Silz, das „Olympische Dorf“

Ausgeklügelt: Auch wenn der alte Bauhof seinen Dienst noch recht gut versieht, wird die neue Anlage ein Gemeinde-Agrargemeinschaft-„Meilenstein“ für Silz. Architekt Marian Gritsch erläutert die Pläne. RS-Fotos: Bundschuh

Kampf um Olympia und OK für Bauhof-Neu

Abgesehen von einer Gegenstimme gibt sich das Silzer Gemeindeparlament als vehementer und, angesichts vorgetragenen Schriftsatzes, kompetenter Verfechter für Olympische Winterspiele 2026 in Innsbruck/Tirol. Dass der neue Silzer Bauhof als Gemeinschaftsprojekt mit der Agrar auf Schiene gebracht wurde, berichtete die RUNDSCHAU ausführlich (RS 28/2017, Seite 9). Das detailliert ausgearbeitete Projekt tritt nun in die Umsetzungsphase ein, und zwar mit einstimmigem „Ja“ der Ratsmitglieder.

Von Peter Bundschuh

Änderungen des Flächenwidmungsplanes in Sachen Firma Holter, TB Föger und Stark Service konnten bei der 13. Sitzung des Silzer Gemeinderates problemlos abgewickelt werden. Die Vermietung einer (von über 90) Glasfaserleitung an die Firma tirolnet wird zwar nicht das große Geld in die Gemeindekasse spülen, ist aber doch ein Anfang der Refinanzierung.

Einstimmig beschlossen wurde auch das Detailprojekt Notwasserversorgung Simmering. Nachvollziehbar, denn Silz verfügt zwar über ausgezeichnetes Trinkwasser, die Inntaler Gemeinde hängt aber an einer einzigen Quelle.

Silz ist pro Olympia 2026. Dass sich Silz/Kühtai schon frühzeitig positioniert, ist aus Sicht der Befürworter geschickt eingefädelt, weil „win-win“. Käme es tatsächlich zu einer Tirol-Bewerbung mit anschließendem Zuschlag, wäre der Austragungsort Kühtai bereits voll im Gespräch, wird es nix, wurde zumindest ausführlich darüber geredet.

Für das schneesichere, recht zentral gelegene und leistbare Skigebiet mit einem bewiesenermaßen flexiblen und auch gegenüber großen Veranstaltungen gewachsenem Management bedeutet das potentiell olympische Austragungsangebot jedenfalls Werbung, gratis, aber sicher nicht umsonst. Hauptsache: „gredt wird drüber“.

19 Quadratmeter Aufenthaltsraum und Platz für den Mähdrescher.

Doch ja, passt, so könnte man die Causa Silzer Bauhof zusammenfassen. Im Gemeinde-Agrarier-Gemeinschaftsprojekt können nach einstimmigem „Ja“ die Betonmischer schon im Oktober auffahren. Für Bauwerkskosten und Außenanlage werden rund eine Million Euro auf den Tresen zu legen sein, dazu kommt noch die Einrichtung. Realistisch, denn „billiger geht es eben nicht“, sind sich Bürgermeister Helmut Dablander und Bauamtsleiter Martin Dablander einig. Dass vor Jahren Kosten von 750.000 Euro im Gespräch waren, stimmt zwar, aber das waren eben „Daumen mal Pi“-Einschätzungen vor Jahren, da waren die Kostenveränderungen auf dem Bausektor der Gegenwart nicht abschätzbar. Damit gibt sich auch Vizebürgermeisterin Daniela Holaus zufrieden. Verbaut werden etwa 3300 Quadratmeter auf innenliegender Höhe von 4,70 Metern, Wendeflächen auf den Zentimeter geplant, Grenzabstandsflächen bestens genutzt.

Oder doch zurückrudern? Also passt und nur noch „durchwinken“? Nein, eine derart handgestrickte Dramaturgie wäre des Gemeinderates von Silz ganz und gar nicht würdig. Besser so: „Beim Kindergarten haben wir mehr Handlungsdruck, der Bauhof könnte ja auch warten, vielleicht wäre dem zweiten größeren Gemeindeprojekt doch der Vorzug zu geben.“ Ein einfach herzerfrischender „Ansager“ von Gemeinderat Magnus Gratl mit leichter Schockwirkung in der Arena, damit halt auf das Silzer Kindeswohl nicht vergessen wird. Anstoß „Kindergarten“ geglückt, Planung beschlossen. Finanziell könnte Dorfchef Dablander da eventuell auch keine schlechten Karten haben. Weil wie er meint: „Die Gespräche mit Tratter fänden ja noch vor der Wahl statt.“

Platzsparend, funktional und finanziell zu „stemmen“: Letztlich also einstimmiges „Ja“ zum neuen Bauhof. Demnächst: Das Projekt „Kindergarten“ wird den „ruppigen“, aber motiviert-sachlösungsorientierten Silzer Gemeinderat demnächst beschäftigen.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.