"Ganz von der Bildfläche bin ich nicht weg!"
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Vor vierzig Jahren wurde Helmut Kirchmair Gemeindesekretär von Oberhofen. 1974 fasste er als Gemeinderat in der Gemeindepolitik Fuß. Seit 1986 ist er Bürgermeister. Nun nimmt er als Dorfchef seinen Hut. Völlig von der Bildfläche wird er aber laut eigenen Aussagen nicht verschwinden. Von Gebi G. Schnöll

Letzten Donnerstag führte Helmut Kirchmair zum letzten Mal bei einer Gemeinderatswahl als Bürgermeister den Vorsitz. Die Jahresrechnung 2009 musste vor den anstehenden Gemeinderatswahlen abgesegnet werden. Wie viele andere Gemeinden Tirols, leidet auch Oberhofen unter den den Kürzungen bei den Abgabenertragsanteilen. In der Jahresrechnung ist ein Abgang von insgesamt 152.369,03 Euro ausgewiesen. Davon waren 130.000 Euro im Budget für
Foto: Gemeinde Oberhofen
Foto: Gemeinde Oberhofen
den Haushaltsplan 2009 festgehalten. Der außerordentliche Abgang in Höhe von 22.000 Euro bereitet Kirchmair keine allzugroßen Sorgen. "Deswegen nagt Oberhofen noch lange nicht am Hungertuch", erklärt der noch amtierende Dorfchef im RUNDSCHAU-Gespräch. Mit einer vollen Geldschatulle konnte Helmut Kirchmair als Oberhofer Gemeindeoberhaupt noch niemals prahlen. "Als ich 1986 zum Bürgermeister gewählt wurde, haben mich große Aufgaben erwartet. Trotz minimaler Einnahmen aus Kommunalabgaben ist in den Jahren nach meinem Amtsantritt in der Gemeinde viel geschehen. Etliche wichtige Projekte konnten in Angriff genommen und realisiert werden. Einen wesentlichen Anteil hat dazu die gediegene und umsichtige Zusammenarbeit im Gemeinderat beigetragen", klärt Helmut Kirchmair auf. Wichtigste Projekte, die während seiner Amtszeit bewältigt wurden, waren der Kauf des 2.500 Quadratmeter großen "Haus-ackers", durch den es schließlich möglich wurde, das Schulhaus und den Kindergarten zu erweitern und auch das Mehrzweckgebäude zu bauen. Ein fetter Brocken war für die Gemeinde Oberhofen auch der Bau eines Hochwasserbehälters, der damals fünf Millionen Schilling verschlungen hat. Ein großes Investitionsvolumen nahmen auch die Wasserversorgung, die Kanalisierung, das Projekt Oberflächenentwässerung, die Friedhofserweiterung, der Bau der neuen Feuerwehrhalle und etliche andere verwirklichte infrastrukturelle Projekte in Anspruch. Mit dem "Primas" und der Baufirma "Fritz" hat Oberhofen zwei Großbetriebe, die sich positiv auf die Gemeindekasse auswirken. "Es tut mir leid, dass seinerzeit das gemeinsame Gewerbegebietprojekt mit Pfaffenhofen nicht zum Tragen gekommen ist. Ein Gewerbegebiet in Oberhofen ist vor allem eine Frage des Verkehrs und daher eher uninteressant", so Kirchmair. Nach seiner Amtszeit als Bgm. will er sich in der Dorfchronik, in der Pfarre und beim Roten Kreuz einbringen. "Von der Bildfläche verschwinde ich nach der Wahl nicht", schließt Kirchmair ab.