„Stephi, wir hol`n di mit`m Traktor ab“

Zwar nicht ganz so schnell wie auf Skiern, aber umso entspannter: Stephanie Venier kam mit dem Traktor zu ihrem großen Empfang. Foto: zeitungsfoto.at

Oberperfuss bereitet Vize-Weltmeisterin Stephanie Venier großen Empfang – Eine Menge Geschenke gab`s obendrauf

Normalerweise ist Stephanie Venier Geschwindigkeiten jenseits der 100 km/h gewohnt. Zumindest auf ihren zwei Latten. Vergangenen Donnerstag ging sie es etwas gemächlicher an. Die Vize-Weltmeisterin von St. Moritz wurde auf einem Traktor zu ihrem großen Empfang kutschiert, zu dem nahezu das ganze Dorf kam.  

„Mir wurde gesagt, dass über 1.000 Leute da waren. Gezählt habe ich sie nicht. Aber es waren echt viele“, war die Stimmung bei der frischgebackenen Abfahrts-Silbermedaillengewinnerin dem Anlass entsprechend ausgelassen. Auch ob der Unmenge an Geschenken. Vom selbstgebackenen Kuchen über Geschenks-Körbe, zahlreichen Gutscheinen und Blumen bis hin zur eigenen Gondel und „Gratisskifahren auf Lebenszeit“ auf ihrem Hausberg war alles dabei. Das einzige, was an einem stimmungsvollen Abend fehlte: Ihre mittlerweile berühmten, zur Farbe der Medaille passenden „Silberschuhe“. „Mein Ausstatter Sorel hat leider noch keine silbernen Schuhe im Sortiment.“

Was noch nicht ist, kann ja noch werden. Und wer weiß: Vielleicht braucht`s nach der Weltmeisterschaft in Are 2019 ja goldenes Schuhwerk. Zuerst gilt es allerdings, das zu realisieren, was der 23-Jährigen am Sonntag, dem 12. Februar, gelungen ist. „Ich glaube da brauch ich noch ein bisschen Zeit. Ganz habe ich das alles noch nicht begriffen.“ Auch der Rummel um ihre Person ist noch etwas gewöhnungsbedürftig. „In letzter Zeit war`s ein bisschen stressig, weil plötzlich jeder etwas von mir wollte. Aber ich habe mir das recht gut einteilen können. Außerdem ist es ja ein positiver Stress.“

Viel Zeit zum Verschnaufen – „Ich habe die Zeit nach der WM zuhause bei meiner Familie und meinem Freund genossen“ – bleibt jedenfalls nicht. Bereits kommendes Wochenende findet der Weltcup mit einem Super-G und einer Abfahrt in Crans-Montana seine Fortsetzung. Ob des überraschenden Medaillengewinnes zusätzlich unter Druck gesetzt, sieht sie die „Silberne“ nicht. „Ich will einfach da weitermachen, wo ich aufgehört habe und auf keinen Fall locker lassen. Ich werde mein Bestes geben und was raus kommt, kommt raus.“

Aktuell steht in den Disziplinen-Wertungen in der Abfahrt ein 13ter und im Super-G ein vierter Rang. Geht sich am Saisonende gar ein Stockerlplatz aus? „Schön wäre es auf jeden Fall. Aber das ist ganz schwer zu erreichen. Weil die Anderen schlafen ja auch nicht. Da müssten die letzten drei Rennen schon so richtig sitzen. Aber schauen wir mal.“ Ein Motto, das schon vor der Weltmeisterschaft in St. Moritz galt. Was herausgekommen ist, ist mittlerweile hinlänglich bekannt.

Von Alex Dosch

Waren und sind immer ein großer Rückhalt: Die Eltern Christine und Mario Venier. Foto: zeitungsfoto.at
Stephi präsentiert stolz die Silberne von St. Moritz. Foto: zeitungsfoto.at

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