der Liste „Team Wolfgang Hirn“ gab es keine Zustimmung zur Niederschrift.“

Bürgermeister Helmut Dablander meinte gegenüber der RUNDSCHAU: „Ich war von dieser Erklärung völlig überrascht. Dass es innerhalb unserer Liste ,Miteinander für Silz‘ Bedarf nach einer gründlichen Aussprache gibt, ist mir durchaus klar. Da hätte man beispielsweise an eine Listen-Klausur denken können. Ich bin mir nicht sicher, wie das jetzt weitergeht, diese Trennung ist nicht in meinem Sinne. Ich arbeite mit großem Engagement für unsere Gemeinde, für perfekte Gemeinderatsarbeit bin ich vielleicht auch noch zu kurz im Amt, dass der diesbezügliche Informationsfluss meinerseits verbessert werden könnte, räume ich durchaus ein.“

Heiß gekocht…

Oha, klingt nach recht viel zerbrochenem Porzellan, eine Gefährdung der konstruktiven Gemeinderatsarbeit dürfte aber nicht zu befürchten sein, wenn „Revoluzzerin“ Holaus der RUNDSCHAU bestätigt: „Wir drei sind keine Verweigerer, aber so ein Wink mit dem Zaunpfahl war notwendig. Letztlich wollen wir eine aufrechte und gute Zusammenarbeit für unsere Gemeinde.“ Seitens des Verfassers sei angemerkt, dass aus dem derzeitigen „Miteinander für Silz“-Konflikt schon aus rechtlichen Gründen keine neue Liste entstehen kann und auch jegliche Neuwahlspekulationen absolut gegenstandslos erscheinen.

Daniela Holaus, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Silz: „Wir als Mitglieder unserer gemeinsamen Liste spüren leider schon seit langem kein Miteinander intern mehr und wollen uns für diverse Alleingänge und Entscheidungen nicht mehr benützen lassen.“
Helmut Dablander, Bürgermeister der Gemeinde Silz: „Ich war von dieser Erklärung völlig überrascht. Ich bin mir nicht sicher, wie das jetzt weitergeht, diese Trennung ist nicht in meinem Sinne.“

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