„Soll kommen und muss“

Venetbahn-Aufsichtsratsvorsitzender VBgm. Thomas Hittler: „Entpolitisierung jetzt machen.“ RS-Foto: Archiv

Venetbahn-Aufsichtsratschef Thomas Hittler über das abgelaufene Geschäftsjahr und die Zukunft

 

Die Venet Bahn AG soll künftig von einem hauptamtlichen Geschäftsführer geleitet werden – Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Hittler will eine „Entpolitisierung“.

 

Von Daniel Haueis

 

Es ist kein Plus geworden, aber zumindest kein allzu großes Minus: Die Venet Bahn AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (es hat mit April 2017 geendet) ein Minus von 53.000 Euro erwirtschaftet. „Die Entwicklung ist positiv – das Ergebnis wurde verbessert“, vergleicht Aufsichtsratsvorsitzender Ing. Mag. (FH) Thomas Hittler (Bürgermeisterstellvertreter von Landeck) die beiden letzten Geschäftsjahre – 2015/16 betrug das Minus 200.000 Euro mehr. Diese 53.000 Euro sind aber natürlich nur ein Teil dessen, was die Hauptgesellschafter Gemeinde Landeck und Gemeinde Zams jährlich aufbringen: „Eine gute Million Euro“, rechnet Hittler grob zusammen. Ihm ist klar: „Der ‚Venet’ wird kritisch bleiben – sorgenfrei gibt es nicht, seit man ihn gebaut hat“ – die Bergbahn wird heuer 50 Jahre alt. Das Minus hätte noch größer ausfallen können, gäbe es die Gipfelhütte nicht. Ohne das von Unternehmern aus dem Talkessel spendierte „Berghotel“ (plus die Gastronomie) „würden wir es nicht schaffen“, sagt Hittler, „sie tragen einiges zum Ergebnis bei“. Hittler dankt daher den Initiatoren, ohne die die Bergbahn „nicht mehr leistbar“ wäre.

 

BETRIEBSLEITER GEFUNDEN. Personelle Turbulenzen der letzten Zeit scheinen gelöst: Mit Christian Ferchl wurde ein neuer Betriebsleiter präsentiert (der bereits einmal Betriebsleiter am „Venet“ war), auch ein Gastroleiter ist gefunden. Es soll aber weitere Umstrukturierungen geben: Anstelle des aus Politikern bestehenden Vorstands werde es einen hauptamtlichen Geschäftsführer geben: „Er soll kommen und muss kommen“, so Hittler, der die „Entpolitisierung jetzt machen“ will. Mehrkosten hält der Aufsichtsratschef mögliche Synergien und Effizienzsteigerungen entgegen. Für eine hauptamtliche Geschäftsführung sprächen auch Großprojekte wie z.B. die Konzessionsneuerteilung oder ein Seiltausch, die im nächsten Jahrzehnt anstehen. Es seien auch Zusatzeinnahmen zu lukrieren – was der Bahn das Leben erleichtern würde (aktuell sind etwa Projekte für die Attraktivierung des Bergsommers).

 

OBOLUS VON „STARKEN“? „Der Venet ist da, man kann nur versuchen, das Beste daraus zu machen“, sagt Thomas Hittler. Er könnte sich aber gut vorstellen, dass starke Skigebiete einen Obolus leisten für jene meist kleinen, die der Bevölkerung das Skifahren ermöglichen. „Ich wäre froh, wenn sich etwas tun würde“, erklärt Thomas Hittler.