ÖVP voran, starkes und eindeutiges Ergebnis für die FPÖ

Sebastian Kurz, im Bild mit RUNDSCHAU-Herausgeber Kurt Egger und LH Günther Platter, forderte bereits vor zwei Jahren bei einem Diskussionsforum in der Thöni Sky Lounge eine Veränderung in der Innen- und Außenpolitik. RS-Foto: Schnöll

Bezirk Reutte stimmte mit „Ja” für Olympia 2026

Wahl und Volksabstimmung sind geschlagen. Die vorläufigen Ergebnisse stehen fest. Bis Donnerstag heißt es noch warten, bis auch die Vorzugsstimmen und Wahlkarten ausgezählt sind.

Im Bezirk Reutte waren, bis auf wenige Ausnahmen, die Stimmen um 17 Uhr bereits ausgezählt. Ein eindeutiger Trend war zu erkennen – Türkis (das ehemalige Schwarz)– konnte im westlichsten Tiroler Bezirk Position eins behaupten.
ÖVP-Bezirksgeschäftsführer Klaus Schimana zeigte sich in einer ersten Stellungnahme gegenüber der RUNDSCHAU sehr erfreut über das Ergebnis. „Es ist einfach super, nicht nur auf Bezirksebene, auch auf Landes- und Bundesebene, haben wir eindrucksvoll gezeigt, dass unser Weg der richtige ist. Der Trend im Bezirk ist eindeutig, wobei wir schon akzeptieren müssen, dass auch die FPÖ einen besonders starken Zuspruch erhalten hat.“ Für Schimana machten sich vor allem die gute Vorgabe seitens des  Bundes und die gute Zusammenarbeit auf Bezirksebene bemerkbar. „Es ist schön, seit vielen Jahren wieder die Nummer Eins zu sein. Das ist ein wichtiges und positives Zeichen, auch im Hinblick auf die Landtagswahlen am 25. Februar 2018“, blickt Klaus Schimana sehr motiviert und optimistisch in die Zukunft.
Bei der FPÖ war der Jubel kaum zu bremsen. Die Blauen konnten in allen 37 Gemeinden des Bezirkes Reutte einen Zugewinn verzeichnen. In Weißenbach kam die FPÖ mit 33,45%  der ÖVP (34,97%) besonders nahe. Fabian Walch, FPÖ-Bezirksparteiobmann in Reutte und Landespar-teisekretär, ließ seiner Freude freien Lauf. „Es ist ein fabelhafte Erfolg für unsere Partei. Der Bundestrend hat auf uns sehr positiv ausgestrahlt. Die Menschen vertrauen unseren Ansätzen. Wir stehen für Geradlinigkeit und Ehrlichkeit. Ich habe mich mit ganzer Kraft und Seele für unsere Sache eingesetzt. Dass wir jetzt wieder eine Bezirksgruppe in Reutte haben, hilft uns ungemein, unsere Themen zu transportieren. Wir sind präsent, wir sind am Menschen. Das hat dieses Wahlergebnis gezeigt.  Dass wir in allen Gemeinden ein Plus erreichen konnten, verdeutlicht, dass der Zuspruch für die FPÖ flächendeckend ist.“ Auch Fabian Walch geht mit einer sehr positiven und optimistischen Einstellung der Landtagswahl entgegen. „Wir ruhen uns nicht aus. Wir bündeln unsere Kräfte und sind überzeugt, dass wir auch bei den Landtagswahlen im Februar 2018 wieder Grund zum Jubeln haben.“
Keinen Grund zur Freude hatten die Grünen. Bezirksgruppensprecherin Barbara Brejla bezeichnet das Ergebnis schlicht als sehr unerfreulich. „Ich bin geknickt. Es ist sehr schade, dass grüne Themen kein Thema mehr sind. Klimaschutz, Umweltschutz und Frauenbelange interssierten die Leute offensichtlich nicht mehr. Peter Pilz hat mit seiner Aufdeckungsarbeit natürlich auch geschadet, das ist allerdings nicht hauptursächlich das Problem. Mit dem Ausscheiden von Eva Glawischnig gab es innerhalb der Partei Umwälzungen. Möglicherweise hat auch das das Vertrauen der Wähler geschwächt.“ Brejla erklärt weiter: Am Montag wird der Landesvorstand tagen. Unsere Arbeit geht weiter.“ Für Barbara Brejla ist die Arbeit für die Grüne Partei ein Herzensanliegen. Es sind persönliche Themen, die weiter angesprochen und aufgezeigt gehören. „Ich habe große Bedenken, dass vor allem Frauen jetzt durch den Rost fallen. Aber, die Wähler haben entschieden. Das akzeptieren wir – wenn auch mit großen Bedenken.“
Erfreuliche Ergebnisse gab es nicht nur auf der Seite der großen Parteien, auch die Neos und die Liste Pilz schnitten im Außerfern nicht schlecht ab. Pink hat Grün überholt und konnte die Reihung von 2013 umkehren.
Die SPÖ hat sich einigermaßen gut über die Ziellinie gerettet und kam im Außerfern auf Platz drei nach dem vorläufigen Ergebnis. Im Bezirkshauptort Reutte verteidigt die SPÖ die zweite Position. Seit der Wahl 2013 wurde schon viel rote Aufbauarbeit geleistet. Die Bezirksstelle ist neu aufgestellt und wird weiter an einer verbesserten Etablierung der SPÖ arbeiten.
Zwar inoffiziell, jedoch aus gut  informierten Kreisen heißt es, dass der Oberländer VP-Kandidat Dominik  Schrott rund 4600 Vorzugsstimmen erzielen konnte und somit voraussichtlich in den Nationalrat einziehen wird. Mehr dazu lesen Sie in  der nächsten Ausgabe der RUNDSCHAU.

Reutte stimmte knapp für Olympia. Wenn es nach dem Bezirk Reutte ginge, dann würde sich Innsbruck/Tirol  um die Olympischen Winterspiele 2026 bewerben. In Tirol überwiegen die Nein-Stimmen. Es wird keine Kanditatur geben. Im Außerfern stimmten vor allem die touristisch geprägten Gemeinden und die Kleingemeinden, mit Ja. Die großen Gemeinden mit einer anderen wirtschaftlichen Prägung – hier liegt das Schwergewicht auf Industrie und Gewerbe – stimmten mehrheitlich mit nein. LH Günther Platter zeigte sich enttäuscht, wird das Ergebnis aber akzeptieren.