Reutte und Holzgau haben sich „getraut“

Vizebürgermeister Michael Steskal (l.) aus Reutte und Bürgermeister Günter Blaas aus Holzgau freuen sich, nun Mitglied im e5-Programm zu sein.RS-Foto: Holzheimer

Die beiden Außerferner Gemeinden steigen als erste im Bezirk in das e5-Programm ein

Zufall oder nicht – im Trauungssaal der Marktgemeinde Reutte stellte die Energie Tirol die jüngsten „Familienmitglieder“ des Tiroler e5-Programmes vor. „Reutte und Holzgau trauen sich mitzumachen“, freute sich LH-Stv. Josef Geisler über die Neueinsteiger.

„Der Beitritt gleich zweier Gemeinden aus dem Bezirk Reutte bedeutet ein klares Ja zur Energieunabhängigkeit. Alle Maßnahmen, die zum verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien und gezielter Energieeinsparung führen, tragen maßgeblich dazu bei, dass sich Tirol bis 2050 selbstständig mit heimischen Energieträgern versorgen kann“, so der Energielandesrat.
Und einige Maßnahmen wurden von den Gemeinden bereits umgesetzt oder sind in Planung. Holzgaus Bürgermeister Günter Blaas verwies auf das neue Bildungszentrum, bei dessen Bau vornehmlich natürliche Ressourcen wie Holz und Schafwolle zum Einsatz kamen. Ebenfalls wurden eine Photovoltaikanlage und LED-Beleuchtung angebracht. „Für die Zukunft wird über die Einführung von Tempo 30 im Gemeindegebiet nachgedacht“, erklärte Blaas.
Auch der Bezirkshauptort geht mit gutem Beispiel voran und arbeitet seit Jahren an der energetischen Optimierung aller gemeindeeigener Gebäude. Vizebürgermeister Michael Steskal gab einen kleinen Ausblick auf die kommenden Jahre: „Wir möchten beispielsweise am Seniorenzentrum das solare Potenzial verstärkt nutzen und werden dieses mit einer PV-Anlage ausstatten. Zudem ist geplant, die gesamte Straßenbeleuchtung in den nächsten fünf Jahren auf LED-Technologie umzurüsten.“
e5-Programm. Ziel dieses Programmes ist es, Energie effizienter und intelligenter zu nutzen und klimaschonend erneuerbare Energieträger vermehrt einzusetzen. Die Gemeinden bestimmen Energiebeauftragte (ein Team von mindestens fünf Personen), um bürgernah und auf kommunaler Ebene nachhaltig Themenbereiche wie Energie-Checks oder Beratung für Energieerzeuger zu beleben.  Aufbauend auf ein jährliches internes Audit unterziehen sich die Gemeinden mindestens alle drei Jahre einer Bewertung durch eine unabhängige Kommission, ähnlich der Hauben bei Köchen. Je nach Umsetzungsgrad der – jeder Gemeinde möglichen – Maßnahmen werden sie mit einem bis fünf „e“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wurde im 17-jährigen Programm bisher an Virgen und Wörgl vergeben. Mit Reutte und Holzgau sind nun 42 Gemeinden Mitgleid. Weitere Außerferner Interessenten gab es bisher nicht, so Bruno Oberhuber, GF von Energie Tirol.