Touristisches Gipfeltreffen

Gastgeber WB-BO Peter Müller (l.) und Hausherr Franz Dengg (r.) nehmen die Podiumsdiskutanten in die Mitte. Foto: WB/Klotz

Wirtschaftsbund lud zum Außerferner Tourismustreffen auf die Zugspitze

Knapp 70 UnternehmerInnen aus der Tourismusbranche des Außerferns folgten der Einladung des Wirtschaftsbundes Reutte zu Österreichs höchstem Tourismustreffen auf der Zugspitze.

Das Podium war auch in diesem Jahr mit Tourismusexperten prominent besetzt – Tirols WB-Landesobmann Franz Hörl, der Direktor des Ötztal Tourismus, Oliver Schwarz sowie die obersten Hoteliers auf Landes- bzw. Bundesebene, Mario Gerber und Sigi Egger gaben sich auf 2.962 Metern Seehöhe ein Stelldichein.  In bewährter Manier führte Wolfgang Winkler durch die Diskussion, bei der Themen wie Olympia 2026, Verkehr, Golfplatzkonzept, geändertes Reiseverhalten, Verlängerung der Saisonen, Fachkräftemangel bis hin zu Allergenverordnung und Steuerbelastung uvm. diskutiert wurden. Traditionell in einer der Tourismusregionen des Bezirkes veranstaltet, lädt der Wirtschaftsbund zum Außerferner Tourismustreffen und bietet mit dieser Plattform die Möglichkeit, über notwendige Impulse, Herausforderungen und Entwicklungen in Sachen Tourismus zu diskutieren.  „Das Treffen steht stets im Zeichen des Austausches unter den Touris-tikern zum einen, und mit Entscheidungsträgern aus Politik zum anderen. Es freut uns sehr, dass wir in diesem Jahr wieder zahlreiche Interessierte begrüßen konnten“, so der Reuttener Bezirksobmann des Wirtschaftsbundes Peter Müller.
Pro-Stimmung für Olympia. Aufgrund der Aktualität hinsichtlich der Machbarkeitsstudie zu einer möglichen Olympiabewerbung von Land Tirol und Stadt Innsbruck ließ Winkler die versammelten Touristiker und Wirtschaftsbündler abstimmen, ob sie sich denn für eine Bewerbung aussprechen würden. Das einstimmige Votum für eine Bewerbung ließ nicht lange auf sich warten. Oliver Schwarz, Ötztal Tourismus, dazu: „Olympische Spiele im Tourismus- und Sportland Nr. 1 sind eine Riesenchance für ganz Tirol und uns alle.“

Funktionierende Tourismuswirtschaft. Der Tourismus stellt in Österreich im Allgemeinen, in Tirol im Speziellen ein starkes Standbein dar und hat in Krisenzeiten den Wirtschaftsmotor am Laufen gehalten. Auch wenn die gesetzlichen Vorschriften und so manche überbordende Vorschriften – Stichworte Allergenverordnung und Steuerreform – mitunter den Touristikern sauer aufstoßen, ist der Wohlstand und die Lebensqualität in vielen Tälern und Regionen Tirols auf die Entwicklungen im Tourismus zurückzuführen. In diese Kerbe schlägt der Landesobmann des Tiroler Wirtschaftsbundes, Franz Hörl. „Ganz egal, ob im Tannheimertal, dem Lechtal oder in der Zugspitzregion, in allen Tourismusregionen des Bezirkes wird Tourismus auf höchstem Niveau betrieben. Hier gilt ein Dank an all meine Touristikerkollegen im Bezirk sowie den fleißigen MitarbeiterInnen in den Betrieben für ihren Einsatz“, so Hörl.

Qualität hat ihren Preis. Auch was die Wertschätzung und die damit verbundenen monetären Erträgen der Branche betrifft, gibt es eine klare Meinung der Podiumsdiskutanten. „Ja, wir verkaufen uns oft unter Wert“, so der einhellige Tenor. „Diese hohe Qualität an Leistungen, der Erlebniswert, der unseren Gästen geboten wird, dies dürfen wir nicht unter den Scheffel stellen. Wir dürfen durchaus den Mut haben, dass wir für unsere Angebote einen entsprechenden Preis verlangen“, stellen die Hoteliersvertreter Gerber und Egger fest.

Fachkräftemangel, Golfplatz, Verkehr. Was die weitere Entwicklung hinsichtlich bestehender bzw. neuer Golfplätze betrifft, so gibt es mit der Evaluierung des Golfplatzkonzeptes durchaus wieder Grund zur Hoffnung, was die Zugspitzregion als auch das Tannheimer Tal betrifft.  „Die Landesregierung hat hier durchaus gute Kompromisse zusammengebracht. Moorböden als auch die Größe stellen keine Ausschließungsgründe im neuen Konzept mehr dar“, informiert Hörl.
Auch die Problematik, entsprechendes Personal zu finden, ist bei vielen Tourismusunternehmern virulent und unbestritten. Es wird immer schwieriger, fachkundiges Personal zu finden und die Anstrengungen sowie Angebote, um Mitarbeiter anzuwerben, sind mittlerweile enorm. So sind z.B. Mitarbeiterunterkünfte mittlerweile qualitativ so hoch angesiedelt, dass sie keine Wünsche mehr offen lassen. Auch im Hinblick auf die „Work-Life-Balance“ muss man neue Wege beschreiten.

Thema Fernpass-Scheiteltunnel. Die Realisierung und der Baubeginn des Fernpass-Scheiteltunnels als auch des Tschirganttunnels waren natürlich auch bei diesem Treffen  ein Thema – wenngleich darüber durchaus konträr diskutiert wurde.
Während für die einen nur das bestehende Tunnelprojekt einzig mach- und finanzierbar sei, sehen die anderen die Lösung nur in einer großen Variante.