Parteipolitische Reservate

Liebe FreundInnen spektakulärer Politreformen!

Wie wir wissen, können die Parteien nicht miteinander. Schwarz nicht mit Rot. Grün nicht mit Blau. Und auch andere Farbmischungen schlagen sich. Selbst Neonfarbene oder Orange versprechen kein koalitionäres Rosarot. Also muss sich was ändern. Dramatisch. Grundlegend. Und revolutionär! – Ich hätte da eine bahnbrechende Idee. Bei künftigen Wahlen werden nach dem Volksentscheid je nach Stimmenanteil den Parteien und deren WählerInnen Grundflächen zugeteilt. Wie einst bei den Reservaten für Indianer. Konkret hieße das aktuell für Tirol: die ÖVP bekommt 40, die FPÖ zirka 20 und die SPÖ so wie die Grünen jeweils 15 Prozent der Wohnfläche unseres Landes. Weiß- und NichtwählerInnen dürfen optieren. Vorschlagsrecht für die neue Raumordnung hat die größte Fraktion, wer letztlich wo lebt wird bei der ersten Sitzung des Landtages ausgeschnapst. – Die Vorteile dieses Modells liegen auf der Hand. Keiner muss sich mehr vor seiner Haustüre mit Andersdenkenden herumschlagen.

Die Blauen brauchen niemanden mehr der Lüge zu bezichtigen. Weil die Nachbarn ja ohnehin der selben Meinung sind. Die Grünen könnten in die Naturschutzgebiete ziehen, ohne Strom leben und das Wasser ausschließlich zum Trinken verwenden. Die Schwarzen beackern ein Feld nur für Bauern und Wirtschaftstreibende, ein paar treue Beamte dürfen dort Fruchtbringendes verwalten. Die Roten, sollten sie sich weiterhin für die Arbeitnehmer zuständig fühlen, würde ich in der Nachbarschaft der Schwarzen ansiedeln. Was das Pendeln ins Land der Arbeitgeber erleichtert.
Da es auch um das liebe Geld geht, wird das Budget natürlich ebenfalls gerecht verteilt. So werden die Finanzen jeweils ideologisch sortenrein investiert. Dort mehr Birkenstock, da mehr Nadelstreif. Und sonst halt Jogginganzug.

Und das Beste: Die Wahlen sind wieder spannend. Denn man kann Länderanteile gewinnen. Und wer anders wählt, darf übersiedeln!

Meinhard Eiter


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