Werbung für Olympia 2026

Applaus für die Bewerbung gab es vor allem auch von den offiziellen Botschaftern für Olympia 2026 Benni Raich, Franz Xaver Gruber, Josef Geisler und Mario Stecher. RS-Fotos: Dorn

Infotour machte Station in Imst

Derzeit findet gerade die 300.000 Euro teure „Olympia 2026 im Dialog“-Tour durch Tirol statt, die im ganzen Land Stimmung für eine Pro-Olympia-Abstimmung am 15. Oktober machen soll. Die Informationstour zur Volksbefragung hätte einen tieferen Hintergrund, sei aber keine Werbetour, versprach Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler zu Beginn der Infoveranstaltung im Imster Stadtsaal. Doch gleich im Anschluss durften sich die Zuhörer eineinhalb Stunden lang Argumente für eine Bewerbung Tirols zu Olympia 2026 zu Gemüte führen. Gegenstandpunkte wurden keine vorgebracht.

von Agnes Dorn

Im mehrminütigen Werbefilm über mögliche Olympiaspiele zu Beginn der Veranstaltung unterstreicht die Stimme der Dokumentationssendung Universum die Schönheit der Bilder der Tiroler Berglandschaft. Dann ergreifen Sportlandesrat Josef Geisler sowie der Innsbrucker Stadtrat Franz Xaver Gruber das Wort und rücken die Spiele ebenfalls ins beste Licht. „Wir werden keine Empfehlung abgeben“, betont indes Gruber, der zumindest darauf hinweist, dass es auch kritische Stimmen zu einer Bewerbung gibt. Dann folgt die Präsentation der 300.000 Euro teuren Machbarkeitsstudie durch Co-Autor Hubert Siller vom Management Center Innsbruck, die ebenfalls durchwegs ein großartiges Bild von möglichen Winterspielen in Tirol zeigt. Als letzte Sprecher ergreifen die beiden Doppelolympiasieger Benni Raich und Mario Stecher das Wort, die ebenfalls in die gleiche Kerbe schlagen: Zurück zu den Wurzeln der Olympischen Spiele und ein deutliches Ja zu einer Bewerbung. Danach folgt ein nostalgischer Film über die vergangenen Spiele in Innsbruck aus dem Jahr 1976 und Statements von Tirolern, die sich ebenfalls alle für eine Bewerbung aussprechen.

Machbarkeitsstudie.

Fast Hinterfragt wurde, in der an die Präsentation anschließenden Diskussion, ob denn die Spiele wirklich so ausgerichtet werden würden, wie sie in der Machbarkeitsstudie beschrieben werden. Dann wäre das eine tolle Geschichte, konnte man aus den Zuschauerreihen heraushören.

Denn die Studie verspricht, dass die gesamten Ausgaben in der Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro durch die Einnahmen gedeckt werden, wobei sogar eine Reserve in der Höhe von 100 Millionen Euro ausgabenseitig eingerechnet wurde. Keine neuen Sportstätten und kein Ausbau der Verkehrsinfrastruktur seien nötig, um den Anforderungen des IOC zu entsprechen. Bei der Planung sei vor allem auch darauf geachtet worden, dass die Austragungsorte fast alle leicht mit der Bahn zu erreichen sind und auch Kühtai, wo die Freestyle-Bewerbe stattfinden sollten, sei im Vergleich mit Entfernungen anderer Länder „direkt vor der Haustür“ gelegen.

modern, nachhaltig und moderat.

„Die Zuschauerzahlen werden an den Verkehr angepasst“, erklärt Siller und Geisler rechnet mit einer Million Zuschauer in Tirol. In Sotschi wären es 1,5 Millionen gewesen, so der Sportlandesrat. „Beim IOC ist man sich einig, dass es so nicht weitergehen kann“, glaubt Geisler daran, dass man bei den Austragungsorten zukünftig wieder zurück zu den Wurzeln und damit weg von überbordenden Kosten kommen wolle. Nach der Agenda 2020 wolle man die Kosten „so minimieren, dass sich auch demokratische Staaten das leisten können.“ In Sotschi sei man davon weit entfernt gewesen. Die Befürchtung, dass man im Nachhinein, sollte man den Zuschlag erhalten, etwas am Konzept der „modernen, nachhaltigen und moderaten Olympischen und Paraolympischen Winterspiele 2026“ ändern wird, entkräftigt Geisler. Denn den Zuschlag erhalte man ja genau für jenes Projekt, über das die Bevölkerung am 15. Oktober abstimmen wird. Bis zur Entscheidung durch das IOC wird Tirol übrigens zwischen zehn und 15 Millionen Euro ausgegeben haben, die Geisler als Werbekosten für eine weltweite Bekanntmachung Tirols gut veranlagt sieht.

Zu den geplanten Austragungsstätten gehört auch Kühtai, wo die Freestyle-Bewerbe stattfinden sollen.
Hubert Siller vom MCI stellte im Imster Stadtsaal die Machbarkeitsstudie vor.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.