Stuibenfälle erstrahlen im neuen Glanz

Zwei Plattformen laden zur Aussicht auf einen der schönsten Orte im Bezirk ein. Foto: TVB Reutte

Die stark kritisierten Edelstahlkonstruktionen erweisen sich als sinnvoll

Die Stuibenfälle im Außerfern – nicht zu verwechseln mit dem Stuibenfall im Ötztal – sind ein echter Geheimtipp. In der Naturparkregion Reutte hat der Archbach, der aus dem Plansee kommt, mit viel Kraft und Zeit die Stuibenfälle zu einer traumhaften, unberührten Naturlandschaft geformt. 

Unermüdlich, meistens laut und selten leise, hat sich das Wasser des Archbachs in den vergangenen Jahrhunderten seinen Weg durch die Schlucht erkämpft. Bis zu neun Meter tiefe Becken – im Außerfern „Gumpa“ genannt – sind in den  Kalkstein geformt worden und schimmern in allen erdenklichen Blau- und Grüntönen. Diese Archbach-Gumpen ziehen heute vor allem Wanderer und Extremsportler an. Canyoning-Sportlern sind die Stuibenfälle als Klassiker bekannt.  Besonders spektakulär sind die beiden Abseilstellen von 22 bzw. 33 Metern Höhe. Von mehreren Aussichtspunkten aus können Wanderer und Naturliebhaber die mutigen Extremsportler bewundern.

Sicherheit geht vor. Im Wandergebiet Stuibenfälle bzw. Plansee-Heiterwangersee wurde in den vergangenen Monaten viel Geld investiert. Sicherungsmaßnahmen  waren notwendig und verschiedene Gefahrenpunkte wurden entschärft. Ronald Petrini, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Reutte dazu:
„Sicherheitsmängel und gefährliche Stellen sind umgehend zu beseitigen. Diesen Anspruch stellen wir an uns. Wir sind bemüht, unseren
Gästen bestens gewartete Wanderwege und Ausflugsziele zu bieten und sie in allen Belangen zufriedenzustellen.“

Wege, Brücken, Aussichtspunkte. Schon im vergangenen Jahr wurde mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen begonnen, die in diesem Jahr abgeschlossen werden konnten. Geländer geben den Wanderern Sicher-
heit, wo Rutschgefahr drohen könnte, Brücken sichern die Übergänge von Wasserläufen und Schotterfeldern.
Zwei Aussichtsplattformen gelten bei den Wanderern als beliebte Rast- und Jausenplätze. Von hier aus lassen sich spektakuläre Blicke auf die rauschenden Wassermassen und die vielen Canyoning-Gruppen werfen, die sich über die Felsstufen abseilen. Naturliebhaber können verschiedene Blumen entdecken und für grandiose Schnappschüsse bieten sich unzählige Motive. Im Frühling dieses Jahres wurde eine Plattform bei den kleineren Wasserfällen montiert, die den Besuchern neue Perspektiven auf das Naturjuwel eröffnet.
Der Ministersteig, in Fließrichtung rechts über dem Archbach verlaufend, wurde ebenfalls generalüberholt und ist nun für alle Wanderer ohne Hindernisse begehbar. Wenn  auch zwischendurch Stimmen laut wurden, die die Edelstahlkonstruktionen kritisierten, sind die Sanierungsmaßnahmen gut zu heißen. „Wir bieten damit Sicherheit und Wanderkomfort auf sehr hohem Niveau. Immer mehr Gäste und Einheimische entdecken die Stuibenfälle als leicht erreichbares Naherholungsgebiet. Höhere Frequenz bedeutet für uns, dass wir noch mehr bemüht sind, den Ansprüchen aller Besucher gerecht zu werden. Sicherheit ist eine unbedingte Notwendigkeit“, begründet Ronald Petrini die getroffenen Maßnahmen.

Starke Partner. Im gesamten wurden 200 000 Euro investiert. Der Tourismusverband als Projektträger konnte sich dabei auf starke Partner verlassen. Die Elektrizitätswerke Reutte sowie die Gemeinden Reutte und Breitenwang konnten ins Boot geholt werden. Über den Landschaftsdienst stellte das Land Tirol Fördermittel zur Verfügung. Nur so konnte das Projekt realisiert werden, ist sich Geschäftsführer Petrini sicher.

Von den Stuibenfällen zum Plansee. Als eine der beliebten Wanderrouten gilt die Etappe über die Stuibenfälle bis weiter zum Plansee bzw. Heiterwangersee. Wandern und Baden lassen sich dabei perfekt kombinieren. Der Weg, den der Archbach nimmt, zeigt, welche gestalterische Kraft das Wasser besitzt. In der Vergangenheit gab es immer wieder Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern. Auch diese Problematik wurde in die Sanierungsüberlegungen miteinbezogen. Die Wanderwege sollen für alle nutzbar sein. Immer wieder findet man Hinweise, einander zu respektieren und den Genuss doch manchmal vor den sportlichen  Ehrgeiz zu stellen.
Auf dem ursprünglichen Wanderweg war ein sicheres Aneinandervorbeikommen oft nicht möglich. Mit dem Ausbau der Wege gibt es diese Problem nicht mehr. „Man kann das Radfahren auf den Wanderwegen nicht verbieten. Aber man kann die Voraussetzungen schaffen, dass Wanderer und Radler miteinander auskommen“, ist Ronald Petrini vom Konzept überzeugt. Einen komplett neuen Weg anzulegen wäre nicht finanzierbar gewesen, so konnten aber die bestehenden Ressourcen genutzt und verbessert werden.  Wieder standen kompetente Partner – der Tourismusverband Reutte, der Tourismusverband Tiroler Zugspitzarena und das Land Tirol – zusammen und investierten 70.000 Euro in das Wandergebiet rund um die Region Plansee-Heiterwangersee.

Liebe für vier Pfoten. Auch an die Hunde wurde gedacht. Riffelbleche auf den Stahlstegen und Übergängen erleichten den Vierbeinern das Wandern. „Da sehr viele Hundebesitzer auf diesen Wegen unterwegs sind, war es uns ein Anliegen, auch auf ihre Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen“, erklärt Petrini diese Maßnahmen.