Schwierigkeiten gelöst

In der Niedrigwasserperiode 2020/21 will die Landesstraßenverwaltung mit dem Bau des Kreuzungsprojektes (Kreisverkehr mit Unterführung) in Prutz loslegen. RS-Foto: Tiefenbacher

Kreuzungsprojekt in Prutz: Ampel steht jetzt auf Grün

 

Nur eine der betroffenen Anrainerparteien des Kreuzungsprojektes in Prutz unterschrieb den Vertrag mit der Landesstraßenverwaltung nicht. Hier steht ein Grundeinlöse-, sprich Enteignungsverfahren im Raum. Voraussichtlicher Baubeginn ist Herbst 2020.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Es sind einige Jahre ins Land gezogen, bis alle Schwierigkeiten gelöst und die Verträge bis zur Unterschriftsreife ausverhandelt waren. Vor Weihnachten war es so weit: Die Landesstraßenverwaltung konnte verkünden, dass es gelungen sei, auch mit den letzten drei größeren Grundanrainern übereinzukommen. „Auch sie haben jetzt die Grundablöseverträge unterschrieben“, zeigte sich Projektleiter Robert Zach von der Landesstraßenverwaltung erleichtert. Die Projektumsetzung erwies sich als schwieriges Unterfangen, da zwei Ziele gleichzeitig zu verfolgen sind.

 

SCHWIERIGES UNTERFANGEN. Einerseits sollte das Projekt rasch umgesetzt werden, denn insbesondere zum Urlauberschichtwechsel in den Skigebieten rollt auf der Reschenbundesstraße in beide Richtungen eine Reisewelle, die von Staus und Unfällen begleitet ist. Welche enormen Ausmaße der Verkehr an diesen Wochenenden hat, zeigt die Verkehrsstatistik: An einem Samstag im Jänner 2012 wurden rund 26000 Fahrzeuge gezählt. Vom geplanten Kreuzungsprojekt (Kreisverkehr mit Unterführung) verspricht man sich eine problementschärfende Wirkung. Andererseits hängen da aber auch Existenzen von Grundanrainern dran. Ein Beispiel dafür ist Alfred Lorenz, der einen florierenden Autodienst- & Tankstellen-Betrieb führt. Die Landesstraßenverwaltung ist den Parteien mit Grundstückstausch und Entschädigungen entgegengekommen. In einem Fall übernimmt man die Haftung für Bauschäden an einem Privathaus.

 

ENTEIGNUNG. In einem anderen Fall spießt es sich. Die Miteigentümerin einer betroffenen Parzelle ist laut Robert Zach zu keiner Verhandlung erschienen, hat keine Einwendungen (auch nicht telefonisch) vorgebracht, ist aber auch nicht bereit zu unterschreiben. „Für diese Fläche wird uns wohl nichts weiter übrig bleiben, als ein Grundeinlöseverfahren, sprich eine Enteignung durchzuführen“, sagte Zach. Im Sommer 2018 will die Landesstraßenverwaltung bei den Behörden die Anträge und die Projektunterlagen für die Bewilligungsverfahren (Wasser-, Umwelt- und Forstrecht) einreichen. Mit dem Bau loslegen will man in der Niedrigwasserperiode 2020/21. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von zwei bis drei Jahren. Die Kosten werden auf 13,5 Millionen Euro geschätzt.

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