Talent an den Tasten

Zum Jahresausklang verzauberte der erst 15-jährige Niederländer Stefan Bele die Konzertbesucher mit Stücken von Brahms, Bach, Beethoven oder Mozart. RS-Foto: Wimmer

15-jähriger niederländischer Ausnahme-Pianist verzauberte Ehrwalder Konzertbesucher zum Jahresausklang

Stefan Bele ist erst 15 Jahre alt, aber spielt Klavier wie ein erfahrener Profi. Am 28. Dezember 2017 begeisterte er das Publikum im Ehrwalder Gemeinde-Saal „Sonnenspitze“ mit einem fulminanten Konzert auf dem berühmten Clemens-Krauss-Flügel. Bei Stücken von Liszt, Ravel, Mozart, Bach oder Beethoven zeigte der junge Niederländer eine beeindruckende musikalische Reife und großes Talent.

Die Ehrwalder Bücherei und der Kulturkreis haben zwischen Weihnachten und Silvester zu einer Veranstaltung der Extraklasse eingeladen, die man nicht jeden Tag im kleinen Zugspitzdorf erlebt: erstklassige Piano-Musik, gepaart mit vergnüglichen Gedichten und besinnlichen Texten.

MUSIKALISCHES HÖRVERGNÜGEN. Ob Mendelssohn, Chopin, Mozart, Beethoven, Bach, Brahms oder Ravel. Er kann sie alle. Stefan Bele feierte am 28. Dezember 2017 gerade mal seinen 15. Geburtstag, doch die Klassiker auf dem Klavier beherrschte er bereits im Schlaf. Scheinbar ganz leicht und wie von selbst wanderten seine Finger über die Tasten, mal laut und leidenschaftlich, mal leise und nachdenklich – aber immer unheimlich faszinierend. Auch Eigenkompositionen wie „Ein Speleologe in der Grotte“, das Bele bereits im Alter von zehn Jahren komponiert hat, gehörten zu seinem vielseitigen Programm.

KOMPONIST UND KLAVIERSPIELER. Bereits mit vier Jahren saß der gebürtige Rotterdamer das erste Mal an den Tasten. Mit sechs komponierte er seine ersten Stücke. Seine Leidenschaft für (Orchester-)Komposition und Klavier brachte ihn zum Konservatorium nach Amsterdam, wo er heute noch studiert. Im Laufe der Jahre gewann Bele viele Preise, wie zweimal den 1. Platz des prestigereichen „Prinses Christina Compositie Concours“. „Musik sagt etwas darüber aus, wer ich bin“, erklärte der junge Künstler im Gespräch mit der RUNDSCHAU seine Leidenschaft, der er im Schnitt „nur“ zwei Stunden am Tag nachgeht. „Aber ich habe auch andere Hobbys wie Zeichnen und Tischtennis.“

LITERARISCHER GENUSS. Begleitet und erklärt wurde Beles bezaubernde Klaviermusik von kurzen Texten und Gedichten, die von den Bücherei-Mitarbeiterinnen vorgetragen wurden. Darunter fanden sich z.B. Robert Odemanns komischer „Schicksalswalzer“, der von einem Mottenpärchen im Bechstein-Flügel erzählt oder ein Auszug aus Eric-Emmanuel Schmitts „Mein Leben mit Mozart“, der über die Wirkung von Musik in der Weihnachtszeit sinniert. Die Mischung aus Klassik und Literatur sorgte rundum für einen gelungenen und unterhaltsamen Abend.

Von Juliane Wimmer

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