Vorbei mit Gratisparken

Die ab 1. Jänner 2018 geltende Regelung betrifft auch die Brixner Straße im Stadtteil Öd. RS-Foto: Tiefenbacher

Anwohnerparkkarte startet in Landeck am 1. Jänner 2018

 

Mit 1. Jänner 2018 tritt in Landeck die Anwohnerparkkarte in Form einer Vignette in Kraft. Dies beschloss vergangenen Donnerstag der Landecker Gemeinderat einstimmig.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Das Thema Parkraumbewirtschaftung ist in Landeck nicht neu. Seit einiger Zeit beschäftigt sich der Gemeinderat damit und versuchte mit Experten ein Konzept auszuarbeiten. Die Einführung wurde auch immer wieder öffentlich debattiert. Dies ist nicht besonders verwunderlich, hat doch die Parkraumbewirtschaftung für die Landecker Premiere. Bisher standen ihnen grundsätzlich (außer Bereiche wie die kostenpflichtigen Kurzparkzonen und Busparkplätze) öffentliche Flächen im Stadtgebiet zur Verfügung, auf denen sie kostenlos ihren Pkw oder das Firmenauto abstellen konnten. Mit Einführung der Parkraumbewirtschaftung ist es damit nun vorbei. Betroffen hiervon sind vor allem die Stadtteile Angedair, Perjen und Perfuchs. Bgm. Dr. Wolfgang Jörg (ÖVP) ist angesichts der gegenwärtigen Situation von der Notwendigkeit und Richtigkeit dieser Maßnahme überzeugt. Die Einführung hat u.a. nämlich das Ziel, den ruhenden Verkehr so zu ordnen, dass der fließende Verkehr nicht unverhältnismäßig beeinträchtigt wird. „Wie es jetzt ist, ist das doch kein Zustand. Die Stadt hat die Aufgabe diese Dinge zu regeln. Politisch ist es sicher eine Situation, die zu Ärger führen wird. Aber nichts tun geht nicht mehr“, erklärte Bgm. Jörg in der Debatte.

 

WICHTIGSTE NEUERUNG. Die wichtigsten Neuerungen: Pro Haushalt gibt es eine Anwohnerparkkarte (in Form einer Vignette). Die Genehmigung kann für maximal zwei Jahre beantragt werden. Die Kosten belaufen sich auf 14 Euro pro Monat, dazu kommt die Gebühr für den Antrag. Haushalte mit zwei oder drei Pkws müssen sich um private Abstellmöglichkeiten umsehen. Die Besitzer einer Anwohnerparkkarte können in der entsprechenden Zone auf den weiß markierten Abstellflächen ihr Auto abstellen. Diese Parkzonen werden mit grünen Hinweiszeichen kenntlich gemacht. Besucher können in diesen Zonen mit einer Parkuhr bis zu drei Stunden kostenlos parken, danach sind pro 24 Stunden drei Euro zu bezahlen. Die entsprechende Zahl an Ticket-Automaten wird aufgestellt.

 

BERUFSPENDLER. Berufspend-lern steht der Pendlerparkplatz bei der Tiwag in Bruggen und der Parkplatz zwischen Pümpel und Bahnübergang (äußere Malser Straße) zur Verfügung. Bei letzterem gibt es einen Wechsel von bisher gebührenfreier in nunmehr gebührenpflichtige Nutzung. Der sogenannte Pümpel-Parkplatz kann auch mit der Anwohnerparkkarte genutzt werden. Den Berufspendlern wird ein bestimmter Stellplatz auf einem der beiden Parkplätze zugewiesen. Die monatliche Gebühr beträgt 14 Euro. Laut Vize-Bgm. Thomas Hittler (ÖVP) bemüht man sich derzeit für die zahlreichen Firmenfahrzeuge um eine Lösung. Ins Auge gefasst ist der Viehmarktplatz.

 

ÜBERWACHUNG. Apropos Überwachung: Es gibt nach dem 1. Jänner 2018 einige Wochen Schonfrist. Wer dann ohne Vignette oder Parkticket abstellt, muss mit einer Strafe rechnen. Die Kurzparkzonenbereiche bleiben unverändert, auch der Tarif: Pro halbe Stunde (von 8 bis 18 Uhr) werden 50 Cent kassiert. Die Kurzparkzonen sind blau markiert. Bgm. Jörg als auch Vize-Bgm. Hittler signalisierten ihre Bereitschaft zur Lösungssuche, falls die Praxis zeigt, dass Änderungen der neuen Verordnung benötigt werden. Stadtrat Roland König (FPÖ) ortete bereits Änderungsbedarf: „Pro Haushalt kann nur eine Anwohnerparkkarte bezogen werden. Das ist ein Problem, das auf uns zurückfallen wird. Es gibt doch Familien, die aus beruflichen und familiären Gründen zwei oder drei Autos notwendig brauchen“, sagte König.

 

 

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