Sorge wegen Kleintier-Krematorium

Im Oberperfer Ortsteil „Dickicht“ leben 200 Menschen. Nur 100 Meter entfernt sollen das ganze Jahr über Kleintierkadaver verbrannt werden. RS-Foto: Schnöll

Investment-GmbH will im Gewerbegebiet Oberperfuss an 365 Tagen im Jahr Kadaver verbrennen – Anrainer wehren sich

In Oberperfuss herrscht Aufregung. Der Grund dafür: Eine in  Innsbruck ansässige Investmentgesellschaft will in unmittelbarer Nähe zum Ortsteil „Dickicht“, wo rund 200 Menschen wohnen, ein Kleintierkrematorium errichten, das an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in Betrieb ist. Mittwoch dieser Woche findet die gewerberechtliche Verhandlung statt. Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher und Gemeinderat Rupert Altenhuber, der ebenfalls Anrainer ist, kündigten Widerstand an. 

Das Kleintierkrematorium soll nur rund 100 Meter von einer großen Wohnanlage entfernt im Gewerbegebiet in einem Gebäude eingerichtet werden, das die Investmentgesellschaft von einem Oberperfer erworben hat. „Dem Verkäufer wurde glaubhaft gemacht, dass in dem Objekt Olivenöl abgefüllt wird“, erklärt Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher. Doch von einer Olivenöl-Abfüllanlage keine Spur: In der Halle sollen künftig Kleintierkadaver verbrannt werden, die aus ganz Westösterreich und aus Südtirol angeliefert werden. „An 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr soll die Verbrennungsanlage in Betrieb sein. Da kann ich mir kaum vorstellen, dass es keine Schadstoffbelastungen und Geruchsbelästigungen geben wird“, sagt Gemeinderat Rupert Altenhuber, der selbst im nahegelegenen Ortsteil „Dickicht“ wohnt und alle Rechtsmittel ergreifen will, um das Kleintierkrematorium zu verhindern.

WIDERSTAND. Dorfchefin Obojes-Rubatscher ist sich sicher, dass die Kleintierverbrennungsanlage nur mit umfangreichen Auflagen genehmigt wird, mit denen die Schadstoffbelastungen und auch die Geruchsbelästigungen hintan gehalten werden. „Trotzdem verwehre ich mich im Namen der Bewohnerinnen und Bewohner dagegen, dass nur 100 Meter vom Ortsteil Dickicht entfernt, wo 200 Menschen leben, ein Kleintierkrematorium errichtet wird“. Diese Woche am Mittwoch soll die gewerberechtliche Verhandlung stattfinden. „Wenn die Kleintierverbrennungsanlage genehmigt wird, werde ich sofort Einspruch erheben und eine Unterschriftenaktion starten“ kündigte Altenhuber gegenüber der RUNDSCHAU an. Dorfchefin Johanna Obojes-Rubatscher hat inzwischen einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der prüfen soll, ob ein Kleintierkrematorium in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern gesetzlich überhaupt   erlaubt ist. „Ich werde mein Möglichstes tun, um unsere Bevölkerung vor einer derartigen Einrichtung und den zu erwartetenden Auswirkungen zu schützen“, verspricht die Oberperfer Bürgermeisterin.

In dieser Halle soll das Kleintierkrematorium installiert werden. Dem Verkäufer des Objekts soll eine Olivenöl-Abfüllanlage glaubhaft gemacht worden sein. RS-Foto: Schnöll
GR Rupert Altenhuber kündigt massiven Widerstand an. RS-Foto: Schnöll