Tirols Wirtschaft brummt – das Außerfern ist mit dabei

Auf ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr 2017 stießen WK-Obmann Christian Strigl, WK-Präsident Dr. Jürgen Bodenseer und Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler (v.l.) an. RS-Foto: Claus

Alljährlicher Neujahrsempfang in der Reuttener Wirtschaftskammer

Auch in diesem Jahr war der Auftritt der Wiltener Sängerknaben unter ihrem Chorleiter Johannes Stecher beim Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Reutte ein besonderer Höhepunkt des Abends. Mit dem vielstimmigen Auftrittslied „Griaß enk Gott alle miteinander“ – frei nach der Operette „Der Vogelhändler“, dem Wirtschaftskammerlied, dem „Barbara Ann“ und dem „Schifoan“ von Wolfgang Fendrich hatten sie zum wiederholten Mal die Herzen der Gäste erobert.

Mit der äußerst positiven Einschätzung der Wirtschaft in Tirol im Allgemeinen und dem Außerfern im Besonderen stellte Dr. Jürgen Bodenseer als Präsident der Wirtschaftskammer Tirol den Unternehmerinnen und Unternehmern ein gutes Zeugnis aus. „Die Stimmung ist super und wir sind österreichweit in vielerlei Hinsicht in der ‚Pole Position’– wir haben sie hart erkämpft und sie will verteidigt werden“, stellte er vor Vertretern der Wirtschaft und der Politik fest. Wieder einmal habe sich gezeigt, dass der gesunde Branchen- und Unternehmensmix sowie der intensive Tourismus dafür sorgen, dass der Standort Tirol krisensicher ist. Der Rückblick auf das vergangene Jahr zeige, dass es für die Betriebe substanzielle Fortschritte gab. Beispielsweise mit der Investitionszuwachsprämie, mit punktgenauen Fördermaßnahmen und einer Klarstellung bei der Gewerbeordnung, sodass Meister und Lehre gesichert bleiben. „Auf der anderen Seite mussten die Unternehmer mit jeder Menge Polit-, Sozial- und Ökopopulismus fertig werden“, fuhr er fort. Das habe Projekte verhindert, Unsicherheit geschaffen und die Planung beeinträchtigt – er forderte eine Rückkehr zur Sachlichkeit. Nach Monaten des Stillstandes gelte es, die derzeit auf dem Tisch liegenden politischen Konzepte umzusetzen. „Wir alle warten auf Mut zur Lücke – es braucht weniger Strafen und Kontrollen, weniger Steuern und weniger Bürokratie“, schrieb er mit seiner Aussage der Politik ins Stammbuch. Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf sieht es als eine der Aufgaben zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes, junge Menschen verstärkt zu aktivieren und beim Entwickeln eigenen Engagements zu unterstützen. Dies bedeute auch, die Technologieförderung so attraktiv wie möglich zu gestalten.
„Der Bezirk Reutte glänzt mit der tirolweit geringsten Arbeitslosigkeit und steuert somit auf Vollbeschäftigung zu“, sagte Reuttes WK-Obmann Christian Strigl. Durch diverse Maßnahmen soll dem sich abzeichnenden Facharbeitermangel begegnet werden. Die Wirtschaftskammer entwickle immer wieder neue Unterstützungsmaßnahmen im Bereich der Berufsorientierung. Beim Stichwort „Digitalisierung“ sind Bestrebungen im Gange, eine Bündelung für digitale Technik zu entwickeln. Kombinationen mit vorhandenen Schulformen wären dafür eine ideale Grundlage.
Strigl nahm auch Stellung zur immer wieder aufkommenden Fernpass-Thematik: zur B179, die als Lebensader für unsere Betriebe wichtiger denn je ist, wolle er einige Worte über die derzeitige Diskussion verlieren bzw. in ein paar Punkten auch Klarheit zu schaffen. „Unser oberstes Ziel muss es sein, den Verkehr zwischen dem Zentralraum Reutte und dem Fernpass bzw. in weiterer Folge dem Inntal am Laufen zu halten, ohne das 7,5 Tonnen Limit für Lkw zu gefährden. Der Scheiteltunnel als Einzelprojekt wird den Stau im Bezirk nicht lösen, er wird aber eine potentielle Gefahren- bzw. Staustelle entschärfen und die Strecke über den Fernpass um über vier km abkürzen“, stellte er fest. Gemeinsam mit den Begleitmaßnahmen der Fernpass-Strategie wie Pförtnerampel, zusätzlichen verkehrsleitenden Maßnahmen, Schaffung einer kreuzungsfreien Verkehrssituation usw. werde es gelingen, zumindest eine spürbare Entlastung für heimische Wirtschaftsbetriebe sowie der gesamten Bevölkerung zu schaffen.

Von Uwe Claus

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