Sautner Golfplatz – zurück im Ring!

Trotz dem zermürbenden Warten auf Gutachten, Messungen, Planungen und Entscheidungen glaubt Christine Hackl fix an einen Baustart 2018. RS-Foto: Parth

Unterlagen wurden jüngst der Tiroler Landesregierung überreicht

Totgesagte leben länger – dieser Spruch trifft wohl auch auf das touristische Langzeit-Projekt im vorderen Ötztal zu. Während Kritiker im hinteren Ötztal die Gerüchteküche durch „einen Ausstieg des Ötztal Tourismus aus dem Golfplatz“ befeuerten, stemmt sich Projektkoordinatorin Christine Hackl gegen alle Unkenrufer: „Es gibt einen aktiven Beschluss der Ötztal Tourismus-Vollversammlung! Ich glaube an einen Baubeginn 2018 für den Ötztal-Golf!“

Von Thomas Parth

„Stattliche 1700 Seiten ist das Konvolut stark und beinhaltet 45 Pläne, trotzdem ist das nichts im Vergleich zur UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung)“, ist sich die Tourismusobfrau von Sautens, Christine Hackl, bewusst. Als Projektkoordinatorin für den angepeilten Golfplatz auf dem Gemeindegebiet von Sautens, Oetz und Haiming kämpft sie nicht nur gegen Gerüchte und Unwahrheiten, sondern ringt auch beständig mit Behörden und Gutachtern. „Vergangenen Mittwoch haben wir alle Unterlagen zum Raumordungsverfahren und zur SUP, der strategischen Umweltprüfung, eingereicht“, informiert Hackl die RUNDSCHAU-Leserschaft aus erster Hand.

Kommende Schritte.

So habe sich das K.-o.-Kriterium rund um die Brunauer Wasserquellen dahingehend entschärft, als die Messungen ergaben, dass das Wasser zur Ötztaler Ache fließt. An acht Bohrstellen wurden über ein Wasserjahr (Anm.: welches 14 Monate dauert) von einem Imster Ingenieursbüro Daten erhoben, welche in das Wasser-Gutachten eingebracht wurden. „Die Wasserversorgung z.B. von Haiming ist durch den Golfplatz nicht betroffen.“ Die weiteren Gutachten über Vögel, Forst etc. seien ebenfalls alle im Haus. „Diese sind bereits UVP-tauglich und müssen dafür nicht erneut erstellt werden“, zeigt sich Hackl erleichtert. Die jetzige Phase mit SUP und Raumordnung sollte nun, möglichst rasch und positiv, von der Landesregierung beurteilt werden, hofft Hackl: „Danach kommt mit den Umwidmungsbeschlüssen in den drei Gemeinderäten die nächste Hürde. Das heißt, dass die vor zwei Jahren gefassten Grundsatzbeschlüsse, in eine konkrete Widmung Sonderfläche Golfplatz umgewandelt werden.“ Währenddessen werde man sich auf die UVP vorbereiten, was weitere drei Monate in Anspruch nehmen dürfte. „Für die UVP selbst muss zwischen einem halben bis zu einem Jahr kalkuliert werden“, ist Hackl zielsicher.

Stellungnahmen eingefordert.

Wochen- und monatelange Beobachtungen, private Raumplaner und Gutachter plus die Erarbeitung von Ausgleichsmaßnahmen haben Hackl während der letzten zwei Jahre beschäftigt. Ihr zur Seite standen und stehen neben dem Ötztal Tourismus ein erfahrenes Ziviltechnikerbüro in Innsbruck, Josef Knabl vom GC Mieming und Bgm. Fredi Köll. Der Ötztal Tourismus kommt z.B. als 100-Prozent-Gesellschafter der Ötztal-Golf Errichtungs- und Betriebs-GmbH u.a. für die jährlichen Pachtausgaben auf, während die Gemeinden Sautens und Oetz Teile der Ötztal-Golf Projektierungs-GmbH sind. Mit Baubeginn sollen beide Gesellschaften zu einer verschmolzen werden. Christine Hackl hat neben der Koordination auch die Budgethoheit inne. „Wir haben bereits acht Abteilungen im Land um ihre Stellungnahmen zum Golfplatz gebeten“, gibt Hackl zum Status quo bekannt: „Ich hoffe, diese noch vor der Sommerpause zu erhalten. Wenn man kein Optimist ist, kann man diese Funktion gleich an den Nagel hängen.“

Baubeginn 2018.

„Die Anlage ist als Double-Nine-Platz konzipiert. Das heißt, dass nach den ersten neun Löchern die weiteren neun mit anderem Abschlagwinkel und anderem Par zu spielen sind. Man ist zwar auf derselben Fläche, aber der Platz fühlt sich wie ein 18-Loch-Platz an“, freut sich Hackl und informiert: „Es handelt sich um einen Par-70-Platz, ergänzt durch eine Driving-Range mit Putting- und Chipping-Green plus einem Par-18-Platz mit sechs Löchern. Für diesen kleinen Platz braucht man keine Platzreife. Das Pay&Play-Konzept ist sicherlich ein Zugpferd für die Anfänger unter den Einheimischen und Gästen oder speziell für Schulen.“ Ein 18-Loch-Spieler kann 5460 Meter bespielen. Der kleine Platz in Gries hat 550 Meter. Neben dem Gerätehaus für die Greenkeeper werden drei neue Brücken über die Ötztaler Ache errichtet. Das neue Clubhaus, skizziert neben dem bestehenden Schwimmbad, soll neben Büro und Shop auch ein Restaurant mit Terrasse beinhalten. „Mit dem ersten Abschlag tue ich mich schwer, weil nach dem Bau eine Wachstumsphase von einem halben bis Dreivierteljahr kalkuliert werden muss, bis der Rasen bespielt werden kann. Aber ich glaube an einen Baubeginn 2018!“, schließt Christine Hackl.

Der Ötztal-Golf ist bis zur künftigen Bepflanzung durchgeplant. Die erste große Hürde ist nun, mit der Einreichung bei der Landesregierung, genommen. Foto: Ötztal Golf