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Zehn Kilometer Forstwege wurden im vergangenen Jahr im Bezirk Landeck errichtet bzw. modernisiert und mehr als 100.000 Bäume gepflanzt. Die Förderungen der öffentlichen Hand betrugen beachtliche 1,55 Millionen Euro. Aktuell ist das Thema Borkenkäfer. |
Von Daniel Haueis
"Aufgrund von topographischen Verhältnissen und eines hohen Schutzwaldanteils mit direktem Objektschutz werden im Bezirk Landeck seit langem hohe Investitionen zur Schutzwaldverbesserung und damit Lebensraumsicherung getätigt", erklärt LH-Stv. Anton Steixner. Objektschutzwälder
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| RS-Fotos: Archiv |
sind Wälder, die ein konkretes Objekt, etwa eine Siedlung oder Straße direkt vor Naturgefahren, wie etwa Hangrutschungen oder Lawinenabgängen, schützen. Großer Wert wird auf eine naturnahe, kleinräumige Verjüngung des Schutzwaldes gelegt. Durch zahlreiche Schadholznester lag ein Schwerpunkt der Arbeit im Bezirk Landeck auf Aufräumarbeiten: 2009 sind außergewöhnlich hohe Liefermengen Holz angefallen. Anstelle der üblichen rund 100.000 Festmeter wurden im vergangenen Jahr rund 130.000 geschlagen, darunter viel Schadholz, wie Bezirksfortsinspektor DI Peter Hauser weiß. Der Holzpreis war dementsprechend niedrig.
INVESTITIONEN. Im Bezirk Landeck wird eine intensive Aufforstung mit stabilisierenden Mischbaumarten betrieben. Seit 2003 konnte der Schutzwaldbestand kontinuierlich gesteigert und die Wälder durchforstet werden. Allein 2009 wurden im Bezirk Landeck 104.250 Bäume gepflanzt, was im Verhältnis zu anderen Jahren relativ viel ist. Gepflanzt wurden – neben der beherrschenden Fichte – Lärchen, Zirben und Tannen. Bis auf eine Seehöhe von 1.000 m kommen auch Ahorn und Kirsche zum Einsatz, weiß DI Hauser. "Die Schutzwälder konsequent zu verjüngen, erweist sich gerade jetzt als richtig. Hier können und wollen wir nicht sparen, weil das eine sehr kostengünstige Form der Lebensraumsicherung ist. Sicherheit und Schutz von Naturgefahren sind in Tirol entscheidend für eine nachhaltige Landesentwicklung", weist LH-Stv. Anton Steixner auf die Bedeutung der forstlichen Förderung hin. Der Wald sei auf großer Fläche der natürlichste und kostengünstigste
Schutzschild für den Lebensraum. Im vergangenen Jahr konnten zahlreiche Wege umgebaut und neu errichtet werden. In Landeck wurden 9.979 Laufmeter Forststraßen modernisiert beziehungsweise gebaut. Dies, so Hauser, ist aber eher wenig. Es gebe noch einige Waldbereiche, wo man nicht hingelange: "Manche Gemeinden haben deutliche Rückstände", so Hauser. Aus öffentlichen Mitteln von EU, Bund und Land wurden für den Bezirk Landeck 1,55 Millionen Euro aufgebracht. Mit den Investitionen, die die WaldbesitzerInnen tätigten, wurde eine Gesamtinvestitionssumme von 2,98 Millionen Euro erreicht. Der überwiegende Teil des Geldes wurde in den Schutzwald investiert; Förderungen werden an WaldbesitzerInnen für Maßnahmen bezahlt, die zur Funktionsfähigkeit des Waldes beitragen und im öffentlichen Interesse liegen. Dabei lagen die Schwerpunkte auf Schutzwaldverjüngung, Aufforstung von Mischbaumarten, Durchforstung, Erhöhen der Biomassenutzung und Wegebau.
WILD & KÄFER. Durch erhöhte Wildstände sind die neu gepflanzten Bäume teilweise gefährdet. Besonders betroffen von diesem Problem sind das Stanzertal und Wälder im Oberen Gericht, weiß Anton Steixner. Durch Wildabschüsse sollen nun die geeigneten Rahmenbedingungen für eine intensive Schutzwaldarbeit geschaffen werden; laut einem Gutachten müssen heuer in ganz Tirol gegenüber den durchschnittlichen Abschüssen der Jahre 2006 bis 2008 mindestens 2.000 Stück Rotwild zusätzlich geschossen werden. Zudem gilt eine Grünvorlageverordnung. Derzeit setzt dem Wald punktuell aber auch der Borkenkäfer zu: "Sofort fällen und entrinden", lautet daher die Devise Hausers. Man sei "intensiv dahinter, das zu beobachten", so Hauser.
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