Wahl ohne Verlierer

Liebe Freunde positiver Wahlprognosen! Jüngst, am Abend nach dem Urnengang in Niederösterreich, gab es nur lachende Gesichter. Die ÖVP hielt die Absolute, die SPÖ und die FPÖ gewannen Prozentpunkte dazu, die Grünen verhinderten das drohende Debakel und die Neos schafften den Einzug in den Landtag. Grund für das breite Grinsen quer durch die Reihen der Angetretenen war der Rückzug des Milliardärs Frank Stronach aus der Politik. Seine Stimmen wurden auf alle übrigen Parteien aufgeteilt.

Ein ähnliches Bild dürfte es am 25. Februar in Tirol geben. Dort könnten ÖVP-Obmann Platter, SPÖ-Frontfrau Blanik, FPÖ-Chef Abwerzger, die grüne Felipe und sogar die Spitzenkandidaten so mancher kleiner Liste zu den Gewinnern gehören. Wie das geht? Ähnlich wie Stronach in Niederösterreich hatte in Tirol die Liste Vorwärts vor fünf Jahren auf Anhieb zehn Prozent Wähleranteil geschafft. Die jetzt in „impuls“ unbenannte Bewegung tritt zwar nochmals an, hat aber so gut wie keine Chance mehr. Also werden diese Stimmen auf die restlichen Listen aufgeteilt.

Ein Mann steht ohnehin schon als Sieger fest. Günther Platter wird jedenfalls Landeschef bleiben. Als Person hat er quasi keinen Gegner. Doch auch dieses „Solo für Günther“ hat seine Tücken. Die Mobilisierung für ein bereits gelaufenes Rennen könnte schwierig sein. Und so manche Kreuzerlmacher könnten taktisch wählen. Die Grünen zum Beispiel werden Stimmen schlicht aus Mitleid bekommen. Die Roten motivieren vor allem Menschen, die Angst vor sozialer Kälte haben. Und die Blauen werden am Stammtisch punkten. Bleibt die Frage, wie sehr die Liste Fritz, deren Gründer selbst längst Geschichte ist, noch Zugkraft hat. Und wie sehr die Tiroler was Anderes in Gestalt der Neos wollen. Der völlig neuen Liste Family prophezeie ich das Schicksal der Piraten – sie werden Schiffbruch erleiden. Auch deshalb, weil bei so vielen Siegern sich kaum wer auf die Seite der Verlierer schlagen will!

Meinhard Eiter


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