Othmar Walser – Pitztaler Vollbluttouristiker

Mit jeder Menge Engagement füllt Othmar Walser, Hotelier und Obmann-Stv. des TVB Pitztal, den Eventkalender Pitztal. RS-Foto: Zumtobel

Zum Thema 25 Jahre Pitztaler Schneefest und „Firn, Wein und Genuss“

Der Pitztaler Eventkalender ist prall gefüllt mit einzigartigen Veranstaltungen inmitten der bezaubernden Bergkulisse – am Dach Tirols. Grund zu feiern gibt’s genug: Bald steht nämlich das 25-jährige Jubiläum des Pitztaler Schneefestes an und das Event rund um „Firn, Wein und Genuss“ geht ebenso in die nächste Runde. Lässt man die vergangenen Jahre Revue passieren, erinnert man sich sofort an die vielen Highlights. Doch worauf es in der Organisation wirklich ankommt, warum Genuss eine große Rolle im Leben spielt und was genau die Events im Pitztal so besonders und einzigartig macht, verrät Othmar Walser, Hotelier und Obmann-Stv. des TVB Pitztal, in einem Gespräch mit der RUNDSCHAU.

von Janine Zumtobel

RUNDSCHAU: Welche Position nehmen Sie im Zusammenhang mit den anstehenden Events im Pitztal ein? In welchem Bereich sind Sie selbst tätig?

Othmar Walser: Nun ja, beim Schneefest zähle ich, vom Hotel Vier Jahreszeiten, zu den Hauptorganisatoren, gemeinsam mit den anderen Wirtsleuten von Mandarfen stehen wir konsequent seit 25 Jahren hinter diesem Event. Unsere Aufgaben liegen nicht nur im Sponsoring – wir reden mit den Vereinen und gestalten das Rahmenprogramm inklusive Auswahl der Musikgruppen, Verpflegung bis hin zum Outfit. Wichtig ist uns auf jeden Fall der Stil, immerhin ist das Schneefest nicht nur als normales Zeltfest abzutun. Kurzgesagt: Wir arbeiten als Team zusammen und schauen, dass das Fest eine runde Sache ist. Bei der Firn, Wein und Genuss Veranstaltung zählt unser Hotel zu den Mitgliedsbetrieben.

 

RS: Stichwort: Schneefest. Wie kam es eigentlich dazu? Wer waren die Initiatoren und was steckt dahinter? Wo liegt der Ursprung und wie waren die ersten Anfänge?

Walser: Der Ursprung lag in dem Gedanken, dass wir – die Mandarfner Wirtsleute – gemeinsam etwas starten. In den Anfängen handelte es sich um eine kleinere Open-Air Veranstaltung. In den darauffolgenden Jahren baute sich das Prinzip immer mehr aus. Man wollte wetterunabhängig werden, deshalb schaffte man ein Zelt an, bis wir step-by-step immer größer wurden. Steigerungen erfuhren wir unter anderem durch Musikgruppen wie etwa Helene Fischer, Claudia Jung, Hansi Hinterseer usw. Dahinter steckt eigentlich, dass es sich nicht zuletzt um ein soziales Fest handelt, quasi eine Benefizveranstaltung. Allerdings bleibt der freie Eintritt bestehen. Der Reinerlös dieser Privatorganisation geht nämlich an einen guten Zweck, an Vereine wie Bergrettung, Feuerwehren, Sozialsprengel, Musikkapellen oder Schützenkompanie. Die eine Seite des Events ist also diese soziale Ader und auf der anderen Seite steht natürlich das Marketing sowie die Werbung, was natürlich wichtig für die Eventgeschichte ist, da diese einfach ins Pitztal locken.

 

RS: Wann findet das Event statt? Wie läuft die Zusammenarbeit?

Walser: Dem Fixtermin des Ostermontags bleiben wir natürlich treu. Wenn man eine Marke aufgebaut hat, sollte man diese nicht verändern und dies hat bisher immer gut funktioniert. Der Zuspruch der BesucherInnen, EinwohnerInnen und Gäste ist sehr groß. Man weiß heute mehr denn je, wie schwierig es ist, eine Veranstaltung zu organisieren, doch mit motivierten Leuten bilden wir ein gutes Team beziehungsweise eine große Familie. Auch die nachfolgende Jugend integriert sich zunehmend in diesem Bereich, das heißt, es gibt weiterhin Fortbestand. Der Kern der Mandarfner Wirtsleute haben g’scheid zusammengeholfen und zusammengearbeitet. Wie immer braucht es Menschen, die Akzente setzen und vorausmarschieren.

 

RS: Läuft ja alles gut: Welche Entwicklungen konnten bisher beobachtet werden? Hat es vielleicht sogar Veränderungen gegeben?

Walser: Also ein wichtiger Faktor liegt zunehmend im Ausbau des Kinder- und Jugendprogramms, dementsprechend hat man dies auch dieses Jahr forciert. Zudem wird von Jahr zur Jahr in die Qualität investiert, egal ob im Getränke oder im Süßspeisenbereich sowie in die Musikumrahmung: Dieses Jahr sind erstmalig die „Sumpfkröten“ dabei, welche bereits beim bekannten Oktoberfest oder Gauderfest gute Stimmung verbreiten konnten. Außerdem wurden im Laufe der Jahre immer mehr die örtlichen Musikkapellen eingeschalten. Durch den zukünftigen Zusammenschluss Ötztal – Pitztal wird dieses Jahr erstmalig auch die Söldner Musikkapelle anwesend sein, um eine talübergreifende Veranstaltung zu fördern. Deshalb ist der Beginn der Veranstaltung dieses Jahr bereits auf 11 Uhr angesetzt.

 

RS: Was wird eigentlich beim Schneefest gefeiert? Was kann dieses Event bieten und warum sollte man es nicht verpassen?

Walser: Es geht so ziemlich um das „Winterfinale“ – egal ob Talabfahrt, Taschach, Wildspitz oder am Rifflsee – anschließend kommt man ins Zelt, um eine knusprige Henne und „a guat’s Bier oder an Wein“ zu genießen. Das umfangreiche Musik- und Rahmenprogramm hält die Leute von Mittag bis Mitternacht auf Trab. Das Bussystem bringt sie sicher hin und wieder retour. Der Erfolg der letzten 24 Jahre spricht für sich: einen Ausflug in die herrliche Bergarena zu machen, um diese Feste zu feiern und gleichzeitig die soziale Unterstützung im Hinterkopf zu behalten.

 

RS: Was passiert mit den Einnahmen? Wer sind die Mitwirkenden?

Walser: Nur um so viel zu verraten: Die Vereine sind sehr zufrieden und es wurde stets viel Geld eingenommen und wir hoffen, dass dies – trotz freiem Eintritt – so bleibt. Es gibt viele mitwirkende Vereine, denen wir sehr viel zu verdanken haben. Es ist nicht zuletzt ein großes Familienfest.

 

RS: Das 25 Jahre Jubiläum steht nun bevor: Wenn man die vergangenen Jahre nun Revue passieren lässt, was fällt Ihnen dazu ein? Was sind sozusagen die Highlights?

Walser: Die Highlights der letzten Jahre sind auf jeden Fall die Anwesenheit der lokalen Sportgrößen im Tal wie etwa Benni Raich, Marlies Schild, Mario Stecher, Wolfgang Linger, Heidi Neururer und viele JugendsportlerInnen, um einige davon aufzuzählen. Ebenso angesehene Persönlichkeiten der Bereiche Wirtschaft, Kultur und Politik sind stets mit dabei sowie VertreterInnen der zahlreichen Sponsoren. Zudem füllen die Musikgruppen das Zelt stets mit guter Stimmung. Schließlich fasst das Zelt 2000 Leute und es ist schon ein riesiger Aufwand für einen Tag, jedoch steht dabei vor allem die Kameradschaft im Vordergrund. Das Schneefest ist seit jeher eine absolut „gesellige Geschichte“. Dieses Jahr wird erstmalig eine Diashow zu den vergangenen Jahren gezeigt, um dem Ganzen noch einen nostalgischen Touch zu verleihen. Mit dabei sind die Musikkapellen Zaunhof sowie St. Leonhard und erstmalig auch Sölden, die „Alpenrowdies“, „Sumpfkröten“ und natürlich die altbewährten „Torpedos New Generation“.

 

RS: Genuss wird im Pitztal durchaus großgeschrieben: Was hat es mit dem Firn und Wein auf sich? Was ist das für eine Veranstaltung und vor allem, was ist das Besondere daran? Was wird den BesucherInnen an diesen Tagen aufgetischt?

Walser: Etwa eine Woche nach dem Schneefest findet am Freitag, dem 21. April, die sogenannte „Firn, Wein und Genuss“-Veranstaltung statt und somit die höchste Weinverkostung Österreichs im „Cafe 3.440m“, gefolgt von der Gala-Nacht, bei der die raffinierten Köche der vier Mitgliedsbetriebe ein Menü der Sonderklasse zubereiten werden, regionale sowie internationale Speisen. Nicht zu vergessen ist auch der Weinmarkt, bei dem 12-13 hochkarätige Winzer ins Tal kommen, doch auch Brände und Champagner werden präsentiert. Schließlich gehört Wein zum Genuss-Leben dazu und die Leute sollten dieses Angebot dementsprechend nutzen. Im Vordergrund stehen hierbei auch wieder die teilnehmenden Betriebe, die sich fleißig dahinterklemmen, darunter sind eben das Hotel Vier Jahreszeiten, Hotel Wildspitz, Hotel Mittagskogel und das Pitz-Hotel/Berghotel Seppl. Die Veranstaltung ist bereits seit mehreren Jahren ein Fixtermin im Pitztaler Eventkalender. Tickets sollte man sich unbedingt vorher sichern!

 

RS: Wenn man so viele Jahre dermaßen engagiert an die Sache geht – gibt es da noch Wünsche für die Zukunft des Schneefestes? Und um es ganz allgemein zu formulieren: Was zeichnet die Events im Pitztal aus?

Walser: Ein Wunsch an sich selber ist es, die Kraft und das Engagement aufzubringen. Wichtig ist allemal, dass der Tourismus als Standbein abgesichert werden soll und muss – wir leben vom Tourismus und deshalb braucht es Leute, die Events machen. Egal ob Einheimische oder Gäste: Die Veranstaltungen hier finden immer mehr Zuspruch und das Wachstum der Events ist ebenfalls zu erkennen. Events sind wichtig, nicht zuletzt ein essentielles Instrument des Marketings in unserem Pitztal am „Dach Tirols“, welches international bekannt ist und hoffentlich noch viel erreichen wird. Zukünftig wird man vielleicht auch im Zusammenschluss Ötztal-Pitztal viel Neues entwickeln – und eventuell ist bereits das ein oder andere Event in Planung…