„Vogel friß oder stirb“-Methode sorgt für Ärger

Schülerlotsen lotsen die Schulkinder über den provisorischen Schutzweg bei der Feuerwehrhalle. RS-Foto: Schnöll

BH Innsbruck-Land ließ in Pfaffenhofen ohne Absprache mit der Gemeinde hochfrequentierten Zebrastreifen entfernen

Im Dorfzentrum von Pfaffenhofen, im Bereich des so genannten Doktorhauses, wurde kürzlich von der Fahrbahn der L 11  ein Fußgängerübergang entfernt. Das sorgt bei der Bevölkerung für Ärger, Bürgermeister Andreas Schmid zeigt sich indessen über die Vorgangsweise der zuständigen Behörde der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land verwundert. Der Zebrastreifen wurde nämlich ohne vorherige Absprache mit der Gemeinde „ausradiert“.

„Der Schutzweg über die Völser Landesstraße L11 beim Doktorhaus wurde 1997 um viele Geld errichtet und auch behördlich genehmigt“, weiß der Pfaffenhofer Bürgermeister Andreas Schmid. 2006 wurden von der Verkehrsbehörde für Fußgängerübergänge neue Richtlinien geschaffen, dem Schutzweg in Pfaffenhofen schenkte man allerdings von Seiten der BH Innsbruck-Land jahrelang keine Beachtung. Bis heuer im Feber. „An einem Donnerstagvormittag flatterte der Bescheid der BH Innsbruck-Land ins Gemeindeamt, kurz nach Mittag war vom Fußgängerübergang nichts mehr zu sehen.  Arbeiter des Baubezirksamts hatten den Zebrastreifen im Auftrag der BH entfernt“, schildert Schmid. Begründet wurde die Aktion damit, dass der Schutrzweg nicht mehr den Richtlinien entspricht, da von der nördlichen Straßenseite (Friedhofsmauer) die erforderliche Sichtweite auf den aus Richtung Osten nahenden Verkehr nicht gegeben ist.

30-km/h-Beschränkung.   Bürgerrneister Andreas Schmid sagt, dass die Maßnahme von den Richtlinien her gesehen berechtigt sei. Mit der „Friß Vogel oder stirb“-Methode von Seiten der BH Innsbruck-Land kann er sich allerdings nicht anfreunden: „Vorher reden hätten man mit uns schon können!“ Bis auf weiteres gibt es einen provisorischen Fußgängerübergang vor der Feuerwehrhalle, der wenigstens von den Schulkindern genutzt wird. „Die meisten Erwachsenen queren die L 11 immer noch vor dem Doktorhaus, jetzt halt ohne Zebrastreifen.“, berichtet ein Schülerlotse. Ein Gutachter soll nun prüfen, ob an der Stelle wieder ein Fußgängerübergang errichtet werden kann, wenn im Ortszentrum eine 30-km/h-Beschränkung verordnet wird. Der  Gemeinderat hat sich bereits einstimmig dafür ausgesprochen.

Hinweis auf den neuen Zebrastreifen. RS-Foto: Schnöll
Die Absperrung kann nicht verhindern, dass Erwachsene die Landesstraße auch ohne den „ausradierten“ Gehsteig queren. RS-Foto: Schnöll