Unstimmigkeit im Gemeinderat

Großes Interesse an einigen Punkten der Tagesordnung füllte den Gemeindesaal mit Anwohnern bei der letzten Gemeinderatssitzung in Tarrenz. RS-Foto: Burger

Kindergartenprojekt sorgt für Unruhe in Tarrenz

Das neue Bauprojekt Kindergarten und Kinderkrippe, das sogenannte „Kinderbetreuungszentrum“, in Tarrenz sorgte jüngst für Unruhe unter den Gemeinderatsmitgliedern. Nach Gesprächen und Kritik kam es zu Entscheidungen der Gemeinde, die bei einzelnen Gemeinderäten für Unstimmigkeiten sorgten. Nicht nur die normalen Geschäftsbelange wurden bei der letzten Gemeinderatssitzung zum Thema gemacht, sondern auch direkte Fragen an die Führung gestellt.

Von Mel Burger

Bürgermeister Rudolf Köll eröffnete die Gemeinderatssitzung Tarrenz wie üblich mit Allfälligem und dem Bürgermeisterbericht. Bei Veränderungen des Personals der Bücherei aus Altersgründen suche man noch immer nach konkreten Nachfolgern und hoffe auf Vorschläge aller Anwesenden. Weiter stehen Kanalsanierungen, Änderungen des Pflegegeldes und die erwünschte Kapazitätserhöhung der Pflegebetten an. Bürgermeister Köll lobte die zahlreichen Adventprojekte, wie den Adventkalender oder Adventmarkt und bat die Ratsmitglieder zahlreich daran teilzunehmen. Als nächster Punkt wurde über einen Fall eines Einwohners gesprochen, der gegen die örtlichen Vorschiften bei dem Bau seines Stadels verstoßen hat und jetzt durch einen Einspruch und Beweisfotos vergeblich versucht, die Konsequenzen zu verhindern.

Finanzen.
Der Überprüfungsausschuss trug die abgeschlossenen Zahlen von 2017 und die Kontobewegungen der Gemeinde vor und freute sich wieder ein fehlerloses Führen der Bücher verbuchen zu können. Der Ausschuss und der Bürgermeister werden in Kürze auch die Zahlen des Budgets für das kommende Jahr 2018 überarbeiten und bekanntgeben.
Grauviehzuchtverein.

Zur Abstimmung kam auch die Änderung des Förderbetrages für das Erhalten eines Zuchttieres im Verein und Ort. Da es die letzten Jahre mehr als einen gab, wurde darüber gesprochen, wie viel Zuchtstierunterstützung jeder bekommen soll. In der Vergangenheit kam es zu unterschiedlichen Zahlungen, da einige über Einnahmen aus der Teilnahme am Gassenfest verfügten. Gemeinderätin Simone Tangl setzte sich für einen gleichhohen Betrag ein, da es jedem selbst überlassen ist, an Aktivitäten teilzunehmen. Nach zusätzlichen Wortmeldungen aus dem Publikum wurde einstimmig der Förderbetrag von 300 Euro pro Stier festgelegt.

Wendepunkt.

Am Ende der Tagesordnung bat Gemeinderatsmitglied Kilian Tangl um das Wort. Er sprach Bürgermeister Rudolf Köll direkt auf ein Schreiben, welches von den Kindergartenangestellten an die Gemeinde geschickt wurde, an. In dem ersten Schreiben, dessen Kopie der RS-Redaktion vorliegt, bitten alle Kindergartenpädagogen um eine Neubesetzung ihrer Vertretung im Gemeinderat, da die derzeitige Person „unzumutbar“ sei, wenn sie gegen das geplante Kindergartenzentrum ist. Gemeinderat Kilian Tangl erklärte, dass GR Carolin Kropf nie gegen das Projekt Kindergarten gewesen wäre, sondern nur ihre persönliche Kritik gegenüber der Bauweise geäußert habe. Tangl klagte an, dass dieses Vorgehen der Pädagogen (Anm.: welches er zuerst von Seiten der Gemeinde vermutete) völlig unpassend sei. Zum Glück konnte durch direkte Gespräche mit den „Kindergartentanten“ der Antrag, die Kindergartenreferentin von ihrem Posten zu verabschieden, abgewendet werden. Am 24. November zogen die Pädagogen nämlich ihr Ansuchen zurück.

Klärungsbedarf.

GR Kropf wollte den Vorschlag einbringen, die einzeln stehenden Häuser des Kinderbetreuungszentrums zu verbinden, um dadurch ein sicheres Miteinander zu garantieren. Auch die Situation der Tiefgarage sei nicht fertig durchdacht worden. GR Kropf verteilte während der Gemeinderatssitzung ihr persönliches Schreiben mit ihren Erklärungen zu den Missverständnissen und ihren Rücktrittsabsichten als Kindergartenreferentin, nach der – in ihren Augen – unzumutbaren Behandlung durch die Gemeinde. Bgm. Köll versprach, Gespräche mit allen Betroffenen zu führen und sicherte den zahlreich erschienenen Einwohnern eine rasche Klärung zu.

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