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"Wenn ich einmal reich wär", so heißt es bei Jerry Bock in Anatevka. Wenn er einmal berühmt ist, muss man bei Reinhard Beck sagen, dann ist die kleine Episode beim abschließenden Konzert zum Gesangsworkshop eben das, eine kleine Episode zum Schmunzeln. Lampenfieber hatten selbst die größten Stars, dafür wurde das Publikum aber mit wirklich schönem Gesang verwöhnt, sah witzige Bühnenideen und bekam von den Dozenten zwei Tage zuvor auch die ganze Geschichte der schönen Müllerin erzählt. |
Von Oliver Sommer
Es sei eine schöne Arbeit gewesen und habe sehr, sehr viel Freude gemacht, beschrieb Christoph Rösel seinen Job. Rösel hatte gemeinsam mit Ingrid Czaika Nachwuchstalente gecoacht, zum zweiten Mal bereits. Und er verriet: "die Früchte unserer
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| RS-Fotos: Sommer |
Arbeit werden von Mal zu Mal reifer". Ein gutes Dutzend junger und jung gebliebener Talente, begeisterte Hobby-Sänger und Gesangsstudenten hatten sich für den Gesangsworkshop "Filmschlager und Operette" eingetragen, den die Landesmusikschule und der Füssener Colloquium-Chor ausgeschrieben hatten. Grundlage für den Workshop waren Filmschlager und Operette und die Literatur dazu. Gemeinsam mit den Dozenten Christoph Rösel, Mozarteum und Dr. Ingrid Czaika wurden Musikstücke, wie eben Tevjes berühmtes Lied, Zellers Vogelhändler und sogar moderne Stücke von Kurt Weill (Broadway-Musicals) einstudiert, wobei die Profis dem Nachwuchs stimmtechnische Tipps gaben und mit den Kursteilnehmern auch Interpretationsfragen und szenische Darstellung diskutierten. Was diese dann beim Abschlusskonzert auch umzusetzen wussten. So bekam das Publikum nicht nur schöne Stimmen zu hören, sondern auch die Interpretation der Lieder durch die Kursteilnehmer. Dass dabei mal eine Zeile nicht gleich parat ist, weil man auf den Brettern der Welt doch nervös wird, wen stört es. Und es
war ja wirklich nur das gackernde Viehzeug, das Reinhard Beck partout nicht einfallen wollte. Doch wie gesagt, selbst die größten Bühnenstars haben mit so was manchmal Probleme, dafür hatte Beck die Figur des Milchmans Tevje, der davon träumt, einmal reich zu sein, doch sehr schön dargestellt. Das hatte übrigens auch Christoph Rösel am vorangegangenen Freitag, als er gemeinsam mit Ingrid Czaika Franz Schuberts schöne Müllerin intonierte. Wer kennt nicht die Zeilen "Das Wandern ist des Müllers Lust", die den Auftakt machen zu der musikalischen Erzählung nach Gedichten von Wilhelm Müller. Und im Verlauf des Konzerts erfährt man eben mehr über den Müllerburschen, der dem Bächlein folgt zu seiner nächsten Anstellung, wo er sich verlieben wird. Man erfährt mehr über die unglückliche Liebe, das Bächlein, die Eifersucht und schlussendlich den Trost, den der Arbeitsplatz (Bach) zu spenden weiß. Man darf heute schon gespannt sein, was sich Dozenten wie Schüler nächstes Jahr einfallen lassen werden.
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