Neue Imst-Card führt zu höherer Aufenthaltsabgabe

Imst Tourismus-Obmann Hannes Staggl bedankte sich bei den beiden Sportlerinnen Angela Eiter und Katharina Posch (v.l.) mit einem Blumenstrauß. RS-Foto: Dorn

Beschluss bei Imst Tourismus-Vollversammlung mit großer Mehrheit getroffen, Starkenberger Panoramaweg vorgestellt

Die Imst-Card, deren Inhalte gerade verhandelt werden, soll mit einigen Angeboten den Gästen den Aufenthalt in der Region zusätzlich versüßen. Der geplante Verlauf des Starkenberger Panoramawegs sowie die Neupositionierung in Sachen Sponsoring waren weitere Themen bei der Vollversammlung des Imst Tourismus (IT). Daniel Federspiel bedankte sich noch einmal beim Imst Tourismus für die zehnjährige Zusammenarbeit und die Umstellung der Buchungsstrecke von Tiscover auf Feratel wurde angekündigt.

Von Agnes Dorn

Dass mehr Mitglieder als üblich den Weg zur Vollversammlung ins Trofana Tyrol gefunden hatten, erklärt sich laut dem Vorsitzenden des Aufsichtsrat Josef Huber vor allem daraus, dass auch ein zunächst strittiger Punkt auf der Tagesordnung stand: So sollte ursprünglich die Aufenthaltsabgabe um einen Euro auf zwei Euro erhöht werden. Die Ankündigung der hundertprozentigen Steigerung führte aber schon im Vorfeld zu so hoher Kritik, dass der Imst Tourismus beschloss, die Anhebung dann doch in zwei Schritten zu vollziehen. So wird die Imst-Card im nächsten Jahr zwar noch nicht ganz kostendeckend finanziert, die Aufenthaltsabgabe wird dafür kulant zunächst ab 1. Mai um 50 Cent, ab 1. Jänner 2019 dann um weitere 50 Cent erhöht. Die abgeschwächte Erhöhung wurde dann auch mit 541 zu 40 Stimmen eindeutig positiv beschlossen. Die Imst-Card hatte aufgrund der finanziellen Situation letztes Jahr noch zurückgestellt werden müssen, durch den Aufpreis an der Aufenthaltsabgabe wird den Gästen nun aber ein Angebot an Leistungen erbracht werden können, die sich wohl auch finanziell für diese durchaus rechnen werden: Auch wenn die Verhandlungen durch den bisher fehlenden Beschluss durch die Vollversammlung noch nicht abgeschlossen werden konnten, sind die Aussichten auf künftige Zusammenarbeit rosig: Denn zu den bereits fixierten Angeboten werden jene der neuen Leistungsträger hinzukommen, die sich finanziell für den Gast besonders rentieren sollten: Ob bei der Ersparnis des Eintrittsgelds für die Area 47 in der Höhe von 18 Euro, dem Angebot für ein Geocaching, das ansonsten 30 Euro kosten würde oder die Gratiskarte für eine tägliche Fahrt mit den Imster Bergbahnen ab der dritten Nächtigung – die Imst-Card dürfte sich allemal für die Gäste lohnen und die jetzige Chance, den Pensionspreis nun in die Höhe zu bringen, sollten die Touristiker nutzen, empfahl IT-Obmann Hannes Staggl der Vollversammlung und betonte: „Wir haben kein Nächtigungs-, sondern ein Wertschöpfungsproblem.“

Buchen, um länger zu bleiben.

Insgesamt steigen die Nächtigungszahlen zwar an, aber nicht so stark wie die Anzahl der Ankünfte, die mit einem Plus von 8,1 Prozent besonders hoch sind. Die Gäste kommen zwar, aber sie sind nicht gekommen, um zu bleiben, wie die Zahlen zeigen: So blieben beispielsweise 76 Prozent der Gäste in Tarrenz nur für eine Nacht, wie der neue Geschäftsführer Thomas Köhle ausführt, der auf längere Aufenthalte hofft. Was man in einem Tag sicher nicht erledigen wird können, ist zum Beispiel die Wanderung am zukünftigen Starkenberger Panoramaweg, dessen Bau bereits begonnen hat und der bereits zur nächsten Vollversammlung fertig sein soll. 52 Kilometer lang ist die geplante Strecke vom Fernpass bis zum Schloss Landeck und windet sich auf Höhenlagen zwischen 800 und 1200 Meter Seehöhe in vier bis fünf Tagesetappen durch das Oberland. Die insgesamt sieben Abschnitte werden zu 50 Prozent durch eine Landesförderung finanziert werden und sollen zur touristischen Belebung der Region beitragen. Auch buchungsmäßig tut sich gerade einiges beim Tourismusverband: Die bisherige Zusammenarbeit mit der Online-Plattform Tiscover läuft aus und wird nicht verlängert. Die künftigen Buchungen über Feratel werden mit drei Prozent anstelle der bisherigen zwölf Prozent Spesen wesentlich günstiger für die Beherbergungsbetriebe ausfallen. Einweisungen in die neue Buchungsstrecke durch den Imst Tourismus sind bereits in die Wege geleitet. Generell soll das Serviceangebot durch den Tourismusverband stärker forciert werden, verspricht Köhle: So wird man sich beispielsweise auch über die neue Pauschalreisenrichtlinie, die ab 1. Juli 2018 schlagend wird, beim TVB-Büro in Imst beraten lassen können. Neuigkeiten gab es heuer auch bei der Ausrichtung des Sponsorings, das weg vom Einzelkopfsponsoring hin zu einem reduzierten Sockelbetrag gehen wird. Dass die Beendigung des zehnjährigen Sponsoringvertrags mit Daniel Federspiel zu einer starken Empörung in den sozialen Medien geführt hatte, bedauerte indes der Sportler selbst und bedankte sich vor der Vollversammlung noch einmal für die langjährige Zusammenarbeit: „Der Imst-Tourismus war mein längster und treuester Sponsor und ist auch hinter mir gestanden, wenn es nicht so gut gelaufen ist.“

Mit großer Mehrheit stimmte die Vollversammlung für die schrittweise Erhöhung der Aufenthaltsabgabe. RS-Fotos: Dorn
Für die negativen Kommentare seiner Facebook-Freunde gegen den Imst Tourismus entschuldigte sich Mountainbiker Daniel Federspiel.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.