Schiffsführerpatent auf 2232 Metern Seehöhe

Das Floß kann bis zu 60 Personen transportieren und ist auch für Gruppen ab 20 Personen außerhalb der normalen Zeiten buchbar. RS-Fotos: Burger

Europas höchste Floßfahrt am Rifflsee, dem größten Naturbergsee Österreichs

Vier Seilbahnmitarbeiter, vornweg Ernst „Schmåtz“ Eiter, machten als Vorbereitung auf ihren neuen Job als Floßkapitäne im Frühling ihr Schiffsführerpatent. Ziel und Idee, die hinter diesem Projekt stehen, war es, den Rifflsee in den Sommertourismus einzubeziehen. Der Rifflsee liegt zwischen den Berggipfeln eingebettet auf 2232 Metern Seehöhe und bietet nun auf faszinierende Art eine neue Betrachtungsweise des atemberaubenden Panoramas. Mit der Einführung der Floßfahrt setzten die Pitztaler Bergbahnen auf eine nachhaltige Attraktion.

Von Mel Burger

Der neueste Höhepunkt der Pitztaler Berge ist mit der Rifflseebahn und einem kurzen Fußmarsch leicht erreichbar und deshalb für Alt und Jung eine interessante Freizeitattraktion. Die Pitztaler Bergbahnen achteten nicht nur beim Bau des Floßes, das mit einem Elektromotor betrieben wird, auf Innovation und Nachhaltigkeit. Auch der Gastronomiebetrieb, die „Sunna Alm“, die in Passivhaus-Bauweise errichtet wurde, und die Bergbahnen, die durch Sonnenenergie betrieben werden, belegen die klaren Ziele und den konsequenten Weg der Nachhaltigkeit der Gletscherbahnen, auf den der Geschäftsführer der Gesellschaft, Hans Rubatscher, zu Recht stolz ist .

Auf hoher See.

Das Floß besteht aus heimischen Fichtenstämmen und wurde im Wikinger-Stil erbaut. Es kann bis zu 60 Personen transportieren und wird von einem umweltfreundlichen Elektromotor betrieben. Mit einer Größe von 140 Quadratmetern, einem Gewicht von rund 40 Tonnen und einer Länge von derzeit 15 Metern ist das Floß für alle BesucherInnen ein beeindruckendes Bauwerk. Mittwochs, freitags und sonntags kann das Floß von Gästen genutzt werden. Die klassische Floßfahrt dauert etwa eineinhalb Stunden und am Sonntag kann man auf der Genussfahrt wahlweise Frühstück, BBQ oder Nachmittagskuchen dazu buchen. Somit kann man einen schönen Familienausflug mit vielen Highlights untermalen oder sogar direkt eine Fahrt zu einem Familienfest, wie einer Hochzeit, privat und außerhalb der normalen Zeiten buchen.

Einweihung.

Schon die Floßweihe durch Pfarrer Dekan Paul Grünerbl lockte viele Einheimische und Gäste zum Rifflsee. Nachdem die Obfrau der Agrargemeinschaft, Irmgard Neururer, das Floß auf den Namen „Seekogel“ getauft hatte, durften alle Neugierigen die erste Probefahrt begehen. Auf allen Fahrten, die gemacht wurden, um jeden Besucher einmal mitzunehmen, begleitete das Trio „Timler Dreiklang“ jedes Auslaufen und sorgte mit traditionellen Liedern für Stimmung. Wer noch länger das Bergpanorama genießen wollte, wärmte sich kurz bei Speis und Trank in der „Sunna Alm“ auf.

Agrarobfrau Irmgard Neururer nahm die traditionelle Taufe des Schiffes mit einer Champagnerflasche vor und achtete darauf, dass der Korken noch im Flaschenhals blieb, was dem Schiff ein gutes Omen ist.
Dekan Paul Grünerbl weihte mit Unterstützung des ersten Kapitäns, Ernst
Eiter mit dem Spitznamen „Schmåtz“, das Floß und wies auf viele Bräuche in der Schifffahrt hin.
Die Schützen der Kaiserjäger Plangeroß gaben ihren Ehrensalut, der an den beeindruckenden Berghängen widerhallte.
Das Ehepaar Annemarie und Friedrich Dirninger aus der Steiermark durfte bei der Taufe des Floßes aus ihrer Produktion nicht fehlen. Wobei Herr Dirninger, die steirische Eiche, im traditionellen Steirer Kilt und barfuß dem kühlen Wetter trotzte.
Der Rifflsee bietet durch seine neue Attraktion nun einen ganz neuen Blickwinkel auf die vergletscherten Bergriesen, auch vom Wasser aus.
Ernst Partl vom Naturpark Kaunergrat (r.) und Patrick Bock, der durch die Einweihung führte, waren nicht die einzigen Ehrengäste. Auch Hans Rubatscher und die Bürgermeister aller vier Gemeinden des Pitztales ließen sich die Gelegenheit nicht nehmen, selbst eine Runde mit dem Floß zu drehen.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.