„Wie soll sich das ein Otto Normalverbraucher leisten“

Auch in Angedair, Perfuchs und Perjen wird eine „Parkraumbewirtschaftung“ eingeführt – und sie wird nicht widerstandslos hingenommen. RS-Foto: Haueis

Petition gegen neue Parkraumbewirtschaftung in Landeck

 

Die Parkraumbewirtschaftung der Stadtgemeinde Landeck ruft weiterhin Widerstand in der Bevölkerung hervor. Es wurde eine Online-Petition gestartet – mehr als 100 Menschen haben bereits unterschrieben.

 

Von Daniel Haueis

 

So mancher Landecker konnte sich angesichts der Parkraumbewirtschaftungspläne der Stadt Landeck des Eindrucks nicht erwehren, dass er nun fürs Parken zahlen muss, aber im Vergleich zum Zustand vorher keine zusätzliche Gegenleistung erhält. Das stieß bereits bei der Präsentation der Pläne auf Widerstand, es wurden Unterschriftenaktionen dagegen überlegt u.ä. Nun ist es soweit: Dilek Rasim hat eine online-Petition gestartet, die bis Freitagmittag 105 Menschen unterschrieben haben – aus Landeck, aber auch aus anderen (meist Oberländer) Gemeinden, vielfach anonym, sodass der Name des Unterzeichners auf der Homepage nicht aufscheint.

 

ONLINEPETITION. Auf https://www.openpetition.eu/at/petition/online/aenderung-der-parkraumbewirtschaftung-landeck führt Rasim seine Forderungen an, nämlich: mehrere Anwohnerparkkarten pro Familie (und nicht nur eine), die Abschaffung des 24-Stunden-Tickets, freies Parken an den Wochenenden nach den Kurzparkzeiten und auch freies Parken für die Anwohner in Perjen, Angedair und Perfuchs. Für Pendler werden „sinnvolle Überlegung an Parkmöglichkeiten“ verlangt. Dilek Rasim hat nachgerechnet: Die Anrainerparkkarte koste 168 Euro im Jahr. Wer ein zweites Auto hat, müsse einen Tiefgaragenstellplatz um ca. 70 Euro pro Monat mieten (falls es überhaupt einen gibt) oder eben die Parkautomaten füttern: 3 Euro pro 24 Stunden, was wieder einige Dutzend Euro pro Monat ausmacht. „Wie soll sich das ein Otto Normalverbraucher leisten?“, fragt Rasim. In der Petitions-Begründung nennt er die Pläne der Stadt eine „Nicht überdachte neue Parkraumbewirtschaftung für Familien Pendler und Besucher der Stadt“. Es handle sich um ein „Gemeindekassen füllen auf kosten der Bürger der Gemeinde Landeck“. In den Kommentaren zur Petition Landeck ist z.B. zu lesen: „Landeck ist beim Thema parken schon teuer genug und es sind auch zu wenige parkplätze vorhanden, bsp.: 50 cent für eine halbe stunde parken (!). Man sollte sich ein Beispiel an Imst nehmen, die Parkkos-ten billiger machen (50 cent für eine ganze stunde) und Parkplätze schaffen (stichwort Sparkasse Tiefgarage in Imst)“.

Die Unterschriften – die Petition kann bis 28. Februar unterzeichnet werden – werden Bgm. Wolfgang Jörg übergeben. Der Stadtchef meint: „Petitionen sind zur Kenntnis zu nehmen.“ Anregungen würden vom Ausschuss aufgenommen – er sei mit der Sache befasst.