Tiroler SPÖ stellt sich komplett neu auf

Bundeskanzler Christian Kern besuchte die Tiroler SPÖ-Chefin Elisabeth Blanik und Sellrains Bürgermeister Georg Dornauer beim Landesparteitag. Fotos: Wolfgang Rives

Unter dem Motto „alles neu“ fand Samstag der Landesparteitag statt – 92 Prozent Zustimmung für Elisabeth Blanik

Insgesamt 247 Delegierte fanden sich am vergangenen Samstag im Völser Veranstaltungszentrum Blaike ein, um sich bei ihrem außerordentlichen Landesparteitag für die bevorstehenden Landtags- und Nationalratswahlen neu aufzustellen. SPÖ-Chefin Elisabeth Blanik krempelt die Partei um. Sie versammelte ein neues und vor allem überaus junges Team um sich und schwor die Basis ein, den eingeschlagenen Weg mit ihr zu gehen. Selbst Bundeskanzler Christian Kern ließ es sich nicht nehmen am Parteitag dabei zu sein und forderte von seinen Genossen den Führungsanspruch zu stellen. Auf Bundes-, aber eben auch auf Landesebene. 

„Elisabeth Blanik hat in Lienz bewiesen, wie man sozialdemokratische Politik macht und eine schwarze Gemeinde dreht. Ich bin sehr zuversichtlich, was Tirol angeht. Wir müssen uns große Ziele setzen, deshalb erwarte ich mir, dass Tirol mit Elisabeth Blanik im Jahr 2023 eine rote Landeshauptfrau hat“,  beschwor Bundeskanzler Kern die anwesenden Delegierten der Tiroler SPÖ, den neuen Kurs der Parteivorsitzenden mitzutragen. Mit 92% Zustimmung wurde der Weg zur Erneuerung freigemacht.

ALLES NEU MIT JUNGEM TEAM. „Ich schaue zwar nett und zart aus, aber wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe und es nicht in die gewünschte Richtung geht, kann ich auch ziemlich unangenehm werden“, meint Elisabeth Blanik und forderte die Partei auf, am neuen Programm mitzuarbeiten und für die bevorstehenden Wahlen zu „laufen, laufen und nochmal zu laufen“. Auf den Listen zur Landtags- und zur Nationalratswahl finden sich praktisch keine „alten“ Gesichter mehr. Blanik stellt das Team völlig neu auf und freut sich auf den bevorstehenden Wahlkampf. „Ich werde eine wunderbare junge Truppe in die Landtagswahlen führen und ich freue mich sehr darauf. Unser Engagement und unsere Leidenschaft werden sprühen und wir wollen euch alle mitreißen. Unsere Grundwerte sind aktueller denn je, wir müssen sie aber mit neuem Leben füllen. Wir sind gefordert, lauter, aktiver, glaubwürdiger und entschlossener zu werden. Wenn wir es schaffen die Menschen zu begeistern, dann werden sie den Weg auch mit uns gehen. Dazu braucht es zu allererst aber die Erneuerung“, betonte Blanik bei ihrer Rede im vollbesetzten Völser Veranstaltungssaal und erntete dafür stehende Ovationen. „Konstruktives Gestalten und nicht Auseinanderdividieren, das ist unser Weg. Wir brauchen eine starke sozialdemokratische Stimme in Tirol. Mit jungem Spirit und dem Herzen einer traditionsreichen ArbeitnehmerInnenpartei stellen wir uns der Herausforderung“, setzte die Tiroler SPÖ-Chefin nach.

LISTEN VON DELEGIERTEN ABGESEGNET. Im Wahlgang erhielt Blanik die erforderliche Zustimmung und wurde mit 92 Prozent als Spitzenkandidatin für die Landtagswahlen bestätigt. An nächster Stelle folgt Sellrains Bürgermeister Georg Dornauer junior. Der Vorsitzende der Bezirkspartei Innsbruck Land ist Blaniks „Nummer zwei“  und wurde von 83 Prozent der Wahlberechtigten unterstützt. Weiters auf der Liste finden sich Claudia Hagsteiner (Bezirk Kitzbühel), der Gewerkschafter Philip Wohlgemuth, Elisabeth Fleischanderl (Bezirk Schwaz) und an sechster Stelle der Landecker Benedikt Lentsch. Die Imsterin Alexandra Zolitsch, Stefan Zaggl (Bezirk Reutte), Patricia Bittersam Horejs (Kufstein) und der FSG-Gewerkschafter Hubert Scheiber komplettieren die Liste. Für die Nationalratswahl vervollständigen Selma Yildirim, Christian Kovacevic, Gabi Schiffer, Max Unterrainer und Margit Luxner das „alles-neu-Team“ von Elisabeth Blanik.

 

Von Wolfgang Rives

SPÖ-Tirol – neu: Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik, Georg Dornauer jun., Claudia Hagsteiner, Philip Wohlgemuth, Elisabeth Fleischanderl und Benedikt Lentsch (v.l.). Foto: Wolfgang Rives

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