Schönwieser Lösung wurde bevorzugt

Die neuen Jagdpächter: Gerhard Tilg (l.) und Klaus Venier RS-Foto: Tiefenbacher

Schönwies: Eigenjagd „Schattseite“ wurde vergeben

 

Jagdverpachtungen sind üblicherweise eine überaus emotionale Angelegenheit – bei der Vergabe der Eigenjagd -„Schattseite“ der Gemeindegutsagrargemeinschaft Langesberg-Larsenn in Schönwies hielten sich die Emotionen in Grenzen.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

In Schönwies gibt es zwei Jagdreviere: Die Eigenjagd „Sonnseite“; sie ist rund 1550 Hektar groß und wurde vor einem Jahr an den Jagdverein Schönwies vergeben. Beim zweiten Revier handelt es sich um die Eigenjagd „Schattseite“. Dieses Revier hat ein Gesamtausmaß von 776 Hektar. Es wird dort hauptsächlich auf Rehwild gejagt. Erstmals war der Gemeinderat für die Vergabe zuständig – früher war es die Agrargemeinschaft Schönwies. Die Angebotsabgabe war am 29. Dezember 2017. Der Pachtvertrag beginnt am 1. April 2018 und wird auf zehn Jahre abgeschlossen.

 

SIEBEN ANGEBOTE. Bei dieser Neuvergabe langten bei der Gemeinde Schönwies sieben Angebote ein: Erich Vögele (Imsterau) legte ein Angebot von jährlich 12.000 Euro und Mathias Schlierenzauer (Mils) von 11.350 Euro. Helmut Ortlers (Mils) Angebot lag bei 11.000 Euro, jenes von Alexander Lederer (Hochgallmigg) bei 8.536 Euro. Diese vier Angebote kamen nicht in die engere Auswahl, da Einheimische erste Wahl waren und die auswärtigen Bewerber ausgeschieden wurden. Es verblieben drei einheimische Angebote. Mit einem Mehrheitsbeschluss von 8:5 erhielt die Bietergemeinschaft Klaus Venier und Gerhard Tilg den Zuschlag. Damit kam der einheimische Höchstbieter zum Zug. Dessen Angebot lag bei 11.000 Euro. Edith Deutschmann (10.640 Euro) und Seppl Fink (9.500 Euro) gingen leer aus.

 

DISKUSSION. Nicht für die höchstbietende Bietergemeinschaft stimmte die Liste „Für Schönwies“. Ihr Favorit war der ehemalige Listenkollege Seppl Fink. Verbal legte sich Listenführer VBgm. Reinhard Raggl ins Zeug, um für ihn Stimmung zu machen. „Seppl Fink ist als friedliebend bekannt und bringt sich äußerst aktiv in der Gemeinde ein. Er war lange als Gemeinderat tätig und übt einige Ehrenämter aus. Zum Beispiel ist er Chronist und Leiter der Erwachsenenschule. Dieses Engagement und diese Tätigkeiten sollten bei der Vergabe berücksichtigt werden. Und er würde auch 100 Prozent des Jagdkartenkontingents an Schönwieser ausgeben“, sagte Raggl. Bgm. Wilfried Fink (SPÖ) beharrte auf dem Standpunkt, dass der einheimische Höchstbieter den Zuschlag bekommen soll. Fink führte noch zwei Argumente ins Treffen, um seiner Ansicht Geltung zu verschaffen: „Auch die Bietergemeinschaft Venier–Tilg ist bereit, den Einheimischen Jagdkarten zur Verfügung zu stellen. Und übrigens: Gerhard Tilg war schon einmal auf die Dauer von zehn Jahren Pächter dieses Jagdreviers und da ist alles friktionslos gelaufen.“

 

SEITENHIEB. Peter Bartl von der Bürger-Liste Schönwies warf der Liste „Für Schönwies“ Doppelbödigkeit vor. Die Vergabe der „Sonnseite“ an den Jagdverein sei ihrerseits damals als Freunderlwirtschaft angeprangert worden und jetzt solle jener zum Zug kommen, der von den einheimischen Bietern das Angebot mit dem niedrigsten Preis gelegt hat. „Das ist nicht nachvollziehbar“, betonte Bartl. Reinhard Raggl entgegnete: „Bei der damaligen Vergabe waren die Differenzen zwischen den Anbotsbeträgen richtig groß. Jetzt sind es eintausend bzw. eintausendfünfhundert Euro.“ Diese Differenzen, so der Vizebürgermeister, seien zu rechtfertigen.

 

VERWUNDERT. Die neuen Jagdpächter zeigten sich erfreut, reagierten allerdings verwundert auf die Aussage: Seppl Fink ist als friedliebend bekannt. „Ich frage mich, ob wir keine friedliebenden Bürger sind. Ich war hier schon einmal Jagdpächter und man kann mir nichts nachsagen. In diesen zehn Jahren hat immer alles gepasst und ich war auch immer kompromissbereit“, sagte Gerhard Tilg. Zum Thema Jagdkartenvergabe meinte Tilg: Es werden drei bis vier Jagdkarten nach dem Motto „Schönwieser zuerst“ vergeben.

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