Naturpark des Jahres 2017

Marlene Salchner, Heiner Ginther, Wolfgang Klien und Anette Kestler (v.l.) blickten zurück auf das Jahr 2016 und skizzierten die Ziele für das Jahr 2017 im Naturpark Tiroler Lechtal. RS-Foto: Claus

Ritterschlag für den Naturpark Tiroler Lech

Im Rahmen eines Pressegespräches hatten Geschäftsführerin Anette Kestler und Obmann Heiner Ginther eine ganze Reihe positiver Meldungen betreffend den Naturpark Tiroler Lech auf Lager. Besonders freuten sie sich über die Auszeichnung zum „Naturpark des Jahres 2017“, ein Prädikat, das durch den „Verband der Naturparks Österreichs“ verliehen wird. Der Naturpark Tiroler Lech hatte sich unter neun Bewerbern durchgesetzt. 

„Das kommt einem Ritterschlag gleich“, freute sich Geschäftsführerin Kestler. Dies war jedoch nicht der einzige positive Aspekt, über den sie informierte. Das Naturparkjahr 2016 konnte die positive Entwicklung der letzten Jahre im Naturpark Tiroler Lech fortsetzen. Mit 28.756 Besuchern (2015/26.486)  wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Darin enthalten sind Besucher im Naturhaus Klimmbrücke, bei Wanderungen, Naturparkführungen, Vorträge an verschiedenen Stellen und vieles andere mehr. Viele Projekte und Aktivitäten in den fünf Aufgabenbereichen Erholung, Naturschutz, Regionalentwicklung, Umweltbildung und Forschung wurden 2016 gestartet bzw. umgesetzt und weitergeführt. Dazu gehört unter anderem die neue Besucherlenkung im Frauenschuhgebiet Martinauer Au. „Die hohe Besucherdichte erfordert eine zunehmende Betreuungsintensität“, so Kestler. Der Naturpark Tiroler Lech hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Besucherlenkung für das 2,5 ha große Gebiet mit seinen 6000 Frauenschuhpflanzen zu realisieren. Unter anderem wurde der Eingangsbereich verlegt, Zugangswege wurden befestigt und barrierefrei gestaltet. Bis zur neuen Blütezeit im Frühjahr 2017 sollen die Maßnahmen umgesetzt werden. An weiteren Projekten und Aktivitäten seien unter anderem das Artenschutzprogramm Zwergrohrkolben, die Fremdpflanzenbekämpfung sowie die Erstellung eines Nachschlagewerks der 31 FFH-Lebensräume im Naturpark erwähnt. Wichtig war auch die Umsetzung von Schulprogrammen, daran nahmen rund 2700 Schülerinnen und Schüler teil. Als sehr erfreulich ist die erste Naturparkschule im Naturpark Tiroler Lech in Elmen zu nennen, die sich mit verschiedenen Projekten dazu qualifiziert hatte. „Wir würden uns freuen, wenn weitere Schulen im Lechtal dazukämen“, so Obmann Ginther.
Als sehr erfreulich wurde die Genehmigung eines Life-Projekts im Lechtal durch die Europäische Kommission bewertet. Damit stehen bis 2021 mehr als sechs Millionen Euro für die Flussrevitalisierung im Oberlauf zur Verfügung. 60 Prozent d.h. rund 3,6 Millionen Euro kommen von der EU. „Wir werden diese Mittel dazu nutzen, natürliche Retentionsräume zu schaffen, den Hochwasserschutz am Lech weiter zu verbessern und den Wildfluss für Besucher, Tiere und Pflanzen noch attraktiver zu machen“, so Wolfgang Klien vom Bezirksamt für Wasserwirtschaft.
Ein Blick in die Zukunft machte deutlich, dass noch eine Fülle an Aufgaben auf die Naturpark-Verantwortlichen wartet: die Besucherzählung soll intensiviert werden, Workshops abgehalten und die LehrerInnen-Fortbildung verstärkt werden sowie die Ausstellung „Naturparkmaler am Tiroler Lech“ (12. Mai bis 10. September 2017) im Naturparkhaus Klimmbrücke installiert werden.
Übrigens wird die Auszeichnungsfeier zum „Naturpark des Jahres 2017“ am Freitag, dem 12. Mai, um 19 Uhr im Naturparkhaus mit vielen Ehrengästen wie LH-Stv. Ingrid Felipe und diversen Vertretern des Verbandes der Naturparks Österreich stattfinden.

Von Uwe Claus

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