"Wir starten bei Null"
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Mehrkosten bei der Umsetzung des Investitionspakets und "Altlasten" sorgen bei der Venet Bahn AG für einen zusätzlichen Finanzbedarf von 1,9 Millionen Euro. Dieser wird höchstwahrscheinlich von den Gemeinden Landeck und Zams und dem Tourismusverband gedeckt – damit die neue Geschäftsführung bei Null starten kann und auch künftig etwas "Luft" hat. Von Daniel Haueis

Die Venet Bahn AG konnte sich ein Investitionspaket verordnen, nachdem die Hauptaktionäre (Gemeinden Landeck und Zams sowie TVB TirolWest) die Finanzierung sozusagen über Umwege zugesagt hatten: Allein die Gemeinden zahlen die kommenden 15 Jahre insgesamt 363.000 Euro pro Jahr, mit denen die Bahn den nötigen Drei-Millionen-Kredit bedienen kann. Die Beschneiung am Weinberg kostete geplante 1,25 Millionen, die Pistengerätegarage samt Pistengerätekonzept 400.000; teurer kam der Umbau des Panoramarestaurants: 2,25 statt 2,05 Millionen. Mehr als geplant muss auch für den Speicherteich ausgegeben werden: 1,4 Millionen statt 850.000 Euro. Zu den Mehrkosten von rund 750.000 Euro kommen, wie vor kurzem bekannt wurde, nicht gänzlich finanzierte Abgänge, Kosten von nicht ausfinanzierten Projekten u. a. – macht insgesamt 1,9 Millionen Euro zusätzlich. Mit den jährlich 363.000 Euro könnte die Venet Bahn AG zwar auch diesen Kredit bedienen – die Hauptaktionäre aber wollen ihr aber, wie ursprünglich geplant, etwas finanzielle "Luft" lassen.
RS-Foto: Haueis
RS-Foto: Haueis


MEHRHEIT DAFÜR. Die Bahn soll wie geplant den Drei-Millionen-Kredit bedienen – die Hauptaktionäre haften für und tilgen das nun zusätzlich nötige 1,9-Millionen-Darlehen (geplant ist eine Kreditaufstockung). "Wir haben wohl eine Lösung für den Bestand des Venet gefunden", erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Konrad Bock am Sonntag, nachdem die Venet Bahn die Hauptaktionäre über die Situation informiert hatte. Laut Vorstand Bgm. Engelbert Stenico haben sich SPÖ und ÖVP (Landeck und Zams) sowie die FPÖ Landeck für das Modell ausgesprochen (womit die nötigen Gemeinderatsbeschlüsse praktisch gefasst sind). Auch der Tourismusverband TirolWest soll etwas beitragen. Es ist also nicht nur Venet-Vorstand Bgm. Engelbert Stenico der Meinung: "Bahn und Geschäftsführer müssen von diesem ‚Rucksack‘ befreit werden." Nach Übernahme des Finanzierungsbedarfs von 1,9 Millionen kann die Venet Bahn AG "bei Null anfangen", so Stenico – Aufsichtsratschef Konrad Bock assistiert: "Es ist ein gutes Signal zu sagen: Wir starten bei Null." Georg Steinwender (AZL) hingegen fordert Konsequenzen: Die Struktur der Gesellschaft müsse geändert werden – der Aufsichtsrat komplett neu besetzt und Gerhard Holzknecht als geschäftsführender Vorstand installiert werden (die beiden Bürgermeister sollen aus dem Vorstand ausscheiden). Steinwender: "Es gehören Konsequenzen her, sonst kann ihnen die Gemeinde kein Geld geben."

WENIGER MITARBEITER. Konsequenzen gibt’s u. a. in Form eines Personalkonzepts: Bis Jänner gab es 46 Mitarbeiter, sechs wurden freigesetzt, nach der Wintersaison sollen zwei weitere nicht mehr beschäftigt werden. Der "Venet" soll künftig mit 38 Mitarbeitern "laufen". Zudem wird geprüft, ob es rechtliche Schritte wegen eines Gutachtens gibt: Die Geologie beim Speicherteichbau war angeblich eine andere als vorausgesagt. Erfreuliches kann Geschäftsführer Gerhard Holzknecht berichten: Von Dezember bis Jänner gab’s eine Besucher- und Umsatzsteigerung. Für Konrad Bock ist die Anlage nun "auf einem Stand, dass es mittelfristig funktioniert". Und er erinnert daran, was ohne Investitionen passiert wäre: Aufgrund der Schneelage hätte an vielen Tagen gar nicht oder nur eingeschränkt gefahren werden können. Und: "Auch beim ‚Pano‘ wäre es nicht mehr gegangen."