Vorsorgeflächen Karres

Die Umsetzung des Vorsorgeflächen-Planes in dieser Form konnte seitens des Bürgermeisters abgewendet werden. Eine Grenzziehung entlang der roten Linie (Pfeil) könnte sich Bgm. Schatz vorstellen. RS-Repro: Bundschuh

Bürgermeister Willi Schatz setzt sich gegen „Einkesselung“ durch

„Die landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen dürfen nicht erst an der Haustüre enden, da werden wir sonst total eingeschnürt, da brauch‘ ich ein Zugeständnis seitens des Landes.“ Sprach‘s und fuhr nach Innsbruck ins Landhaus, genau ins Büro des Landesrats Tratter (Anm.: zuständig u.a. für Gemeinden, Raumplanung). Und siehe da, der Oberländer Bürgermeister konnte den Leiter der Abteilung Landesentwicklung und Zukunftsstrategie Robert Ortner mit seinen Argumenten überzeugen.

Von Peter Bundschuh

Grundsätzlich ist in einem Land mit Bodenknappheit wie Tirol die Schaffung landwirtschaftlicher Vorsorgeflächen, die bäuerlicher Nutzung vorbehalten sind, zur Eindämmung der Grundstücksspekulation zu begrüßen. Die Probleme bei der Kartierung liegen aber im Detail. Und das nicht nur Karres betreffend, auch Karrösten kann mit einem zu engen „Korsett“ nicht leben, in diese Richtung äußerte sich auch Imsts Stadtoberhaupt Stefan Weirather und sagt der „Einkesselung“ den Kampf an. Das diplomatische Geschick des Tarrenzer Bürgermeisters Rudolf Köll ist besonders gefordert, da die Vorsorgeflächen in der Gurgltaler Weinbaugemeinde bis an die Hausmauern reichen. Köll ist auch Obmann der Bezirkslandwirtschaftskammer und die Forderung nach Grünlandreserven wird ja seitens der Bauernkammer erhoben. Agrarlandesrat LH-Stv. Josef Geisler meinte jedenfalls bezüglich den der Landwirtschaft vorbehaltenen Flächen gegenüber den Medien: „Das Einzelinteresse ist im Sinne einer aktiven Landwirtschaft zurückzustellen.“ Andererseits darf man aber auch davon ausgehen, dass die Raumordner des Landes nicht den Gemeinden den Krieg erklären, sondern sich wohl Lösungen finden lassen.

Hausaufgaben machen.

Das Entgegenkommen des Landes habe Schatz nun schriftlich. Nachdem die Einwände seinerseits und von Raumplaner Andreas Mack vorerst nicht gefruchtet hätten, stärkte ihm ein einstimmiger Beschluss der Gemeinde gegen den Abgrenzungsentwurf den Rücken. Nun sollen Vorschläge seitens der Gemeinde erarbeitet werden. Schatz: „Es geht mir darum, den Dorfcharakter zu erhalten und die neuen Häuser an die bestehende Substanz anzuschließen.“ Verbauung von Waldgründen im Nordwesten des Ortes lehnt Schatz ab. Im Vordergrund stehe es, vor Umweltgefahren wie Hangrutschungen und Muren absolut sichere Bauplätze zu schaffen. „Da wird vieles gemeindeintern zu regeln sein. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Die Einbindung der Bevölkerung ist maßgebend, da die Gemeinde selbst keine zentral gelegenen Eigengründe zu vergeben hat und sich mögliche Grundstücke in privater Hand befinden. Da muss man mit den Grundeigentümern sprechen und einen akzeptablen Preis aushandeln, wir werden die Sache jedenfalls angehen.“

Bürgermeister Willi Schatz: „Die landwirtschaftlichen Vorbehaltsflächen mit Grenzen, wie sie im Plan für Karres vorgesehen sind, dürfen nicht erst an der Haustüre enden, da werden wir sonst total eingeschnürt, da brauch‘ ich ein Zugeständnis seitens des Landes.“ RS-Foto: Bundschuh

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