Silz gibt 6:2-Führung aus der Hand – Ehrwald/Imst müht sich

Lange Zeit schien das Gehäuse von Vomp für Ehrwald/Imst (weiße Dressen) wie vernagelt; erst im letzten Drittel kam die SPG auf Touren. RS-Foto: Unterpirker

Bullen unterliegen Kundl im Shootout – Zugspitz-Scorpions unterschätzen Gegner

Jesus! Was wären das für wichtige drei Punkte gewesen, hätte man in Kundl gesiegt. Und es standen auch alle Anzeichen dafür, führten die Bulls gegen den Favoriten doch bereits mit 6:2. Am Ende des Tages stand aber nur ein Pünktchen zu Buche – nach einer 6:7-Niederlage im Shootout. Im Kampf um das Playoff wird’s für die Truppe von Headcoach Florian Hirn enger und enger. Jetzt müssen Siege her – und nicht nur einer! Lange Zeit glücklos blieb Ehrwald/Imst im Gaisbachstadion gegen Vomp – aber dann raschelte es beim 7:0-Sieg im Gebälk der Unterländer doch noch massiv.

Von Albert Unterpirker

Wenn der Hund irgendwo begraben liegt, ist es manchmal schwierig, diesen auszugraben. Dabei hätte die Hirn-Mannschaft das Potenzial allemal, vorne mitzumischen. Aber hätte, wäre wenn – Fakt ist, dass Silz oft weit unter seinen Möglichkeiten bleibt und nur streckenweise seine Klasse aufblitzen lässt. Wie etwa zuletzt in Kundl, als die Oberländer bis zur 44. Minute mit 6:2 in Front lagen, es aber trotz dieser komfortablen Führung nicht schafften, die Tücher ins Trockene zu bringen. Erwin Althaller muss da erstmal durchatmen: „Wir haben bis zehn Minuten vor Schluss das Match dominiert“, resümiert der Obmann, „aber Kundl ist natürlich eine super Mannschaft, sie haben nicht aufgesteckt. Vielleicht haben wir den letzten Tick zu wenig Nerven gehabt, jedenfalls waren wir in den ersten zwei Dritteln ganz klar überlegen!“ In dieser Phase hätten die Gäste wohl „noch drei, vier Tore mehr schießen müssen, auch ein Stangenschuss war dabei, und dann haben wir zwei blöde Treffer bekommen“. Kundl habe in Folge alles nach vorne geworfen, „und dann wurde jeder kleine Fehler bestraft. Aber so ein Spiel darf man natürlich nicht mehr aus der Hand geben, das ist schon sehr bitter.“ Was kann man dennoch Positives aus diesem Abend extrahieren? „Wenn man so eine Leistung für die letzten vier Spiele herausspielen könnte, dann gewinnt man – aber wir sind wie eine launische Diva – von top zu flopp ist alles dabei.“ Aufgegeben wird im Playoff-Kampf aber nur ein Brief oder? „Natürlich! Wir haben es noch immer selbst in der Hand. Aber jetzt müssen wir von vier Spielen drei gewinnen“, weiß Althaller um die krasse Verschärfung der Ausgangslage Bescheid. Wie ist eigentlich die Stimmung in der Mannschaft?

Pflichtsieg.

„Natürlich hängen die Köpfe nach so einem Spiel in Kundl, aber man hat gesehen, was die Mannschaft können würde. Nur musst du das über 60 Minuten bringen, 50 Minuten sind zu wenig.“ Ein absoluter Musssieg steht nun bereits am kommenden Freitag vor der Tür, wenn es im vierten und wohl letzten Derby der Meisterschaft zu Hause gegen Zirl geht. „Da müssen drei Punkte her, da gibt’s keine Diskussion!“ Übrigens hält der Silzbulls-Obmann von einer mittlerweile diskutierten Regelung, Elite- und Landesliga zusammenzulegen, nicht viel. „Das macht für mich keinen Sinn, der Unterschied wäre zu groß.“ So wären die Landesliga-Teams „alle Prügelknaben“, sagt das Vereinsoberhaupt, stimmt aber in einem Punkt zu: „Am Reglement und an der Attraktivität muss sich etwas ändern. Außerdem sind sechs Teams zuwenig. Es gibt Interessenten aus Vorarlberg, Hard möchte mitspielen und man sollte weiter mit den Südtirolern reden.“ Von dort könnte die komplette Serie B mitspielen, „und das wäre besonders attraktiv!“ Am 18. Jänner gibt es eine Ligasitzung, auch Neuwahlen im Tiroler Verband sollen demnächst anstehen.

Tiroler Eliteliga, 16. Runde:

Kundl – Silz, 6:7 (SO, 2:3, 0:2, 4:1). Tore für Silz: Jan Trojan (5., 28.), Dominik Piffer (8., 14.), Ruslan Gelfanov (37., 44.). Strafen: 14 bzw. 10. Shots on Goal: 36 bzw. 25. Weitere Ergebnisse: Kufstein – Hohenems, 3:2. Zirl – Wattens, 2:3 (OT). Tabelle: 1. Kundl 22/16, 2. Kufstein 21/16, 3. Hohenems 21/16, 4. Wattens 15/16, 5. Silz 12/16, 6. Zirl 7/16. Nächstes Spiel: Silz – Zirl, Freitag, 19.1., 19.30 Uhr.

Klare Kopfsache.

Nur mit dem Toreschießen blutig schwer getan hat sich Ehrwald/Imst im Heimspiel gegen Vomp, denn bis lange ins zweite Drittel dauerte es, bis der SPG im gut besuchten Gaisbachstadion und bei minus sechs Grad der Führungstreffer gelang. Das Team von Headcoach Heiko Föger machte zwar nach einer etwas durchwachsenen Anfangsphase mächtig Druck auf das gegnerische Gehäuse, scheiterte aber immer wieder am ausgezeichnet agierenden Gäste-Keeper, mangelndem Spielverständnis oder der erbitterten Vomper Gegenwehr. „Ich habe die kompletten Linien umgestellt und wollte für die Playoffs etwas Neues probieren, aber das hat nicht funktioniert“, erklärt der Coach, der kurz vor Ende des Mitteldurchgangs wieder auf das alte System zurückgriff. „Ab da hat man gemerkt, dass wieder ein Aufschwung da war und wir wieder so gespielt haben, wie wir es eigentlich können.“ Dennoch mokiert der Trainer. „Das war vom Kopf her eine komplette Katastrophe. Man ist ins Spiel gegangen, als hätte man schon gewonnen – deshalb war es auch so zach!“ Das Match indessen trotz der hohen Intensität „komplett fair, es gab fast keine Strafen. Aber leider haben wir nicht gezeigt, was wir normalerweise können. Jetzt müssen wir aufpassen, denn das nächste Spiel ist das Wichtigste. Gegen Götzens kann man sich nicht erlauben, so zu spielen!“ Der Playoff-Kampf in der Tiroler Landesliga gestaltet sich vor allem um den dritten und vierten Platz äußerst eng. „Jetzt geht’s um die ,Wurscht‘, das wird eine haarige Partie! Nun steht ein Musssieg am Programm“, weiß Föger und fügt an: „Wenn wir Götzens schlagen, sollten wir die Playoffs erreicht haben.“

Tiroler Landesliga, 10. Runde:

Ehrwald/Imst – Vomp, 7:0 (0:0, 2:0, 5:0). Weitere Spiele: Weerberg – Silz II, 9:1. Götzens – Mils, 4:3. Weerberg – Kufstein II, 8:0. Tabelle: 1. Kufstein 25/10, 2. Weerberg 21/9, 3. Ehrwald/Imst 20/10, 4. Mils 19/10, 5. Götzens 15/9, 6. Silz II 7/9, 7. Vomp 4/10, 8. Seefeld/Zirl 3/9. Nächstes Spiel: Ehrwald/Imst (in Imst) – Götzens, Samstag, 20.1., 19 Uhr.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.