Opening backstage

Verantwortlich für die Organisation von Gletscher-Transporten, Verkehr, Elektrotechnik, Postplatz und Presseshuttle hinter den Kulissen des Weltcup-Openings in Sölden: Andre Arnold, Helmut Kuprian, Helmut Falkner, Markus Kneisl und Tino Schwarz (v.l.). RS-Fotos: Bundschuh

Weltcupauftakt in Sölden: Was läuft hinter den Kulissen?

Das magische Datum der Großveranstaltung rückt näher, es wird fieberhaft gearbeitet. Aber was konkret muss wann organisiert werden, damit „nicht allen das Licht ausgeht“? Die RUNDSCHAU hat einige der Verantwortlichen zum Gespräch getroffen.

Von Friederike Bundschuh

In den vergangenen Jahren wurde mehrfach in der RUNDSCHAU über die Vorbereitungen zum Weltcupauftakt berichtet. Dabei ging es unter anderem um die Pistenvorbereitung für die Rennen, die ärztliche Versorgung der Athleten, den Hilfseinsatz des Bundesheeres oder die kulinarische Versorgung von tausenden Besuchern am Gletscher. Dieses Mal stehen der Verkehr samt Shuttle-Audis, die Stromversorgung im Tal und am Gletscher, die Organisation der Infrastruktur am Postplatz, Sicherheitsfragen und der Funkverkehr im Fokus. Auftakt zu den Sitzungen war bereits im Juni auf Basis der Schlussbesprechungen des Vorjahres, um notwendige Verbesserungen umsetzen zu können. Einig sind sich alle: „Ein großer Vorteil ist, dass seit rund 20 Jahren die gleiche Mannschaft eingesetzt wird, da braucht‘s nicht viel Worte, das geht alles Hand in Hand. Und ganz wichtig: Das Verhältnis zu den Behörden ist super, es ist ein absolutes Miteinander, kein Gegeneinander!“

Alles rollt.

Zuständig für den reibungslosen Transport ist Helmut Kuprian, seit 1993 mit an Bord der Veranstaltungsorganisation. 51 Busse am Samstag und 61 am Sonntag stehen im Einsatz, trotzdem sind rund 2500 Pkw oben am Gletscher, Fanbusse und Presseshuttles nicht eingerechnet. „Dienstbeginn für die rund 100 Mann starke Mannschaft ist 5.30 Uhr, ein Teil des Teams ist um 6 Uhr am Gletscher oben und bereitet alles vor, im Tal werden die Terminals Giggijoch- und Gaislachkogelbahn – das sind gleichzeitig auch die Verkaufsstellen – und die Haltestelle bei der Sparkasse versorgt. Und einige Mitarbeiter sind auf der Strecke zum Beispiel für die Verkehrszählung unterwegs. Heuer sind weniger Haltestellen, dadurch sollen weniger Staus entstehen, die Rotationszeiten sind verkürzt und außerdem kann besser für die Sicherheit gesorgt werden.“ Und wenn das Wetter umschlägt? „Dann braucht‘s noch mehr Shuttlebusse. Wenn Schneeketten notwendig werden, richtet die Polizei eine eigene Spur ein.“ Und bei einem Unfall? „In so einem Fall bekommen wir sofort die Information, wo was passiert ist und geben das an die Leitstelle weiter. Und dann startet die normale Rettungskette mit Notarzt, Hubschrauber und allem, was es eben braucht. Aber ganz unabhängig von den Rettungskräften am Gletscher, das läuft alles parallel.“ Tino Schwarz leitet den Einsatz der Presseshuttles. „Am Dienstag vor der Veranstaltung werden zwölf Pkw geliefert, die von 6.30 Uhr bis 19 Uhr im Einsatz stehen. Wir sind permanent im Funkkontakt mit den Fahrern, die Probleme auf der Strecke sofort melden. Besondere Voraussetzungen an die Fahrer werden nicht gestellt, ganz wichtig ist natürlich die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung.“

Es werde Licht.

Dafür sorgt die Firma Falkner und Riml mit rund 18 Mitarbeitern. Helmut Falkner kümmert sich federführend um die Elektrotechnik, Elektronik, Lichtwellenleiternetze (LWL) für die digitale Datenübertragung am Gletscher, Postplatz und in der Freizeitarena, speziell im Pressezentrum. Dazu gehört auch die Gastronomie rund um die Veranstaltung, die Musikanlagen oder die Einrichtungen für die Interviews. Ausdrücklich nicht in den Zuständigkeitsbereich fällt die Verkabelung am Hang, auf der Strecke für Lautsprecher, etc. „Dafür werden allein zehn Kilometer Kabel verlegt, zwölf Verteiler installiert, 54 Fernseher, sechs Anlagen aufgestellt – aber viel weniger als früher, 1994 haben wir 40 bis 50 Kilometer Kabel verlegen müssen“, wie er zur RUNDSCHAU meint. „Während der Veranstaltung stehen neun bis zehn Personen im Dauereinsatz, Radio- und Fernsehmechaniker, EDV-Spezialisten, Elektriker und ein Mitarbeiter speziell für die Küchen, denn wenn‘s dunkel wird – das ist nicht gut. Aber wir trennen Ton und Licht komplett und es ist alles doppelt abgesichert, Notstromaggregate sind nicht mehr notwendig, nicht zuletzt dank der super Versorgung durch die Bergbahnen. Früher haben wir mit Eiswürfel den Hauptschalter gekühlt, da hat sich sehr viel geändert. Heute fährt der Übertragungswagen hinauf, dockt an und los geht‘s – das ist schon etwas Besonderes.“

Im Warmen hier und dort.

Markus Kneisl organisiert alles rund um den Postplatz mit der Kronebühne. Ski- und Radlclub sorgen für die Kulinarik im Zelt mit einer Größe von 20 mal 10 Metern und Holzboden. „Es gibt auch eine Heizung, das ist wichtig, denn wenn es schneit, müssen wir heizen können, damit der Schnee abrinnt, sonst wird es zu schwer. Für die Sicherheit sorgen 15 Mann der Bergwacht Oetz, in der Nacht ab 23 Uhr übernimmt eine Securityfirma, die auch am Gletscher zuständig ist. Diese Beamten haben dann auch Hunde mit, denn ein Hund ersetzt drei!“ Und Andre Arnold ergänzt: „Sicherheit wird großgeschrieben, es gibt natürlich auch Rucksackkontrollen und Polizeipatrouillen helfen viel.“

Gletscher-Transporte.

Einer von vielen Zuständigkeitsbereichen Andre Arnolds: „Zum Gletscher braucht es rund fünf Lkw-Lieferungen für Zäune, Stangen, Absicherungen, Banner und Startzelt. Dann einen kleineren Lkw für die Beschallung, einen großen Truck für die Videowall und acht Transporter für die Fernsehübertragungen. Die Zeltfirma Mair arbeitet zehn Tage durch für den Aufbau der Zelte mit Teppichen und Bierbänken. Der Abbau braucht dann natürlich auch wieder zehn Tage.“ Das alles aber ohne Lebensmittel und sonstigem Notwendigen für ein Event mit tausenden Besuchern.

Acht Kanäle.

Draußen für Motorradfahrer vertrautes Knattern, Alex Schöpf kommt etwas später. Er managt zusammen mit Johann Auer rund 140 Funkgeräte mit je acht Kanälen. Diese werden von einer Schweizer Firma angemietet und am Donnerstag geliefert. Dann Akkus anhängen, Ausgabe der Geräte Freitagfrüh samt Ersatzakkus, abends einsammeln, laden, neuerliche Ausgabe. Zwei Mann der Lieferfirma stehen permanent im Einsatz während der Veranstaltung.

Hut ab.

Für den Besucher, der spannende Tage bei den ersten Weltcuprennen der Saison verbringt, im Grunde nicht vorstellbar, was alles auf die Beine gestellt werden muss, damit alle bestens versorgt und happy auf beinahe 3000 Metern Seehöhe unbeschwert feiern können. Eine tolle Leistung des Organisationsteams, die RUNDSCHAU gratuliert und wünscht einen guten Verlauf für die Veranstaltung.

Damit die Sicherheit beim Weltcuprennen am Gletscher und am Postplatz für das Publikum größtmöglich gegeben ist, werden jedes Jahr Sicherheitsbesprechungen abgehalten. Neben den Organisatoren aus Sölden sind auch Vertreter der Polizei, BH Imst, ATLR-Luftfahrt und von zwei Security-Firmen anwesend. Foto: Arnold
Alex Schöpf (im Bild) ist gemeinsam mit Johann Auer verantwortlich für die 140 Funkgeräte mit je acht Kanälen, die von einer Schweizer Firma für das Opening angemietet werden.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.