St. Anton wird empfohlen

Der Damen-Weltcup lockte z. B. knapp vor Weihnachten 2007 Massen nach St. Anton – bei einer Olympiade wär’s wohl nicht anders. RS-Foto: Archiv

Olympia-Machbarkeitsstudie Innsbruck/Tirol 2026: Alpinbewerbe am Arlberg angedacht

 

Sollten 2026 in Tirol Olympische Winterspiele stattfinden, hat St. Anton gute Karten, dabei zu sein: Der Arlbergort wird von 15 möglichen Locations als Austragungsort aller Ski-alpin-Bewerbe empfohlen.

 

Von Daniel Haueis

 

Land Tirol, Stadt Innsbruck und das Österreichische Olympische Comité haben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die als Grundlage für die Entscheidung über eine Bewerbung Österreichs mit Innsbruck/Tirol für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 dient. Proprojekt und AS+P mit MCI Innsbruck und Solid – Event, Management und Consulting GmbH haben insbesondere die Bereiche Sportinfrastruktur und Wettkampfstätten, Unterbringung, Transport und Verkehr, Umwelt und Nachhaltigkeit sowie die finanziellen Rahmenbedingungen analysiert. „Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig und stellen für eine potenzielle Bewerbung ein sehr gutes Zeugnis aus“, heißt es in einer Aussendung. LH Platter meint: „Keine Infrastruktur müsste geschaffen werden und die Spiele könnten auf Basis redimensionierter Anforderungen durchgeführt werden.“

 

ST. ANTON TOP. Unter den analysierten olympischen Wettkampfstätten findet sich auch Oberländer Locations, etwa St. Anton, Ischgl, der Pitztaler Gletscher oder Sölden – analysiert wurden sie nach sportfachlicher Eignung, Bündelung der Disziplinen (Ski Alpin), Erreichbarkeit und Entfernung zu Innsbruck. Von den insgesamt 15 analysierten Locations ist St. Anton top: drei grüne, eine gelbe Bewertung. Für die vertiefende Szenarienanalyse wurde der Arlbergort mit Kitzbühel und Saalbach-Hinterglemm ausgewählt. Bei St. Anton wird neben der sportfachlichen Eignung der leistungsfähige Bahnanschluss, von dem aus der Zielbereich zu Fuß erreicht werden kann, besonders hervorgehoben, ebenso die WM-Halle mit rund 1600 m2 Nutzfläche. Insgesamt: St. Anton schneidet in der Analyse besser ab als die beiden Konkurrenten – das Fazit: „Vor allem aufgrund der bestehenden leistungsfähigen Bahnanbindung wird gegenwärtig St. Anton am Arlberg als Standort präferiert.“ Im Konzept ist derzeit auch vorgesehen, dass die Ski-alpin-Athleten und die Offiziellen nicht im Olympischen Dorf in Innsbruck, sondern in bzw. in der Nähe von St. Anton untergebracht sind – im Umkreis von 10 Kilometern um die Arl-berggemeinde gebe es Unterkünfte mit 8500 gewerblichen und 3600 privaten Zimmern. Unter „Maßnahme zusätzlich geplant“ findet sich der Neubau einer Tiefgarage unter dem Vorplatz der WM-Halle in St. Anton – Vermerk: „In Diskussion seit WM 2001“. Die Garage sei für die Olympischen Spiele aber nicht erforderlich (wie z.B. auch der zweigleisige Ausbau der Arlbergbahn). In St. Anton würden übrigens nur bestehende Pisten genützt.

 

FREUDE IN ST. ANTON. „Besser geht’s nicht“, meint dazu Peter Mall, Generalsekretär Kandaharrennen, aus St. Anton. Es habe ein Gespräch mit der Evaluierungsgruppe gegeben, wobei St. Anton den Vorteil hatte, ein fertiges Konzept vorliegen zu haben – jenes für die (vorerst nicht geglückte) WM-Bewerbung, das eins zu eins auf die Olympischen Spiele umgemünzt werden konnte. Mall ortet im Dorf eine sehr große Begeisterung für Olympia – das bestätigt auch sein Bruder, Bgm. Helmut Mall: „Perfekt, cool.“ St. Anton sei seit der WM immer für Großvorhaben zu haben, die Bevölkerung sei „Feuer und Flamme“, und die Gemeinde unterstütze die Bemühungen um Olympische Winterspiele in Tirol und St. Anton: „Das ist super für uns.“

Entscheiden sollen die TirolerInnen: „Die Bevölkerung wollen wir dazu am 15. Oktober, parallel zur Nationalratswahl, befragen“, sagt der Landeshauptmann.

Bgm. Helmut Mall: Die Bevölkerung ist „Feuer und Flamme“.RS-Foto: Archiv
Kandahar-„General“ Peter Mall: „Besser geht’s nicht.“ RS-Foto: Archiv