Neuer Schwung

Einige Vorstandsmitglieder des Vereins „Bergwerk Platzertal“ – vorne: Reinhard Waldhart, Elisabeth Sturm und Alexandra Weinhuber; hinten: Christian Sturm, Helmut Kern, Bernhard Achenrainer und Christian Mayr (v. l.) RS-Foto: Tiefenbacher

Verein „Bergwerk Platzertal“ kann neue Pläne realisieren

 

Der Verein „Bergwerk Platzertal“ lud vergangenen Donnerstag zur Jahreshauptversammlung in den Tösner Gemeinderatssaal. Neben den Berichten standen Neuwahlen auf der Tagesordnung.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Die gute Besucherzahl zeigte, dass die Mitglieder dem Vereinsziel, nämlich der Erhaltung der zum Teil schon sehr stark verfallen denkmalgeschützten Bergwerksanlage im Platzer- und im Bergletal in den Gemeindegebieten von Pfunds und Tösens, großes Interesse entgegenbringen. Hauptsächlich wurden dort Blei-, Zink- und Kupfererze abgebaut. Der Bergbau geht auf das 15. Jahrhundert zurück. 1610 musste er wegen des Vorrückens des Bergler Ferners eingestellt werden. Das Bergwerk im Platzertal zählt zu den höchstgelegenen Europas.

 

ERSTE ETAPPE. Eine erste Etappe, nämlich die Sanierung der Seilbahnstation auf 2500 Meter, ist bereits abgeschlossen. Das Projekt kostete 158.000 Euro. Es ist ein EU-gefördertes Leader-Projekt und wurde von der Kulturabteilung des Landes kofinanziert sowie von Bund, Denkmalamt und Verein „regioL“ unterstützt, wie Obmann Christian Sturm berichtete. Das Interesse der Anwesenden bei der Jahreshauptversammlung steigerte sich, als Sturm in seinem Bericht darüber informierte, dass nun überraschenderweise in einer zweiten Etappe die Sanierung der vier Berghäuser in Angriff genommen werden könne. Sturm: „Siehe da. Nach zwei Jahren Stillstand ist 2017 neuer Schwung in die Sache gekommen.“ Den Ausschlag dafür gab die Willenserklärung der beiden Gemeinden Pfunds und Tösens. Diese äußerten sich dahingehend, dass sie hinter der Idee des Bergwerks-Vereines stehen würden – und diese ist: die historische Bergwerksanlage für die Nachwelt zu erhalten und touristisch zu nutzen. „Aufgrund dessen hat die Kulturabteilung des Landes Tirol für das Berghäuser-Projekt eine Sonderförderung zugesagt“, teilte Obmann Sturm mit und führte dazu weiter aus, dass die Gesamtfinanzierung des Vorhabens zu 99 Prozent gesichert sei.

 

KOSTEN DER ZWEITEN ETAPPE. Die Kosten belaufen sich auf 342.236 Euro. 136.632 Euro erhält der Verein aus der Leader-Förderung. 45.604 Euro steuert das Bundesdenkmalamt bei. Die Sonderförderung der Kulturabteilung des Landes Tirol beträgt 82.000 Euro. Die beiden Gemeinden Pfunds und Tösens schießen insgesamt 18.000 Euro zu. Der Tourismusverband unterstreicht sein Interesse an der Sache mit einem finanziellen Beitrag in Höhe von 60.000 Euro. Der Bau-start ist für 19. Juni geplant. Der Umsetzungszeitraum soll drei Jahren betragen. „Die alte Bausubstanz der vier Berghäuser wird so hergerichtet, dass man erkennen kann, um was für historische Schmuckstücke es sich hier handelt“, erklärte Baumeister Christoph Gigele.

 

NEUWAHLEN. Bei den Neuwahlen wurde das Führungsduo Obmann Christian Sturm und Stellvertreter Christian Mayr einstimmig wiedergewählt. Reinhard Waldhart wurde das Amt des Schriftführers anvertraut, ihm zur Seite steht Elisabeth Sturm. Die Funktion der Kassierin übt Alexandra Weinhuber aus, ihr Stellvertreter ist Markus Regensburger. Zu Kassaprüfern wurden Erwin Mark und Anton Jenewein bestellt. Den Vorstand komplettieren: Bernhard Achenrainer (Bürgermeister Tösens), Rupert Schuchter (Bürgermeister Pfunds), Anton Monz (TVB Pfunds) und Helmut Kern (Österreichische Bundesforste-Revierleiter).

In einer ersten Etappe wurde die Seilbahnstation des Bergwerks Platzertal saniert. RS-Foto: Tiefenbacher
In einer zweiten Etappe soll nun die Sanierung der vier Berghäuser in Angriff genommen werden. RS-Foto: Tiefenbacher

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