Platz da!

JugendFreiRaum macht auf die Bedürfnisse der Jugendlichen aufmerksam. Foto: Rauter

JugendFreiRaum 2017

Unter dem Motto „JugendFreiRaum“ veranstaltet der STArK-Arbeitskreis für Mobile Jugendarbeit und Streetwork Tirol dieses Jahr wieder eine Aktion, um darauf hinzuweisen, dass Jugendliche mehr Platz im öffentlichen Raum brauchen. Am 15. September finden tirolweit Projekte gemeinsam mit den Jugendlichen zum Thema statt. Ziel des JugendFreiRaumes ist es, die Bedürfnisse junger Menschen im öffentlichen Raum sichtbar zu machen.

Die Mobile Jugendarbeit Reutte verlegt am 15. September ihre Anlaufstelle in den Park im Untermarkt. Samt Couch, Tischfußballtisch, Spielen, Getränken, Infomaterial u.v.m. soll dieser „Raum“ Jugendliche zum Chillen und Wohlfühlen einladen.
Action, Spaß und tolle Preise winken außerdem bei der sogenannten Selfie-Schnitzeljagd, bei der es gilt, verschiedene öffentliche Plätze und Orte quer durch Reutte zu entdecken. Mitmachen können Jugendliche zwischen zwölf und 24 Jahren.
Ihr bildet zu zweit oder zu dritt ein Team, holt euch zwischen 14 und 16  Uhr bei unserer Anlaufstelle im  Park ein Kuvert ab und löst das Puzzle im Kuvert. Das Bild vom Puzzle zeigt euch, welchen Ort ihr finden müsst. Findet den Ort und macht dort ein Selfie von eurem Team. Zeigt uns das Selfie und holt euch ein neues Kuvert. Es geht nicht um Zeit sondern um Punkte. Je mehr Aufgaben ihr löst, umso mehr Punkte habt ihr. Um 17 Uhr gibt’s dann die Preisverteilung. 1. Platz: 90 Kaufmannschaftsgutscheine, 2. Platz: 60 Kaufmannschaftsgutscheine, 3. Platz: 30 Kaufmannschaftsgutscheine.
Freitag, 15. September ab 14 Uhr im Park im Untermarkt  in Reutte.

Freiräume sind wichtig. Seit nunmehr zehn Jahren wird die Aktion JugendFreiRaum organisiert, um auf die Verdrängung von Jugendlichen aus dem öffentlichen Raum aufmerksam zu machen. Geeignete und ausreichende Freiräume sind von wesentlicher Bedeutung für die Entwicklung von jungen Menschen. Geeignete und ausreichende Freiräume sind von wesentlicher Bedeutung für die Entwicklung von jungen Menschen. Sie ermöglichen es ihnen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen – nicht als passiv Konsumierende, sondern als aktiv Gestaltende.
Freiräume sind zugleich immer auch ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des urbanen und ländlichen Sozialraumes. Um solche JugendFreiRäume zu schaffen, vermittelt Mobile Jugendarbeit und Streetwork in ihren Funktionen als Sprachrohr der Jugendlichen zwischen den Kommunen und den Ansprüchen der jungen Erwachsenen.
Jugendarbeiter boebachten vermehrt, dass es immer weniger Plätze für Jugendliche im öffentlichen Raum gibt, an denen sie sich konsumfrei und ungestört einfach aufhalten können.
Durch die zunehmende Ökonomisierung des öffentlichen Raumes (Gastgärten in Fußgängerzonen, private Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen) sowie die steigende Überwachung von Plätzen (Videokameras, verstärkte Polizeipräsenz, Umzäunungen und nächtliche Betretungsverbote) kommt es zu einer Umstrukturierung von Orten und Städten in private bzw. halböffentliche Räume. Der öffentliche Raum ist von Jugendlichen vielfach nicht mehr konsumfrei nutzbar. Das stellt insbesondere für Jugendliche aus sozial schwachen Verhältnissen ein Hindernis dar. Neben Einrichtungen der offenen und mobilen Jugendarbeit, wie Jugendzentren und Jugendtreffs, bleiben nicht mehr viele Plätze als Aufenthaltsorte für sie übrig.
Fallen Jugendliche auf – oft reicht dazu ihre Präsenz im öffentlichen Raum – werden häufig schnelle und restriktive „Lösungen“ gefordert. Damit sich die Situation beruhigt. Beruhigung bedeutet in den meisten Fällen, dass Jugendliche nicht mehr im alltäglichen Leben der Gemeinde/des Stadtteils auffallen dürfen.
Zur Umsetzung dieser Ziele dienen Polizeistreifen, Schutzzonen, Verbotszonen und Betretungsverbote. Bei Zuwiderhandeln werden Jugendliche kriminalisiert und teilweise mit Strafzahlungen belegt. Um diesen kontroll- und ordnungspolitischen Entwicklungen entgegenzuwirken, fordern die beteiligten Einrichtungen einen öffentlichen Raum, der für alle Altersgruppen, Geschlechter und Kulturen offen ist, selbstbestimmt von Jugendlichen genutzt werden darf, konsumfrei ist und genug Platz für alle Interessen bietet.
Der STArK als tirolweites Vernetzungsgremium der Mobilen Jugendarbeit und des Streetwork Tirol, setzt sich neben der Qualitätssicherung auch für die Sicherstellung von Ressourcen in diesem Bereich ein. Der Arbeitskreis dient dem Austausch der Einrichtungen untereinander, tritt in Aktion für sozialpolitische und jugendrelevante Themen und soll diesbezüglich als Sprachrohr dienen.

Informationen zu den Veranstaltungen unter. https://www.facebook.com/MOJA.Tirol/notifications/

Teilnehmende Einrichtungen. JAM Jugendarbeit Mobil Hall-Rum-Absam-Mils-Thaur, Streetwork-Z6 Innsbruck, MoJa Landeck, MoJuMa-Mayrhofen, MoJa Reutte, MoJa Telfs, Achterbahn Streetwork & Mobile Jugendarbeit Wörgl, MoJa Zirl.