Planungsverband Pitztal beschließt RWP

Bgm. Walter Schöpf aus Wenns, Bgm. Elmar Haid aus St. Leonhard, TVB-GF Gerhard Gstettner mit LH Günther Platter und Bgm. Josef Knabl aus Arzl sowie mit Planungsverbandsobm. Bgm. Karl Raich aus Jerzens (v.l.) begrüßen das RWP. Foto: TVB Pitztal

Regionalwirtschaftliches Programm (RWP) soll ab 1. Jänner 2018 greifen

„Der Baum Tirol, damit meine ich einen gesunden Stamm mit den Städten, dieser Baum braucht auch blühende Äste mit den Tälern “, zeichnet LH Günther Platter sein visionäres Bild, speziell für das Pitztal. Im Herbst-Landtag soll das 10 Millionen Euro schwere und über zehn Jahre dauernde RWP beschlossen werden und ab 1. Jänner 2018 zum Tragen kommen. „Es geht darum, strukturelle Schwächen auszugleichen“, so Platter.

Von Thomas Parth

Ausschlaggebend für die Programmerstellung und die Initiative seien die höhere Arbeitslosigkeit – „speziell die Frauenarbeitslosigkeit ist um 3 Prozent höher als der Bezirksdurchschnitt“, informiert RWP-„Geburtshelfer“ Ernst Partl – die geringe Anzahl an unselbstständig Beschäftigten, der hohe PendlerInnenanteil und die geringere touristische Auslastung in der Region im Vergleich zu den anderen Regionen des Bezirkes Imst. „Ich sehe die Landesgelder mit einer Million pro Jahr als Hebel für Mehrinvestitionen. Der Fokus liegt auf der Nachhaltigkeit und nicht auf Einmalinvestitionen“, verdeutlicht LH Platter, nicht ohne auf den Skigebiets-Zusammenschluss von Ötztal-Pitztal zu verweisen. Hier seien die Verfahren am Laufen und „die Politik positiv gestimmt“, so der Landeshauptmann.

Einmalige Chance.

Der Obmann des Pitztaler Planungsverbandes, Bgm. Karl Raich aus Jerzens, spricht den Teamgeist im Tal an, immerhin habe man sich binnen von fünf Monaten auf das vorliegende Programm geeinigt: „Gemeinsam können wir es schaffen!“ Ob denn für jede Gemeinde ein „Leuchtturmprojekt herausspringe“ und ob Jerzens gar darauf verzichten würde, will die RS provokanterweise wissen: „Es geht nicht um die Gemeinde, sondern um die Region! Ich würde verzichten, wenn’s uns alle weiterbringt. Leuchtturmprojekte sind aber im Normalfall gut durchdacht und sprechen das ganze Tal an. Da ist es egal, wo’s steht. Wenn wir als Pitztaler denken, können wir nur z.B. hinter dem Steinbockzentrum in St. Leonhard stehen, weil es uns allen nützt“, unterstreicht Bgm. Raich. TVB-Vertreter und -GF Gerhard Gstettner dankte sowohl Jakob Wolf für die Initiative sowie LH Günther Platter für den Rückhalt und dem Aufsichtsrat und Vorstand des TVB Pitztal, welche diese „einmalige Chance“ wahrgenommen hätten. Gstettner erhofft sich, das touristische Angebot zu erweitern, qualtiativ aufzuholen und am Ende gar auf ein Bettenwachstum.

Sechs Köpfe entscheiden.

Der sog. „Regionalbeirat“ mit BH Raimund Waldner, zwei Bürgermeistern, zwei Landesvertretern sowie einem Vertreter des Pitztal Tourismus wird künftig über die Förderwürdigkeit von Projekten „entscheiden“. „Das ist eine Empfehlung an die Landeregierung, die letztlich über die Mittelfreigabe befindet“, weiß Regio-GF Markus Mauracher. Die Pitztaler Bankenlandschaft werde wie auch die Wirtschaftskammer informiert, wie die künftige Förderung der Unternehmen aussehen soll. Das Regionalmanagement (Regio-Imst) übernimmt die koordinativen Aufgaben und dient als Anlaufstelle für die Pitztaler und deren Projekte vor Ort. „Wir hatten im Vorfeld neun Arbeitskreissitzungen in der Region. Zunächst in allen vier Gemeinden. Dann noch Spezialthemen wie Landwirtschaft, Sozialpartnerschaft (AK, WK und AMS) sowie zwei Sitzungen mit dem Tourismusverband und eine Regionalitätssitzung. Am Ende waren rund 300 Bürger beteiligt“, informiert Ernst Partl, welcher das RWP bis zur Beschlussreife koordinierte: „Mein Job ist damit erledigt!“ Der Naturpark Kaunergrat werde sich jedoch thematisch ins Thema „Regionalität“ weiterhin aktiv einbringen.

Projekte am Start.

Die nächsten Schritte sind nun die Erarbeitung einer maßgeschneiderten Förderrichtlinie durch das Land Tirol sowie der Beschluss des Programms durch die Landesregierung und den Tiroler Landtag im Herbst 2017. Der Start der Programmumsetzung ist mit 1. Jänner 2018 geplant. Das regionalwirtschaftliche Förderprogramm Pitztal ist eingebettet in die bezirksweite Regionalentwicklung und wird nun verstärkt zielgerichtete wirtschaftliche Impulse im Pitztal setzen. Ergänzend dazu wird das Pitztal auch weiterhin in den Genuss der Leader- und Interreg-Förderungen kommen. Das Regio begleitet mittels einer Geschäftsstelle die Projekte. Von denen war „nur unter der Hand“ ein wenig zu erfahren. Es scheint neben dem Steinbockzentrum auch ein Pitztaler Radweg vom Bahnhof Imst-Pitztal bis nach Wenns möglich. Davon würde jedenfalls der Tourismus im Tal profitieren. „Ein Straßenplaner erstellt eine Machbarkeitsstudie sowie eine Kostenschätzung“, bestätigt Gerhard Gstettner vom TVB und schmunzelt: „Hoffentlich gibt es bald auch im Pitztal E-Bikes“. Bezüglich der Leuchtturmprojekte ist der TVB stark engagiert. „Das findet im Rahmen der Destinationsentwicklung statt. Vielleicht kommt etwas Wetterunabhängiges beim Pitzpark“, deutet Gstettner an.

Wo der Leuchtturm steht, ist egal. Für Planungsverbandsobm. Bgm. Karl Raich steht „das Tal“ im Vordergrund. RS-Foto: Parth